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Veröffentlicht am 04.02.2025

gelungener erster Teil einer Mittelalter-Saga

Das Mündel der Meda von Trier
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Die Heilerin Meda von Trier lebt auf einer Burg in Lothringen im 11. Jahrhundert ein angenehmes Leben. Doch dann bestimmt das Schicksal, dass sie den Erben eben dieser Burg in Sicherheit bringen muss. ...



Die Heilerin Meda von Trier lebt auf einer Burg in Lothringen im 11. Jahrhundert ein angenehmes Leben. Doch dann bestimmt das Schicksal, dass sie den Erben eben dieser Burg in Sicherheit bringen muss. Sie flieht mit dem noch jungen Gero nach Greifenfels und hofft dort auf Unterstützung, denn sein Leben wird von der eigenen Familie bedroht. Auf Greifenfels bekommt er die Chance, aufzuwachsen und zu lernen, aber die Gefahr ist noch lange nicht vorbei. Zudem entwickelt Gero für Sigrun von Greifenfels Gefühle, doch das darf nicht sein.

Gero ist eigentlich der Erbe einer Burg. Mit diesem Hintergrund sollte er zum Ritter ausgebildet werden, aber das Schicksal hat andere Pläne mit ihm. Er verliert alles und die junge Heilerin Meda nimmt sich seiner an. Wie es zu diesem Schicksalsschlag gekommen ist, wird gut erläutert. Die Autorin Christine Rhömer schildert bildhaft das Leben in dieser Epoche. Vor allem, was es für einen Jungen in Geros Alter bedeutet, die Sicherheit der eigenen Familie zu verlieren. Auch wenn er Schutz auf Greifenfels bekommt, so ist er damit noch lange nicht auch sicher. Seine Zukunft ist ungewiss.

Die Heilerin Meda ist eine Frau mit ganz eigenem Willen. Sie praktiziert noch die Riten des alten Glaubens und ist somit ständig der Gefahr ausgesetzt, der Kirche in die Quere zu kommen. Sie wird als kluge Frau beschrieben, die auf ihre Art versucht, gerade Gero beizustehen. Mir hat sie gut gefallen.

Für Spannung sorgt die Autorin vor allem dadurch, dass ihre Protagonisten nicht so vorhersehbar sind. Sie gehen ihre eigenen Wege und verfolgen ihre eigenen Ziele. Ob dies immer die richtigen Entscheidungen sind, bleibt abzuwarten. Neben Gero ist da ja auch noch Sigrun von Greifenfels. Gerade die Beziehung dieser beiden jungen Leute bringt Liebe in die Geschichte. Zudem gibt es hier auch noch einige Geheimnisse zu entdecken.

„Das Mündel der Meda von Trier“ ist der erste Teil von im Moment zwei Büchern. In diesem Teil begleitet man Gero als kleinen Jungen auf seinem Weg ins Erwachsenenleben. Gleichzeitig liefert die Autorin spannende Einblicke in diese Epoche rund um Lothringen. Sie lässt historische Details geschickt in die Handlung einfließen. Schnell wird deutlich, wie es möglich war, einen Jungen um sein Erbe zu betrügen. Der Weg zurück wird dramatisch geschildert. Die Geschichte ist voller Lügen und Intrigen und gleichzeitig auch mit einer schönen Liebesgeschichte versehen. Mir hat diese Mischung aus historischen Details und fiktionaler Geschichte gut gefallen. Die Charaktere sind vielschichtig gestaltet und wirken lebendig. Gleichzeitig ist die Handlung nicht zu vorhersehbar und bietet einiges an Spannung.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

lebendiges Mittelalter

Die Templer. Rose und Kreuz
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Constantin ist Knappe eines Ritters und hat damit so einige Probleme. So wirklich kann er sich sein Leben als Ritter nicht vorstellen. Dann bekommt er einen Auftrag, der mehr als nur bedenklich ist. ...



Constantin ist Knappe eines Ritters und hat damit so einige Probleme. So wirklich kann er sich sein Leben als Ritter nicht vorstellen. Dann bekommt er einen Auftrag, der mehr als nur bedenklich ist. Er soll einen Stein finden, dem man heilende Kräfte nachsagt. Für Constantin wird diese Suche zu einer abenteuerlichen Reise, doch nicht allein macht er sich auf den Weg. Melisande schließt sich ihm an. Sie flieht vor einer erzwungenen Ehe und hofft so ihre Freiheit zu finden. Der Knappe ist nicht wirklich begeistert von ihrer Begleitung und gleichzeitig ist er aber auch von ihrem Mut tief beeindruckt. Als sie dann auch noch auf den Templer Gérard treffen, werden sie in einen tödlichen Rachefeldzug verstrickt.

