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Veröffentlicht am 04.04.2025

Nicht wirklich sympathische Figuren und vieles wirkte sehr unglaubwürdig auf mich

Die Yacht
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Als ich dieses Buch bei NetGalley entdeckte, reizte mich die Inhaltsangabe und ich freute mich sehr, dass meine Anfrage für ein Rezensionsexemplar erfolgreich war.

Hannah ist bereits seit ihrer Kindheit ...

Als ich dieses Buch bei NetGalley entdeckte, reizte mich die Inhaltsangabe und ich freute mich sehr, dass meine Anfrage für ein Rezensionsexemplar erfolgreich war.

Hannah ist bereits seit ihrer Kindheit mit Libby befreundet. Obwohl sie mittlerweile nicht mehr viel gemeinsam haben – im Gegensatz zu Libby muss Hannah für ihren Lebensunterhalt arbeiten – und sie und Libbys reicher Ehemann Olly sich nicht ausstehen können, wird sie nach wie vor zu deren dekadenten Partys eingeladen.

Diesmal findet die Silvesterparty auf einer Luxusyacht im Hafen von Ventimiglia statt. Eingeladen sind außerdem die erfolgreiche Modedesignerin Maggie (auch mit ihr ist Hannah seit Kindestagen befreundet), deren Verlobter Leon sowie Harry, ein ehemaliger Kommilitone, der sein Studium zwar abbrach, inzwischen mit seiner Kunst allerdings trotzdem erfolgreich ist und dennoch einigermaßen bodenständig blieb.

Der Großteil der Gäste lässt Hannah die sozialen Unterschiede schon kurz nach ihrer Ankunft spüren. Daher beschließt sie, am Neujahrsmorgen sehr früh abzureisen und sich das nie wieder anzutun. Doch am Morgen treibt die Yacht auf dem offenen Meer. Der Tank ist leer und Vorräte gibt es kaum. Auch die Handys haben keinen Empfang und eine andere Möglichkeit Hilfe zu rufen, gibt es nicht. Als über Nacht dann auch noch eine Person spurlos verschwindet, traut Keiner den anderen mehr über den Weg…

Das Buch ist in der ersten Person aus der Perspektive von Hannah geschrieben. Den Schreibstil empfand ich zwar durchaus als flüssig, aber die Handlung an sich nervte mich ziemlich schnell und war für mich teilweise auch sehr unglaubwürdig. Wirklichen Thrill verspürte ich kaum. Es passierten zwar etliche schlimme Dinge, aber da ich nicht wirklich Beziehungen zu den Figuren aufbauen konnte und vieles auf mich wie an den Haaren herbeigezogen wirkte, quälte ich mich regelrecht durch und machte viele Lesepausen.

Hannah und Harry waren die Einzigen, denen ich während des Lesens stellenweise wenigstens ein bisschen Sympathie entgegenbringen konnte. Allerdings verstand ich, je mehr ich über die handelnden Charaktere erfuhr, bereits in der ersten Hälfte immer weniger, wieso sich Hannah überhaupt auf die weite Reise zu der Party gemacht hatte. Es war ja dort nicht das erste Mal, dass sie von den Freundinnen und deren Partnern wegen ihrer eigenen finanziellen Situation gedemütigt wurde.

Als die Yacht dann auf offener See trieb, stellte sich schnell heraus, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Hier hatte ich jedoch bald das Gefühl von sich ständig wiederholenden Situationen, die jeweils nur in andere Worte gekleidet waren. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto unglaubwürdiger empfand ich das Verhalten der Figuren oder die beschriebenen Resultate daraus. Die Auflösung wirkte auf mich ebenfalls nur schlecht zurechtkonstruiert.

Hätte ich dieses Buch nicht als Rezensionsexemplar bekommen, hätte ich es wahrscheinlich schon vor der Hälfte abgebrochen. Wirklich spannend oder irgendwie spektakulär empfand ich die darin erzählte Geschichte leider nicht.

