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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2018

Konnte mich gar nicht begeistern

Der Winter der Wunder
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INHALT:
Katherine, genannt K. O., ist neuerdings mit den Erziehungsmethoden ihrer Schwester Zelda gar nicht einverstanden. Ihre heißgeliebten Nichten verwandeln sich in wahre Monster, seit Zelda ihre Zwillinge ...

INHALT:
Katherine, genannt K. O., ist neuerdings mit den Erziehungsmethoden ihrer Schwester Zelda gar nicht einverstanden. Ihre heißgeliebten Nichten verwandeln sich in wahre Monster, seit Zelda ihre Zwillinge nach dem Bestseller „Das freie Kind“ groß zieht. Als sie auf den Tipp des Autors und renommierten Psychologen Wynn Jeffries hin auch noch den Weihnachtsmann unter seinem Schlitten, heißt Weihnachten mit allem Drum und Dran, begraben will ist es für K. O. genug! Noch in dem Moment indem Katherina und Wynn durch Zufall aufeinander treffen fliegen die Fetzen! Blöd nur, dass ihr Feindbild durchaus anziehend zu sein scheint und ihm aus dem Weg zu gehen alles andere als einfach…

EIGENE MEINUNG:
Soweit ich es verstanden habe gehört dieses Buch zur Reihe um die Blossom Street. Um welchen Teil es sich handelt scheint im englischen Original bzw. in der deutschen Übersetzung zu variieren? Ich habe ihn für mich als Band 8 gekennzeichnet. Aus der Reihe habe ich bisher keine Geschichte gelesen, freue mich aber, dass alle Cover wirklich schön aufeinander abgestimmt sind.
Passend zur Weihnachtszeit ist das Buch vor allem in Weißtönen gehalten und das ergibt mit dem roten Titel durchaus ein stimmungsvolles Bild. Die wenigen Gegenstände darauf passen gut zusammen, allerdings wirkt es nicht wie ein "echtes" Foto und eher weniger wertig.

Ganz zu Anfang muss ich vielleicht gleich sagen, dass mir durchaus klar war, dass es sich hier um eine leichte Liebesgeschichte – möglichst mit schönem Weihnachtsflair – handeln wird. Ich hatte also nicht den Anspruch auf das aller tiefgründigste Leseerlebnis. Allerdings konnte mich diese Geschichte trotzdem so gar nicht überzeugen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit „Verliebt für eine Weihnachtsnacht“ von Sarah Morgan heuer schon einen locker leichten Weihnachts-Liebesroman gelesen hatte, der so vieles besser gemacht hat. Auch hier gab es Zufälle, ein bisschen Kitsch und klar: das unumgängliche Happy End. Aber dazwischen waren Figuren, Flair, Entwicklung, zeitlicher Ablauf, etc. einfach hochwertiger. Allerdings hat eine Leserunden-Kollegin auch erzählt, dass andere Bücher der Autorin wesentlich besser waren.

Aber zurück zur Geschichte: Zu Beginn lernen wir K. O. (mit ihrem sperrigen Namen) kennen und eigentlich erscheint sie einem durchaus sympathisch. Im Laufe der Geschichte hat das bei mir allerdings abgenommen. Mal war sie aufbrausend, dann wieder naiv und duckmäuserisch. Den Abschuss hat für mich ein Satz gebildet: „Womöglich wollte Wynn sie nicht wiedersehen, wenn er herausfand, wie schnell und leicht sie zunahm.“ Ja, genau…
Leider konnte mich auch Wynn nicht wirklich von sich überzeugen. Sein Verhalten wird viel auf seine Kindheit bezogen, was ich wenig nachvollziehen konnte. Sein Umgang mit seinem Vater hat mir nicht gefallen und die Anziehung auf K. O. blieb mir ziemlich schleierhaft. Der Entwicklung von Gefühlen wird nicht viel Zeit gelassen und sie waren für mich nicht wirklich präsent.
Wynns Vater wiederum wird völlig überspitzt dargestellt und auch hier sehe ich keine logischen Gründe für sein Verhalten. Auch Zeldas Schwester bekleckert sich durch ihr Verhalten nicht mit Sympathie. Am besten gefallen hat mir noch die Nachbarin LaVonne. Sie bringt Humor und Pepp ins Spiel und ich mag ihre Emotionalität.