Dieser neue Roman von Daniel Wolf erzählt die Geschichte von Constantin Fleury und seinem Vater Balian Fleury. Ich habe mich sehr darüber gefreut, wieder eine Geschichte mit der Familie Fleury lesen zu können. Diese Handlung mit und über die Templer spielt im Jahre 1293. Sie schließt locker an den dritten Teil „Die Fleury Reihe“ an, kann aber unabhängig davon gelesen werden. Mir hat es großen Spaß gemacht, diese Familie wieder einmal zu besuchen.

Die Geschichte von Constantin ist ein einziges großes Abenteuer mit Höhen und Tiefen. Die Reise bringt den jungen Mann an seine Grenzen und lässt ihn daran wachsen. Aber nicht nur der Knappe hat seine Abenteuer zu bestehen, auch Melisande muss ihren Platz im Leben finden. Mit ihr wird die Stellung der Frau in dieser Zeit schön erläutert. Sie will sich nicht in ein Leben zwängen lassen und selbst bestimmen, wohin ihre eigene Reise geht. Mir hat ihre Art des Aufbegehrens gut gefallen. Das Zusammenspiel von Constantin und Melisande war amüsant zu lesen. Nicht immer haben diese zwei sich verstanden. Der Autor hat ihnen ihre ganz eigenen, eigenwilligen Charaktere mit auf den Weg gegeben. Dadurch kommt es durchaus auch mal zu Spannungen zwischen den Protagonisten, diese sorgen damit aber auch für gute Unterhaltung.

Der Autor hat es wirklich verstanden, die Spannung hochzuhalten. Geschickt wechselt er zwischen den Handlungssträngen, die wunderbar miteinander verwoben sind. Daniel Wolf lässt das Mittelalter lebendig werden. Die Suche nach diesem seltsamen Stein bringt so manche Überraschungen an den Tag. Überhaupt ist hier alles dabei, was ich von einem guten historischen Roman erwarte. Die Ritterlichkeit kommt zu Wort, Standesdünkel können überwunden werden, die Macht der Templer wird deutlich, Liebe und Freundschaft bestimmen das Bild und Intrigen und Verrat bringen eben die Spannung. Gleichzeitig werden historische Details geschickt mit einer fiktionalen Geschichte verwoben. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt, die knapp 900 Seiten sind nur so vorbeigeflogen.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Kampf um die Freiheit

Der Stab der Seherin
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Das Frühjahr im Jahre 772 verspricht ein schönes zu werden, als die junge Seherin Helgard erschütternde Bilder sieht. König Karl zieht mit seinem Frankenheer in ihre Heimat ein. Es drohen Tod und Verderben. ...


Das Frühjahr im Jahre 772 verspricht ein schönes zu werden, als die junge Seherin Helgard erschütternde Bilder sieht. König Karl zieht mit seinem Frankenheer in ihre Heimat ein. Es drohen Tod und Verderben. Helgard ist mit ihrer Ausbildung noch nicht am Ende, doch ihre Meisterin schickt sie auf die Reise und somit auf die Prüfung, ob die junge Frau eine richtige Wala werden wird. Helgard bekommt den Stab einer Vorgängerin anvertraut. Wird sie ihre Prüfungen bestehen? Wird ihr Volk den Überfall des Königs überleben? Und warum wurde der Stab nicht wie üblich mit seiner Besitzerin begraben?

Helgard befindet sich quasi noch in ihrer Ausbildung, als sie die Aufgabe bekommt, ihren Stamm der Westfalen durch Weissagungen zu leiten. Die Visionen einer Seherin wurden im 8. Jahrhundert sehr ernst genommen. Auf diese Weise haben die Menschen sich auf den Aufgriff vorbereitet und die Worte von Helgard nicht angezweifelt. Die Autorin Ute Zembsch hat dies gut in Szene gesetzt. In dem Glauben, mithilfe von hellsichtigen Menschen das eigene Schicksal verändern zu können, wird authentisch geschildert. Wobei die junge Frau nicht nur auf Zustimmung trifft. Es gibt auch Neider in den eigenen Reihen, und sie muss sich eben auch dieser Herausforderung stellen.