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Es gibt leichte Längen, aber auch wieder einiges an Spannung oder von Interesse

The Monet Family – Shine Bright, Rising Princess
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Obwohl der Zielgruppe längst entwachsen, greife ich gern immer mal wieder zu Jugendbüchern. The Monet Family: Shine Bright, Rising Princess ist bereits der dritte Teil der polnischen Autorin Weronika ...

Obwohl der Zielgruppe längst entwachsen, greife ich gern immer mal wieder zu Jugendbüchern. The Monet Family: Shine Bright, Rising Princess ist bereits der dritte Teil der polnischen Autorin Weronika Anna Marczak. Die beiden Vorgänger habe ich schon gern gelesen. Daher wollte ich gern wissen, wie es mit Hailie und ihrer neuen Familie weitergeht.

Seit Hailie nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter bei ihren fünf älteren Brüdern in Amerika lebt, hat sich ihr Leben grundlegend geändert. Da ist der vorher nicht gekannte, durchaus angenehme luxuriöse Lebensstil auf der einen Seite. Auf der anderen Seite muss sie sich jedoch zu ihrer eigenen Sicherheit an strenge Regeln halten, die ihr nicht immer gefallen. Durch die ihr richtig gut gefallende Arbeit in der Stiftung der Familie fühlte sie sich zuletzt etwas nützlicher, doch ein Anschlag auf ihr Leben bringt sie erst einmal wieder zurück in den goldenen Käfig.

Sie darf vorerst nicht mehr zur Schule und bekommt Privatunterricht. Damit diese neuen Sicherheitsmaßnahmen für sie nicht allzu einschneidend sind, organisieren ihre Brüder für sie eine Reise auf die Kanarischen Inseln, auf die sie sich doch sehr freut und wo eine weitere Überraschung auf sie wartet. Doch irgendwann muss Hailie auch zurück und die Gefahr für sie ist noch lange nicht gebannt…

Auch der dritte Teil ist wieder in der ersten Person aus der Perspektive der mittlerweile 16-jährigen Hailie geschrieben. Der flüssige Schreibstil und die einfache Sprache gefallen mir nach wie vor. Hin und wieder kommen zwar Ausdrücke vor, die nicht ganz jugendfrei sind. Allerdings sind diese auch im realen Leben gelegentlich im Vokabular von Teenagern und sie bleiben hier im Buch nicht ohne Widerspruch stehen. Obwohl auch in der ersten Hälfte einiges passiert, hatte ich gelegentlich das Gefühl von Hinplätschern der Handlung und leichten Längen. Auch gab es einen Vorfall mit den drei jüngeren Brüdern, wo mir nicht gefiel, dass dieser für die Jungs nahezu Folgenlos ausging.

Dennoch mag ich das Mädchen und auch ihre Brüder nach wie vor sehr gern. Auch in diesem Buch wurden wieder viele Themen angesprochen, die Teenager bewegen. Mir gefällt, dass die Geschwister sich immer besser verstehen. Klar gibt es Streitereien unter ihnen, aber solche sind ja auch im realen Leben ganz normal. Hailie lernt zwar die Streitkultur unter Geschwistern immer noch, aber sie ist auch dahingehend eine gelehrige Schülerin. Ich selbst durchschaute diese erst im Erwachsenenalter bei meinen eigenen Kindern, da ich als Einzelkind aufwuchs.

Im letzten Drittel des Buches war dann wieder Hochspannung angesagt. Ob sich das Ganze in der Realität tatsächlich so abspielen könnte, darüber lässt sich definitiv streiten, aber das Tempo stimmte und ich konnte das Buch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aus der Hand legen. Das Ende empfand ich, obwohl noch lange nicht alles erzählt ist, als gefällig. Insgesamt hat mir auch diese Fortsetzung wieder ganz gut gefallen. Ursprünglich dachte ich schon, dass es sich hier um den Abschlussband der Reihe handelt. Dann wäre ich mit dem Ende nicht zufrieden gewesen. Inzwischen sind jedoch zwei weitere Teile angekündigt und ich möchte den nächsten, der im August dieses Jahres erscheinen soll, auf jeden Fall auch wieder lesen. Danach sehen wir weiter.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Fantastische Mischung aus Historischem Roman und Krimi

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
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Elbnächte. Die Lichter über St Pauli ist der Auftakt einer neuen Reihe der deutschen Autorin Henrike Engel. Ich entdeckte das Buch im NetGalley Newsletter. Sowohl das Cover als auch die Inhaltsangabe sprachen ...