Die Romantik im Buch ist leider sehr klischeehaft: Kutschenfahrt, schnelles Verlieben, Happy End. Die Handlung war vorhersehbar und zum Teil leider völlig überzogen. Wie das Drama um die unterschiedliche Einstellung zum Thema Erziehung gelöst wurde war dann noch der Abschuss, aber von mir leider so befürchtet. Bei mir hat es nur den Eindruck hinterlassen, dass alle Figuren in bestimmter Weise gehandelt haben um erste eine Geschichte entstehen zu lassen und dann um sie wieder zu einem glücklichen Abschluss zu bringen. Nachvollziehbar, logisch oder realistisch war dabei nicht wirklich etwas. Keine Figur wirkte auf mich „echt“ oder rund.

Ansonsten ist der Schreibstil flüssig und leicht zu lesen. Die Schrift bzw. die Abstände zwischen den Zeilen kommen mir ziemlich groß vor, aber so kommt man schnell voran! Gefehlt hat mir hingegen auch völlig der weihnachtliche Zauber. Eine Schlittenfahrt, Plätzchen, ein umgeworfener Christbaum und Punsch machen für mich noch lange keine Weihnachtsstimmung in einem Buch aus... Das Ende setzte allem das i-Tüpfelchen auf und ist für mich nur enttäuschend und dazu völlig übertrieben.

FAZIT:
Für mich war es leider weder weihnachtlich, noch wirklich romantisch. Einige Szenen - vor allem mit LaVonne - hatte noch etwas Wohlfühlcharakter, ansonsten war vieles einfach nur übertrieben und unrealistisch. Auch die Figuren haben für mich nicht mit logischem Hintergrund gehandelt, sondern nur für das Entstehen/Fortschreiten der Geschichte. So richtig sympathisch war mir keiner von ihnen.
Eine leichte Liebesgeschichte ist jederzeit ok, das war für mich aber nicht "leicht", sondern einfach nur nicht gut.

Veröffentlicht am 23.11.2018

Könnte gruseliger sein...

Die drei ??? und das Geisterschiff (drei Fragezeichen)
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NHALT:
Auf dem Rückweg von der Disko springt Peter mitten in der Nacht eine Frau vor den Wagen! Völlig außer sich behauptet sie, vor der Küste von Malibu Beach, ein Geisterschiff gesehen zu haben. Nur ...

NHALT:
Auf dem Rückweg von der Disko springt Peter mitten in der Nacht eine Frau vor den Wagen! Völlig außer sich behauptet sie, vor der Küste von Malibu Beach, ein Geisterschiff gesehen zu haben. Nur kurze Zeit später können sich die drei Detektive am eigenen Leib von ihren Worten überzeugen: Ein Dreimaster mit leuchtenden, zerfetzten Segeln gleitet vor ihren Augen durch die neblige See. Spuk oder Wirklichkeit? Justus, Bob und Peter brauchen starke Nerven, denn ihre Nachforschungen führen sie in längst vergangene Zeiten und zu gefährlichen Piraten. Hat ein alter Fluch diese in die Gegenwart zurück gebracht? Um der Wahrheit auf die Spur zu kommen bleibt den Jungen nur eine Möglichkeit: Sie müssen an Bord gehen…


EIGENE MEINUNG:
Das Cover zeigt diesmal besagtes „Geisterschiff“, mit gespannten Segeln und wallendem grünen Nebel. Farblich gab es für mich schon schönere Bilder und auch das Schiff hätte ich mir gruseliger gewünscht!

Auch die Geschichte selbst konnte mich nicht wirklich überzeugen. Die Nebenfiguren blieben für mich eher blass und die Rätselsuche – auch wenn sie schön war – eher kurz. Der Anfang war noch schön gruselig aber dann kam für mich leider keine große Spannung mehr auf.