Obwohl Helgard noch eine sehr junge Frau ist, ist sie trotzdem glaubwürdig. Mir hat gut gefallen, wie hier die Geschichte erzählt wird. Der Glaube an die Götter und ihre Macht bestimmen das Leben der Sachsen, und ihre Seherinnen sind ihnen ebenso heilig. Dann fällt König Karl in diese Welt ein und will den christlichen Glauben verbreiten. Er kommt, um Angst und Schrecken, Tod und Verderben zu bringen, so sehen es die Menschen, die nahe der Syburg leben. Ihr Kampf um ihre Freiheit beginnt und wird ausführlich geschildert.

Die Mischung aus historischen Details dieser Epoche und fiktionaler Handlung hat mir gut gefallen. Helgard ist eine Protagonistin, die an ihren Aufgaben wachsen muss. Sie ist noch keine vollwertig anerkannte Seherin und muss sich trotzdem einer sehr schweren Zeit stellen. Sie macht das großartig. Helgard in diesem Leben zu begleiten, hat mir Spaß gemacht. Gleichzeitig erfährt man so einiges über diese Feldzüge gegen die Sachsen.

Natürlich wird hier nur ein kurzer Einblick in diese Zeit gegeben. Die Eroberung durch Karl der Große (748-815) fand über viele Jahre statt. Helgard und ihr Stamm stehen nur für einen kleinen Teil, dafür wird die Geschichte dieser jungen Frau umso spannender geschildert. Die Autorin versteht es, interessante Details, vor allem aus der Perspektive der Menschen, die erobert werden, lebendig werden zu lassen. Helgard kämpft um ihr Recht als Seherin genauso wie um ihre Freiheit, ihren Glauben weiterleben zu dürfen. Ihre Geschichte hat mir gut gefallen und ich hoffe darauf, dass es vielleicht noch ein Wiedersehen geben wird.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

ein Leben für die See

Admiral Nelson – Unter Englands Flagge
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Horatio Nelson hat sich auf See bewährt und steigt weiter die Erfolgsleiter aufwärts. Doch für ihn bleiben die Erfolge nicht ohne Folgen. Der Konteradmiral schlägt Napoleons Flotte und wird als Sieger ...



Horatio Nelson hat sich auf See bewährt und steigt weiter die Erfolgsleiter aufwärts. Doch für ihn bleiben die Erfolge nicht ohne Folgen. Der Konteradmiral schlägt Napoleons Flotte und wird als Sieger gefeiert. Schwer verletzt trifft der Seeheld in Neapel ein. Emma Hamilton ist es, die die Pflege übernimmt. Auch wenn Nelson verheiratet ist, der Liebe zu Emma kann er nicht entkommen. So viele Siege Nelson auch erringen mag, die Liebesgeschichte zu Emma kann und will ihm die Elite Englands nicht verzeihen. Immer mehr gerät Horatio in Ungnade.

„Unter der Flagge Englands“ ist der zweite Teil der Dilogie über Horatio Nelson, dem berühmten Seehelden Englands. Er schließt unmittelbar an den ersten Teil an und erzählt weiter aus dem spannenden Leben dieses Mannes. Seeschlachten werden geschildert, politische Ränke erläutert und einiges aus dem Privatleben des Admirals erzählt. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Emma Hamilton wird anschaulich geschildert.

Auch wenn die beiden Bücher eigentlich zusammengehören, könnte man sie auch einzeln lesen. Jeder Teil für sich erzählt von spannenden Episoden aus dem Leben Nelsons. Das Leben dieses Seefahrers wird regelrecht lebendig geschildert. Dabei erzählt der Autor nicht einfach nur von dem Leben auf See, von den Problemen und den Seeschlachten, sondern erzählt, was für ein Leben dieser Mann geführt hat. Seine schweren Verletzungen, die ihn trotzdem nie von seinen Pflichten abgehalten haben, werden erläutert. Seine Liebe zu einer verheirateten Frau, die so eigentlich gar nicht sein durfte, findet ihren Weg und wird dabei lebendig wiedergegeben. Die Höhen und Tiefen dieses dramatischen Lebens werden so geschildert, dass man sie gut nachvollziehen kann. Einige Schlachten werden näher betrachtet und man bekommt einen schönen Einblick darin, wie sich diese ereignet haben und welche Auswirkungen sie auf diese Epoche am Ende hatten.

