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Veröffentlicht am 19.11.2018

Geschürte Angst

Geschürte Angst
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Die junge Journalistin Rose Blakey möchte gerne Karriere machen bei einer der großen Zeitungen, weit weg von Colmstock, wo sie lebt. Sie muss nebenbei in einer Kneipe jobben, in der die Polizisten der ...

Die junge Journalistin Rose Blakey möchte gerne Karriere machen bei einer der großen Zeitungen, weit weg von Colmstock, wo sie lebt. Sie muss nebenbei in einer Kneipe jobben, in der die Polizisten der Stadt verkehren, um über die Runden zu kommen. Dann tauchen in der Stadt Porzellanpuppen auf, die aussehen wie die Mädchen, vor deren Türen sie gefunden werden. Wer ist der mysteriöse Puppenmacher? Was bezweckt er?

Rose sieht ihre Chance gekommen und berichtet darüber. Das bringt Unruhe in den Ort. Zunehmend entsteht eine Atmosphäre der Angst. Die Polizei kommt nicht voran. Nicht alle sind mit der Berichterstattung von Rose einverstanden. Wie weit wird sie gehen, um ihre Karriere voranzubringen?

Der Schreibstil ist gut zu lesen und gibt die trostlose Atmosphäre in Colmstock wieder. Allerdings konnte mich die Geschichte nicht packen, denn der Spannungsbogen war doch eher flach, da zu viel Unwichtiges berichtet wird.

Mit Rose wurde ich auch nicht wirklich warm. Sie ist ehrgeizig und möchte vorankommen. Sie versucht mit ihren Recherchen, Licht ins Dunkel zu bringen, doch durch ihren Artikel wird Unruhe in den Ort gebracht. Im Laufe der Zeit wird sie mir immer unsympathischer.

Es gibt einige Wendungen, die überraschend waren und das Ende passt.

Dennoch fehlte mir ein wenig die Spannung.

Veröffentlicht am 18.11.2018

Warten auf das Kriegsende

Unter der Drachenwand
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Veit Kolbe wurde kurz vor Weihnachten 1943 in Russland schwer verwundet und nun hält er sich am Mondsee unter der Drachenwand auf, um sich zu erholen. Er ist erschöpft und ausgelaugt und hofft, dass er ...

Veit Kolbe wurde kurz vor Weihnachten 1943 in Russland schwer verwundet und nun hält er sich am Mondsee unter der Drachenwand auf, um sich zu erholen. Er ist erschöpft und ausgelaugt und hofft, dass er nicht mehr zurück an die Front muss. In seinem Quartier ist auch die Darmstädterin Margot, die mit ihrem Kind hier gelandet ist. Mit der Kinderlandverschickung ist die Lehrerin Margarete und über dreißig Mädchen aus Wien in diesen Ort gekommen. Dann ist da auch noch der Gärtner, der davon träumt, nach Brasilien zurückzugehen. Veit wird ein Jahr hier verbringen und der Leser lernt diese Menschen kennen, die hoffnungslos sind und einfach nur überleben wollen. Aber da ist auch Trude Dohm, die Zimmerwirtin, die immer noch ihre Durchhalteparolen von sich gibt.
Die ganze Zeit spürt man die Hoffnung, die die Menschen haben auf eine bessere Zeit nach dem Kriegsende. Aber es ist auch eine unterschwellige Bedrohung spürbar. Es ist ein melancholisches Buch,
Veit hat so viel mitgemacht, auch wenn er nicht in der vordersten Linie dabei war, dass er nicht mehr an die Wehrmacht und nicht an den Sieg glaubt. Er will nicht mehr an die Front und versucht mit allen Mitteln, seine Erholungsphase zu verlängern. Dabei helfen im Margot und die „Panzerschokolade“. Doch für Veit ist der Krieg noch nicht zu Ende, denn es kommt ein neuer Einberufungsbefehl.
Arno Geiger bringt unter der Drachenwand die unterschiedlichsten Menschen zusammen und wir dürfen ihre Gedanken, ihre Sehnsüchte und Hoffnungen kennenlernen.
Es ist keine leichte Lektüre und mehr als einmal musste ich schlucken aufgrund des Pragmatismus, mit dem die Menschen versuchten, in diesen Ausnahmezeiten zu überleben.
Ein packender und sehr eindringlicher Roman, der noch lange nachhallt.

Veröffentlicht am 18.11.2018

Es fehlt Spannung

Tattoo
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In Liverpool geht ein Serienmörder um, der Frauen tötet, sie gewissenhaft arrangiert und sie mit seltsamen Tätowierungen versieht, die er ihnen vor dem Tod mit einem Dorn einritzt. Detective Greg Carver ...

In Liverpool geht ein Serienmörder um, der Frauen tötet, sie gewissenhaft arrangiert und sie mit seltsamen Tätowierungen versieht, die er ihnen vor dem Tod mit einem Dorn einritzt. Detective Greg Carver und seine Kollegin Ruth Lake versuchen schon eine ganze Zeit, den Täter zu erwischen. Als dann eine Frau gefunden wird, die Carvers Frau zum Verwechseln ähnlich sieht, wird die Sache für ihn persönlich.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, war mir aber oft zu detailliert. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die dann zusammengeführt werden. Aber auch hier gibt es viele Nebenschauplätze, die das Ganze zu sehr ausdehnen. So geht doch einiges an Spannung verloren. Erst zum Ende hin zog die Spannung dann an.
Die Charaktere sind gut beschrieben, aber niemand ist mir wirklich sympathisch. Auch hier gibt es mal wieder den Ermittler, der private Probleme hat. Irgendwie fehlte den Protagonisten Tiefe. Ihr Handeln konnte ich auch nicht immer nachvollziehen.
Ein Pluspunkt ist für mich, dass ich den Täter im Laufe der Geschichte nicht ausfindig machen konnte.
Ein Thriller, der mich nicht wirklich überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 16.11.2018

Wolfskind

Das Mädchen mit dem Schmetterling
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Ich mag die emotionalen Romane von Kristin Hannah sehr. Dieses Buch ist bereits 2008 unter dem Titel „Wohin das Herz uns trägt“ erschienen.
Die Kinderpsychologin Julia Cates landete vor Gericht, da eine ...