Elbnächte. Die Lichter über St Pauli ist der Auftakt einer neuen Reihe der deutschen Autorin Henrike Engel. Ich entdeckte das Buch im NetGalley Newsletter. Sowohl das Cover als auch die Inhaltsangabe sprachen mich an und ich freute mich sehr, das eBook als Rezensionsexemplar lesen zu können.

Louise versteht die Welt nicht mehr. Ihr Mann Viktor hat sie allein in ihrem Hamburger Luxushotel gelassen und kurze Zeit später erreicht sie die Nachricht, dass er bei einem Duell gestorben wäre. Plötzlich steht sie komplett mittellos da und bei den wenigen Menschen, die sie in Hamburg überhaupt kennt, ist ihr Mann hoch verschuldet.

Ella ist in einem kleinen galizischen Dorf als Älteste von 11 Geschwistern in großer Armut aufgewachsen. Im Alter von 17 Jahren wurde sie von ihren Eltern an Mädchenhändler verkauft und von diesen zur Prostitution gezwungen. Nach sieben Jahren gelingt ihr zusammen mit dem Mops Principessa die Flucht und sie landet in Hamburg.

Paul ist ein ehemaliger Hamburger Polizist, der seit einem Mordanschlag auf ihn behindert ist, deshalb auch seine geliebte Arbeit und sein vorher glückliches Privatleben verlor. Auf Rache sinnend, ermittelt er auf eigene Faust gegen die gewalttätige Straßenjungenbande, die ihm das angetan hat und deren ominösen Anführer.

Das Schicksal bringt die drei zusammen und macht sie unabsichtlich zu Komplizen. Plötzlich müssen sie sich nicht nur vor der Polizei in Acht nehmen, sondern auch vor Größen der Hamburger Unterwelt. Wird es ihnen gelingen da unbeschadet herauszukommen und das von ihnen ersehnte neue Leben anzufangen?

Kaum hatte ich mit diesem Buch begonnen, konnte ich es kaum aus der Hand legen und hätte es am liebsten in einem Rutsch verschlungen. Die mir vom realen Leben aufgezwungenen Lesepausen empfand ich als regelrecht lästig und war immer wieder froh, wenn ich zum Buch zurückkehren konnte. Der Schreibstil ist flüssig, die Sprache einfach aber sehr bildhaft. Alles – egal ob Personen oder Örtlichkeiten – ist so beschrieben, dass ich permanent ein herrliches Kopfkino hatte, während der gesamten Lesezeit keinerlei Längen verspürte und mir auch nichts davon zu viel wurde.

Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person, abwechselnd aus den Perspektiven der drei Hauptfiguren. Diese lernte ich situationsbezogen kennen und obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, wurden sie mir alle sehr schnell sympathisch. Das änderte sich auch nicht, als sie unabsichtlich oder notgedrungen gegen das Gesetz verstießen. Im Gegenteil. Ab diesem Zeitpunkt fieberte ich regelrecht, dass ihre Versuche, unbeschadet davonzukommen, die wirklichen Verbrecher bestraft zu sehen und ein neues Leben zu beginnen, erfolgreich sind.