Der Autor hält sich dabei an die geschichtlichen Details und Fakten. Dieser Teil erzählt aus den Jahren 1797-1805. Und obwohl das Ende eigentlich bekannt ist, macht es doch betroffen, es dann so ausführlich zu lesen. Der Erzählstil von Mac P. Lorne ist dabei angenehm zu lesen, er lässt Bilder im Kopf entstehen, sodass man ein gutes Gefühl für diese Zeit bekommt.

Dieser Roman hat mir das Leben von Horatio Nelson nähergebracht, und ich habe interessante Details aus seinem Leben erfahren. In diesem zweiten Teil wird von seinem großen Aufstieg erzählt, von seiner großen Liebe, aber auch von seinem Ende. Ich finde „Unter Englands Flagge“ fast noch etwas besser als den ersten Teil „Unter der Flagge des Königs“. Wobei nur beide Bücher zusammen ein Ganzes ergeben.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

aufregende Zeiten im Pensionat an der Mosel

Schwestern im Geiste
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Rhona O’Meally tritt ihre neue Stelle als Lehrerin im Pensionat von Pauline Martin an. Die junge Frau stammt aus Irland und soll nun den Schülerinnen die irische Kultur und die englische Sprache näherbringen. ...




Rhona O’Meally tritt ihre neue Stelle als Lehrerin im Pensionat von Pauline Martin an. Die junge Frau stammt aus Irland und soll nun den Schülerinnen die irische Kultur und die englische Sprache näherbringen. Aber Rhona ist nicht nur eine junge Lehrerin mit frischen Ideen im Kopf, sie hütet auch ein gefährliches Geheimnis. Gleichzeitig kommt es zu einigen kleinen Diebstählen im Institut, und im Ort werden antipreußische Schmierereien an den Hauswänden angebracht. Wieder einmal gerät Pauline Martin und ihr Pensionat in den Fokus der Polizei.

Der Roman „Schwestern im Geiste“ ist der zweite Teil zu „Das Pensionat an der Mosel“ und schließt unmittelbar an Teil 1 an. Handlungsort ist auch diesmal wieder Diedenhofen an der Mosel. Neue Herausforderungen warten auf die Lehrerinnen und ihre Schülerinnen im Pensionat. Mit Rhona O’Meally wird gleich zu Beginn eine neue Protagonistin eingeführt. Sie soll den Lehrkörper verstärken. Schon nach einigen Seiten wird deutlich, dass die junge Frau irgendein Geheimnis verbirgt. Geschickt erzählt Marie Pierre von den Ereignissen im Pensionat und gleichzeitig von der schwierigen politischen Situation im Jahre 1911. Es ist ihr gelungen, den historischen Hintergrund wunderbar in die fiktive Geschichte rund um das Pensionat einfließen zu lassen.

Eigentlich stimmt in dieser Geschichte alles, und doch hatte ich auf den ersten Seiten ein paar kleine Schwierigkeiten, um wieder in die Handlung hineinzufinden. Ich kann nicht einmal genau benennen, was mich wirklich gestört hat. Nachdem ich aber die ersten 100 Seiten gelesen hatte, ging es wie von selbst. Die Geschehnisse im Pensionat und in der Stadt haben mich schließlich doch in ihren Bann gezogen und schnell waren die 500 Seiten dann auch gelesen und die Geschichte schon wieder am Ende. Mir gefällt wirklich gut, wie die Autorin ihr fiktives Pensionat und seine Bewohner in Szene gesetzt hat. Gleichzeitig erfährt man viel darüber, wie die Menschen am Anfang des 20. Jahrhunderts gelebt haben.

Die Beziehung von Pauline Martin und dem Hauptmann Erich von Pliesnitz wird weitererzählt. Sie ist aber auch nicht zu vordergründig und aufdringlich. Ihre Begegnungen sind so angelegt, dass sie die Handlung wunderbar ergänzen, gleichzeitig aber auch die Gefühle und Wünsche von Pauline und Erich offenlegen. Mir hat das gut gefallen. Diese Liebesgeschichte fügt sich angenehm in die Handlung ein und macht die gesamte Geschichte stimmig. Jetzt freue ich mich darauf, dass es bald mit dem dritten Teil weitergeht.

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