Tracks:
1. Bei Nacht und Nebel
2. Jagd auf das Geisterschiff
3. Duncan, der Finstere
4. Das Tagebuch des Tyrannen
5. Die Suche nach der Schatzkarte
6. In Luft aufgelöst

Trivia:
• Dieses Buch ist 2006 auch in "American English" unter dem Titel "The Haunted Ship" erschienen.

Unterschiede zwischen Buch und Hörspiel:
• Im Hörspiel ist Peter am Anfang der Folge alleine im Auto unterwegs und war mit Jeffrey und nicht mit Kelly in der Disco.
• Mr. Qin spricht die drei Fragezeichen im Hörspiel direkt auf seine Erlebnisse an, als er Peters Geschichte hört.
• Deborah Snell erzählt Peter direkt die Geschichte als er sie das erste Mal besucht, im Buch muss er sie zweimal besuchen. Im Hörspiel berichtet Peter auch nur davon.
• Begegnen im Buch die drei Detektive Eleonor Madigan, trifft im Hörspiel nur Peter sie. Ihr Hund Muffins wird im Hörspiel weggelassen.
• Mr. Qin ist im Hörspiel deutlich mutiger.
(Quellen: https://www.3fragezeichen.net/?ziel=https://www.3fragezeichen.net/buchdb.php?buch=92, http://diedreifragezeichen.wikia.com/wiki/Das_Geisterschiff)

FAZIT:
Anfangs spannend und mysteriös, dann leider für mich nicht mehr allzu mitreißend. Die Rätselsuche war das schönste am Fall!

Veröffentlicht am 19.11.2018

Ein schöner Abschluss!

Zeitenzauber
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INHALT:
Anna und Sebastiano begeben sich erneut gemeinsam auf Zeitreise um einen Ingenieur ins London des Jahres 1813 zu begleiten. Dort angekommen laufen die Dinge jedoch völlig aus dem Ruder: Ein Unbekannter ...

INHALT:
Anna und Sebastiano begeben sich erneut gemeinsam auf Zeitreise um einen Ingenieur ins London des Jahres 1813 zu begleiten. Dort angekommen laufen die Dinge jedoch völlig aus dem Ruder: Ein Unbekannter versucht sämtliche Zeitreise-Tore zu vernichten und Anna und Sebastiano müssen dies verhindern. Mit den üblichen wenigen Informationen tauchen sie als Geschwisterpaar in die High Society des Londoner Adels ein. Zwischen Kutschfahrten, Tanzfesten und eine Menge an aufdringlichen Verehrern versuchen sie ihren Kontrahenten zu entlarven. Doch wer ist es, der hier ein falsches Spiel um nicht weniger als die gesamte Zeit, spielt?

EIGENE MEINUNG:
Passend zu den Vorgängerbänden ist auch der Abschlussband in einer Grundfarbe gehalten – hier in einem dramatischen Rot. Im Mittelpunkt steht wie gewohnt Anna – diesmal in einem rosafarbenen Kleid und mit wehendem Umhang und Haar. Sebastiano ist nicht zu sehen. Anna steht auf einem langen Steg mit goldenen Ketten und ich finde schon alles wirkt düsterer und bedrohlicher als noch bei den anderen Bänden. Im Hintergrund ist die Silhouette von London zu sehen und umgeben wird das Bild wieder von einem historisch anmutenden Zifferblatt und goldenen Sternen und umstrahlt von einem großen Vollmond.

Dies ist der Abschlussband der Zeitenzauber-Trilogie. Allerdings sollte erwähnt werden, dass mittlerweile die weiterführende Time School-Trilogie gestartet ist. Außerdem gibt es zwei eShorts zur Geschichte.