Trotz der Tatsache, dass am Ende noch lange nicht alles geklärt ist und den mir lieb gewordenen Protagonisten sicher noch die eine oder andere Gefahr begegnen wird, empfand ich den Ausgang erst einmal versöhnlich und warte nun mit großer Spannung auf den nächsten Teil der Reihe, der im Oktober dieses Jahres erscheinen soll. Für mich war dieses Buch ein großartiges Leseerlebnis. Das machte mir auch große Lust auf mehr Lesestoff aus der Feder der Autorin. Die ersten drei Teile ihrer anderen Reihe – Die Hafenärztin – die ebenfalls in Hamburg spielt, habe ich mir heute spontan gekauft.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Vieles an der Geschichte ergab für mich leider keinen Sinn, aber sie ließ sich schnell lesen

Dein Heimweg
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Als ich dieses Buch im NetGalley Newsletter entdeckte, reizte mich der Klappentext und ich freute mich sehr, es als Rezensionsexemplar lesen zu können.

Emmy findet auf dem Weg vom Parkplatz zu ihrem Arbeitsplatz ...

Als ich dieses Buch im NetGalley Newsletter entdeckte, reizte mich der Klappentext und ich freute mich sehr, es als Rezensionsexemplar lesen zu können.

Emmy findet auf dem Weg vom Parkplatz zu ihrem Arbeitsplatz eine ermordete Frau. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um ihre Arbeitskollegin handelt. An der gleichen Stelle wurde bereits vor zwei Monaten nach ihrem ersten Arbeitstag eine andere Kollegin ermordet. Daraufhin brachte ihr Unternehmen eine App auf den Markt, die den Heimweg von Frauen sicherer machen sollte. Emmy vermutet nun, dass der Mörder in der Firma zu finden ist und begibt sich auf die Suche nach Beweisen. Das bleibt jedoch nicht unentdeckt…

Nun habe ich das Buch ausgelesen und weiß ehrlich gesagt nicht, was mir die Autorin mit dieser Geschichte sagen wollte. Geschrieben ist sie in der ersten Person aus der Perspektive der Hauptfigur Emmy, mal in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart. Der Schreibstil ist durchaus flüssig. Das und meine Neugier, wer denn nun die beiden Morde verübt hat, waren jedoch die einzigen Gründe, warum ich überhaupt immer weiterlas. Ansonsten muss ich leider sagen, dass mir vieles im Buch nur halbgewalkt, irgendwie zurechtkonstruiert vorkam und die Geschichte für mich auch nicht wirklich etwas mit einem unsicheren Heimweg zu tun hatte, sondern höchstens mit geschürten Ängsten dazu und dem Gefühlsleben einer Frau, in die ich mich nicht hineinversetzen konnte.

Emmy wurde mir leider nie sympathisch. Und das lag weder an ihrer Wohnsituation, noch an ihrer Herkunft, für die sie sich offensichtlich sehr schämte. Ich persönlich finde es ja eher bewundernswert, wenn jemand, der aus schwachen sozialen Verhältnissen kommt, Schule und Studium meistert. Das ist meiner Meinung nach absolut nichts, wofür man sich schämen muss. Dass man 2x fristlos gekündigt wurde und Zeugnisse fälschen muss, schon eher. Die Umstände warum das geschah wurden nicht näher erklärt. Aber die Gedanken, die Emmy zum Arbeitsbeginn in dem Start-Up hatte, wirkten auf mich sehr egoistisch und erweckten bei mir den Eindruck, dass sie an diesen Kündigungen nicht schuldlos war.

Auch die Gründe für die zerrüttete Beziehung zu ihrer Schwester verstand ich aus dem Gelesenen heraus nicht wirklich und die geheime Beziehung zu einem Kollegen kam mir ein bisschen zu plötzlich. Am schlimmsten fand ich dann jedoch, dass sie sich nach ihrem ganzen eigenen Lügengespinst wegen – meiner Meinung nach - Pillepalle von ihm verraten fühlte. Wer der Mörder war, überraschte mich dann zwar doch noch. Allerdings hatte ich diese Person durchaus schon früher mal ganz kurz in Verdacht, verwarf das aber recht schnell wieder. Das genannte Motiv empfand ich jedoch als an den Haaren herbeigezogen.