Ich mag die emotionalen Romane von Kristin Hannah sehr. Dieses Buch ist bereits 2008 unter dem Titel „Wohin das Herz uns trägt“ erschienen.
Die Kinderpsychologin Julia Cates landete vor Gericht, da eine ihrer Patientinnen andere mit in den Tod genommen hat. Obwohl Julia freigesprochen wurde, haben Zweifel, ob sie alles richtig gemacht hat, und der Medienrummel tiefe Wunden bei Julia hinterlassen. Als in ihrem Heimatort Mystic Lake ein verwahrlostes Kind mit einem Wolfswelpen auftaucht, wird sie von ihrer Schwester, der Polizistin Ellie, gebeten sich um das Mädchen zu kümmern. Da man herausfinden ill, wer das Mädchen ist, werden die Medien eingeschaltet. Es fällt Julia schwer, sich wieder der Öffentlichkeit zu stellen, aber sie nimmt es in Kauf, weil sie helfen möchte. Der Arzt Max unterstützt sie, denn er glaubt an Julia.
Der einfühlsame Schreibstil der Autorin begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Die Geschichte der Kleinen ging mir sehr nahe, denn ihre Gedanken zeigen eine schreckliche Geschichte und auch die Wunden legen davon Zeugnis ab.
Auch Julia trägt Verletzungen in sich, die bis in ihre Kindheit zurückreichen und die noch nicht überwunden sind. Doch je länger sie sich mit dem traumatisierten Mädchen, das sie Alice genannt hat, beschäftigt und dabei Fortschritte erzielt, umso mehr heilen auch ihre Wunden.
Julia versucht mehr über „Wolfskinder“ herauszufinden. Es gibt nur wenige bekannte Fälle und die sind alle irgendwann hinter Anstaltsmauern gelandet sobald der Forschergeist der behandelnden Ärzte befriedigt war. Das will Julia auf jeden Fall verhindern. Dabei helfen ihr die Menschen von Mystic Lake, die alle etwas verschroben sind, ganz besonders aber ihre Schwester und deren Kollegen, sowie Max, der sein Päckchen zu tragen hat.
Auch wenn sich da eine Liebesgeschichte entwickelt, steht eindeutig die psychologische Arbeit mit dem Mädchen im Vordergrund. Man fiebert die ganze Zeit mit und wartet mit Julia darauf, dass sich Erfolge zeigen. Doch zunächst muss eine Vertrauensbasis geschaffen werden. Aber nicht nur Julia stößt manchmal an ihre Grenzen, auch die Polizisten müssen mit hoffnungsvollen Eltern, die ihre Kinder vermissen, und mit merkwürdigen Menschen, die angeblich helfen wollen, fertig werden.
Eine sehr emotionale Geschichte, die mich wirklich berührt hat.

Veröffentlicht am 15.11.2018

Liebe, Humor und Spannung

Honig aufs Herz
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Evryn hat lange Brians Wirkung auf Frauen akzeptiert, da sie ihr ja selbst erlegen war, aber nun hat sie ihn in flagranti erwischt. Sie packt ihre Sachen und zieht - mangels finanziellem Polster - in ihr ...

Evryn hat lange Brians Wirkung auf Frauen akzeptiert, da sie ihr ja selbst erlegen war, aber nun hat sie ihn in flagranti erwischt. Sie packt ihre Sachen und zieht - mangels finanziellem Polster - in ihr kleines Detektivbüro. Nur leider läuft es mit der Detektei auch nicht gut. Daher greift sie zu, als ihr ein lukrativer Job angeboten wird. Hätte sie nur vorher gewusst, wie gefährlich es für sie wird. Zum Glück gibt es da den attraktiven, aber auch distanzierten Nachbarn Nicolaj, der sie unterstützt. Aber Nicolaj hat eine dunkle Vergangenheit. Wird er sich der stellen können und wird es eine gemeinsame Zukunft für Evryn und Nicolaj geben?
Es ist eine leicht und locker zu lesende Geschichte, die in New York spielt. Natürlich ist es eine Liebesgeschichte, aber es ist doch auch tiefgreifender.
Brian hätte Evryn ein komfortables Leben bieten können und sie hätte ihre Detektei, die nichts einbringt, weiterführen können. Doch kann man damit leben, wenn der Partner nebenbei auch noch was am Laufen hat? Evy kann es jedenfalls nicht und zieht die Konsequenzen. Dabei wird der quirligen und etwas schusseligen jungen Frau schnell klar, dass es in Zukunft nicht einfach wird. Nicolaj ist ein geheimnisvoller Mensch, der eigentlich nur in Ruhe gelassen werden will. Doch dann wird ihm von Evy die Tür vor die Nase geschlagen.
Die kriminelle Geschichte wird dann mit außergewöhnlichen Mitteln angegangen und Evy ist dabei so kreativ, dass man immer wieder schmunzeln muss. Nicolajs Vorgeschichte ist dagegen keine leichte Kost.
Auch wenn so Einiges weit hergeholt ist, hat mich das Buch, eine Mischung aus Spannung und Liebesgeschichte, gut unterhalten.