Für mich war das der beste Band der Reihe! Anna ist mittlerweile 21 Jahre alt und man merkt ihr definitiv eine Entwicklung an. Klar ist sie manchmal noch nah am Wasser gebaut oder will die Lebensumstände der Menschen in der Vergangenheit nicht akzeptieren, aber es ist nicht mehr so extrem wie zu Beginn. Auch ihre Naivität hat sie ziemlich abgelegt und schreitet mutig voran. Mir hat es auch gut gefallen, dass trotz ihrer Liebe zu Sebastiano noch ein Leben außerhalb (z. B. in Form einer alten Schulfreundin) erwähnt wird. Sebastiano war für mich in diesem Band gefühlt weniger präsent, aber bleibt ein lieber Charakter! Sehr froh war ich vor allem auch darüber, dass die Liebe der Beiden mittlerweile so gefestigt ist, dass man nicht Angst hat von einem Drama dazu ins nächste zu stolpern. In diesem Band müssen sich die Beiden zwar als Geschwister ausgeben und es gibt diverse Verehrer, was das Ganze mit Spannung versetzt. Allerdings wird es nie überdramatisiert oder endet in schrecklichen Streitereien.
Auch die Nebencharaktere in diesem Band waren wieder wirklich gut ausgestaltet. Da gibt es eine Selbstgespräche führende Zopfe Bridget oder einen schwerhörige Verehrer George und viele mehr. Vor allem auch die an der Geschichte beteiligten Maler und Ingenieure aus vergangener Zeit haben mir sehr gut gefallen! Selbst Jane Austen-Erstausgaben werden erwähnt! Wir befinden uns dieses Mal nämlich im London des Jahres 1813. Der Schauplatz hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht! Im Gegensatz zu den vorherigen Teilen sind Anna und Sebastiano diesmal reiche Leute, was eine ganz andere Ausgangsituation schafft.

Insgesamt war für mich einiges an Spannung vorhanden und vor allem kommen wir endlich an lang ersehnte Informationen über die Tore, die Alten und das Zeitreisen an sich! An einigen Stellen fand ich die Beschreibungen sogar durchaus gruselig und düster! Mehrfach wurde ich von Wendungen oder Auflösungen überrascht und fand den Showdown sehr gelungen! Im Anschluss bekommen wir noch genug Stoff für die Nachfolge-Trilogie, die ich mir auf jeden Fall auch anschauen werde!

FAZIT:
Für mich ein sehr guter Abschlussband der Zeitenzauber-Trilogie. Anna und Sebastianos Liebe ist gefestigt und so können sie sich den spannenden Vorkommnissen in London widmen. Dazu gibt es endlich die Hintergrundgeschichte zu den Zeitreisen, einen tollen Schauplatz London 1813 und genug Stoff für die Nachfolge-Reihe.

Veröffentlicht am 16.11.2018

"Ein Trip, den ich so schnell nicht vergessen werde"

Die drei ???, Todesflug (drei Fragezeichen)
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INHALT:
Auf dem Weg zu einem Science Fiction-Festival erfahren die Drei Fragezeichen von einem „summenden Berg“ ganz in der Nähe und machen sich natürlich sofort auf den Weg dorthin. Eine Abkürzung durch ...

INHALT:
Auf dem Weg zu einem Science Fiction-Festival erfahren die Drei Fragezeichen von einem „summenden Berg“ ganz in der Nähe und machen sich natürlich sofort auf den Weg dorthin. Eine Abkürzung durch die Wüste bringt ihnen jedoch keine Zeitersparnis, sondern ein liegen gebliebenes Auto und mehr als dürftige Wasservorräte. Gerade als sie mit Leuchtraketen auf sich und ihre Notlage aufmerksam machen wollen durchbricht eine Dröhnen die Stille. Ein Tiefflieger zieht über ihre Köpfe hinweg und setzt zur Landung an. Für einen kurzen Moment schöpfen Justus, Bob und Peter neue Hoffnung, bis sie unversehens in eine tödliche Falle geraten…