Ich mag es eigentlich, wenn ich Figuren situationsbedingt, ohne langwierige Erklärungen kennenlerne. Hier wurde mir aber zu viel als gegeben und ohne mir einleuchtende Hintergründe dafür vorgesetzt. Wirklich gefallen hat mir dieser Thriller leider nicht. Vielleicht bin ich aber mit meinen mehr als 50 Jahren auch zu alt dafür.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Sehr spannende Lektüre, aber es blieben für mich auch noch etliche Fragen offen

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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„Die Nacht“ von Marc Raabe ist bereits der dritte Teil einer von mir als sehr spannend empfundenen Thriller-Reihe um das Ermittlerduo Art Mayer und Nele Tschaikowski. Nachdem ich die ersten beiden Teile ...

„Die Nacht“ von Marc Raabe ist bereits der dritte Teil einer von mir als sehr spannend empfundenen Thriller-Reihe um das Ermittlerduo Art Mayer und Nele Tschaikowski. Nachdem ich die ersten beiden Teile jeweils in sehr kurzer Zeit ausgelesen hatte, wollte ich auch dieses Buch unbedingt lesen.

Da der Vermisstenfall Dana Karasch in der Versenkung zu verschwinden droht und ihm die Akte unvollständig erscheint, bittet der eigenwillige BKA-Ermittler Art Mayer eine mächtige Person um Hilfe. Bereits eine Stunde später erhält er einen anonymen Hinweis, der ihn und seine eigentlich im Mutterschutz befindliche Kollegin Nele Tschaikowski zu einer verlassenen Wohnwagensiedlung im Wald führt. In einem der Wohnwagen finden sie Hinweise darauf, dass Dana dort als junges Mädchen lebte, aber auch die Leiche eines hochangesehenen Berliner Richters.

Wegen eines gerade wütenden Waldbrandes müssen sie den Tatort ohne gründlichere Untersuchungen erst einmal wieder verlassen. Als sie auf die Dienststelle zurückkommen, verhalten sich die Vorgesetzten sehr eigenartig und schließen sie von den Ermittlungen aus. Okay, Art ist durch seine Nähe zu Danas achtjähriger Tochter Milla, um die er sich kümmert, weil er sie vor einem Leben im Kinderheim bewahren möchte, privat involviert und Nele ist im Mutterschutz. Doch das scheinen nicht die alleinigen Gründe zu sein…

Auch dieses Buch habe ich wieder regelrecht verschlungen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, die Sprache einfach und doch sehr bildhaft. Es gibt einen Handlungsstrang in der Gegenwart und einen in der Vergangenheit. Beide werden in der dritten Person erzählt. Der in der Gegenwart aus den Perspektiven von Art und Nele, der in der Vergangenheit aus der Perspektive von Dana. Die geschickt gesetzten Wechsel sorgten dafür, dass sich schnell eine permanente Grundspannung aufbaute und ich beim Lesen keine Längen empfand.

Das Ermittlerduo war mir, trotz und wegen der Dämonen, mit denen sie selbst zu kämpfen haben, wieder sehr sympathisch. Auch der kleinen Milla gehört noch immer mein Herz. Allerdings schien mir ein Teil der Geschichte schon eine ganze Weile vor dem Showdown ziemlich vorhersehbar und ich schwankte gefühlstechnisch bei der Frage, wie ich es finden soll, wenn meine Vermutung tatsächlich zutrifft und ob der Zweck die Mittel heiligt, eine ganze Weile immer hin und her. Bis dann, mit einigen für mich komplett überraschenden Wendungen, alles ganz anders wurde.

Das Ende empfand ich zwar erst einmal als gefällig. Trotzdem blieben für mich noch ziemlich viele Fragen offen, so, dass ich denke und auch schwer hoffe, dass die Geschichte um das Ermittlerduo, Milla und einem erst in diesem Buch kennengelernten Protagonisten noch lange nicht fertig erzählt ist. Insgesamt hat mir auch dieses Buch wieder sehr gut gefallen. Ich denke jedoch, dass es, um alles richtig einordnen zu können, von großem Vorteil ist, wenn man die beiden Vorgänger – „Der Morgen“ und „Die Dämmerung“ - bereits gelesen hat.

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