EIGENE MEINUNG:
Das Cover der 92. Hörspielfolge der Drei Fragezeichen zeigt einen Menschen im Raumanzug. Im Hintergrund sind Wolken zu sehen und im Visier seines Helmes spiegelt sich ein steil aufsteigender schwarzer Gleiter. Diese Folge ist von vorne bis hinten einfach seltsam…

Dabei war der Anfang noch gar nicht richtig schlecht: Die drei Detektive befinden sich ohne ausreichende Wasserreserven in der Wüste und müssen einen Ausweg finden. Aber spätestens als der Tiefflieger über ihre Köpfe hinweg zieht geht es steil bergab… Mich konnten dann weder die drei Jungen, noch die Story, noch der Zusammenhang mit Bobs Computerspiel und schon gar nicht das absolut unglaubwürdige Ende packen! Zu allem Überfluss gibt es da auch noch eine „einfache“ Flucht – aber wenigstens kein irrsinniges Lachen! Wie Bob im Hörspiel sagt: "Ein Trip, den ich so schnell nicht vergessen werde". So geht es dem Hörer auch, aber man ist fast schockiert von dem Unsinn.

Tracks:
1. Zehn. Neun.
2. Acht. Sieben.
3. Sechs. Fünf.
4. Vier. Drei.
5. Zwei. Eins.
6. Null.


FAZIT:
Diese Folge gilt unter Fans als eine der schlechtesten und ich kann nicht widersprechen… Einfach nur seltsam!

Veröffentlicht am 13.11.2018

Zwischen den Zeilen lesen...

Das Vermächtnis der Grimms
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INHALT:
Kristin Collins ist Anfang 20, gerade auf Reisen, und sich nicht sicher wohin ihr Leben sie noch führen wird. Als ihr Bruder Brayden sie jedoch, aufgrund ihrer speziellen Fähigkeiten, nach Frankfurt ...

INHALT:
Kristin Collins ist Anfang 20, gerade auf Reisen, und sich nicht sicher wohin ihr Leben sie noch führen wird. Als ihr Bruder Brayden sie jedoch, aufgrund ihrer speziellen Fähigkeiten, nach Frankfurt beordert zögert sie keine Sekunde. Dieser ist Mitglied einer Special Task Force um der Ursache der sogenannten Grimm-Morde auf die Spur zu kommen. Dabei scheint ein wolfsartiges Wesen die Leser der Grimm’schen Märchen mir Wahnvorstellungen zu grausamen Morden zu treiben. Je tiefer Kris durch ihre Gabe in die Welt der geschriebenen Wörter eintaucht, desto mehr scheint die Grenze zur Realität zu verschwimmen. Wem kann sie noch trauen? Und wer ist längst selbst Teil des uralten Fluches geworden?

EIGENE MEINUNG:
Das Cover dieser Buchreihe ist farblich eher schlicht in Weiß, Schwarz und Blutrot gehalten. Dabei heben sich vom weißen Hintergrund klar Titel und Autorenname ab. In der linken oberen Ecke findet sich noch der „märchenhafte“ Satz: Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Am prägnantesten ist jedoch der große Schwarze Wolfskopf der sich von rechts ins Bild schiebt. Das weit aufgerissene Maul ist blutverschmiert und vor allem die Zeichenart gefällt mir ausnehmend gut. Es wirkt als wäre mit Spachteln gearbeitet worden, was das Tier fast dynamisch erscheinen lässt. Ich besitze die Geschichte leider nur als e-Book, aber in der Printausgabe glänzt das Blut wohl durch einen Überzug wie Lack und wirkt plastischer. Der Blick des Wolfes geht in die linke untere Ecke in der wir die Figur von Kris sehen. Sie wiederum blickt zur Erde und scheint sich rückseitig aufzulösen. Leider ist sie „normal“ gezeichnet. Insgesamt gefällt mir die Gestaltung sehr gut! Sie wirkt auf den ersten Blick und entfernt sich deutlich von den momentan typischen Fantasycovern!
Im e-Book fehlen leider die Zeichnungen von Ash und Kris, sowie die Karte, von denen die Printleser in der Leserunde sehr begeistert waren. Allerdings sind Anregungen dazu auf der Facebook- und Instagram-Seite der Autorin zu finden.

Gleich zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, dass für die Geschichte eine Altersempfehlung von 16 Jahren vorliegt. Und das auch zu Recht! Es gibt sowohl äußerst gewalttätige, als auch erotische Szenen im Buch, die nicht für jüngere Leser geeignet sind. Der Schreibstil ist jedoch flüssig und schön zu lesen.

Die ersten Seiten der Geschichte konnten mich mit ihrem Übermaß an Fantasie gleich voll in ihren Bann ziehen. Im Anschluss wurde es für mich erst ein bisschen anstrengender, weil Kapitelweise sowohl Charaktere als auch Zeiten und Orte gewechselt wurden. Es gleicht alles einem großen Puzzle! Nach und nach kann man jedoch ein Muster erkennen und sich vor allem mit den Charakteren etwas vertrauter machen!
Allerdings bin ich bis zum Schluss mit mir nicht im Reinen, was ich von diesen halten soll. Im Grunde sind alle Figuren mit diversen Ecken und Kanten ausgestattet, was viel zu einer realistischen Entwicklung der Geschichte beiträgt. Für mich waren Kris und Ash dabei die sympathischsten Personen, es gab aber auch andere die ich mochte und als Leser gefühlt zurück lassen musste. Und das ist mein Hauptkritikpunkt – sicher auch bedingt durch meinen Lesegeschmack: Ich habe noch nie eine Geschichte gelesen, bei der so viele Charaktere gezwungenermaßen leiden mussten, sich für die „dunkle Seite“ entschieden oder sich von Grund auf verändert haben. Die Erzählung wird dadurch rund und der rote Faden erkennbar, aber für mich wurde es teilweise auch sehr düster, hoffnungslos und der gefühlte Abschied von so manchem Charakter wirklich bitter. Natürlich muss man spätestens hier erwähnen, dass es sich nicht um einen Einzelband handelt, sondern eine Dilogie. Dadurch kann im nächsten Band natürlich noch eine Entwicklung in eine andere Richtung stattfinden. Wer jedoch eine locker-leichte Märchenadaption mit ein bisschen Krimi erwartet ist hier falsch.

Auch in Sachen Liebe geht dieses Buch einen anderen Weg. Es gibt keine typische Liebesgeschichte zwischen den Hauptcharakteren – unwiderruflich und auf den ersten Blick. Gefühle spielen in den verschiedensten Arten eine wichtige Rolle, aber sie nehmen keine kitschige Position ein, deren Entwicklung nach 5 Seiten absehbar ist.
Überhaupt muss man sagen, dass die Geschichte für mich sehr wenig vorhersehbar war, was ich ganz klar als Pluspunkt werte! Bei viel zu vielen Erzählungen hat man den weiteren Weg als Leser oft schon früh vor Augen. Das war hier definitiv nicht der Fall und der Schluss kommt da noch einmal mit einem Paukenschlag daher. Wer schlecht mit Cliffhangern umgehen kann wird hier keine Freude haben! ;) Das Ende bildet aber einen guten Schlusspunkt für diesen Teil und passt sich der Grundgeschichte an: Es ist an sich eher ruhig und punktet mehr mit einzelnen Aktionen und Enthüllungen als dauerhafter Spannung auf Höchstniveau. Ich war nicht durch fieberhafte Anspannung an das Buch gefesselt, sondern vor allem weil ich den großen Zusammenhang zwischen den vielen Erzählsträngen verstehen wollte. Und es war ein schöner Moment, wenn wieder ein Puzzleteil an seinen Platz gefallen ist!


FAZIT:
Eine durchaus brutale Fantasiegeschichte über viele Charaktere, Orte und Zeiten hinweg. Dies ist der erste Teil einer Dilogie, mit Erotik, Gewalt, Morden, Märchen, verschiedensten Gefühlen, einem Ticken Humor und einem Cliffhanger am Ende! ;)