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Veröffentlicht am 25.10.2024

Alles Schicksal oder eiskalte Berechnung?

The Cloisters
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Manchmal sollte man sich nicht zu viele Bewertungen durchlesen bevor man sich ein Buch kauft bzw. es liest. Denn eigentlich hatte ich mich total auf „The Cloisters“ gefreut. Umwerfendes Cover und ein vielversprechender ...

Manchmal sollte man sich nicht zu viele Bewertungen durchlesen bevor man sich ein Buch kauft bzw. es liest. Denn eigentlich hatte ich mich total auf „The Cloisters“ gefreut. Umwerfendes Cover und ein vielversprechender Klappentext. Aber ob Bookstagram, Booktube oder Amazon – nirgendwo schienen die Bewertungen über 3 Sterne hinauszugehen.
Am Ende konnte ich den grünen Ranken und der Goldfolie nicht widerstehen und eins vorweg: Allein wegen der Optik bleibt das Buch in meiner Privatbibliothek stehen.

Nach ihrem Abschluss in Kunstgeschichte, versucht Ann im Big Apple ein neues Leben zu beginnen. Wie es das Schicksal will, bekommt sie gleich ein Praktikum in „The Cloisters“. Mit seinen Kreuzgängen und Gärten ein Ort fernab von Wolkenkratzern und für Ann der perfekte Platz um ganz in ihrer Arbeit aufzugehen.
Zusammen mir Kurator Patrick und dessen Assistentin Rachel erforscht sie die Bedeutung von Tarotkarten in der Renaissance. Patrick ist jedoch geradezu besessen das älteste, komplette Kartendeck zu finden, koste es was es wolle.
Das Tarot ist der Weg zum Ziel, da ist er sich sicher. Doch das Schicksal hält für einige nur den Tod bereit und Ann muss sich entscheiden wie weit sie bereit ist zu gehen für Ruhm und Erfolg.

Ich glaube viele haben erwartet, der Roman würde sich mehr um das Kartenlegen drehen und es spielt auch keine unwesentliche Rolle. Trotzdem ist das Tarot nur Nebendarsteller.
Wer sich mit der Thematik aber noch näher beschäftigen will, findet auf den letzten Seiten einen Leitfaden dazu.

Vielmehr beleuchtet der Roman menschliche Abgründe, das Schicksal und wie man damit seine Schandtaten am besten rechtfertigt.

Mich hat am meisten gestört, wie unsympathisch die Charaktere waren. Auch wenn es letztlich zur Thematik des Romans gepasst hat, ist das für mich immer ein dicker Minuspunkt.

So langweilig wie andere Leser fand ich das Buch trotzdem nicht.
Als jemand der selbst in einem ganz ähnlichen Museum arbeitet, war es mal schön einen Roman zu lesen, der an so einem Ort spielt.

Und auch das Ende fand ich raffiniert gemacht. Wenn der Protagonist schon unausstehlich sein muss, dann wenigstens richtig!

Knappe 4 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Partnervermittlung mit Folgen

Der Tod der Jane Lawrence
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Der Roman spielt anscheinend in einer Art Parallelwelt, die der viktorianischen Zeit nachempfunden ist, obwohl bereits ein Weltkrieg stattgefunden hat. Es gibt Kutschen statt Autos, statt Heizungen Kamine. ...

Der Roman spielt anscheinend in einer Art Parallelwelt, die der viktorianischen Zeit nachempfunden ist, obwohl bereits ein Weltkrieg stattgefunden hat. Es gibt Kutschen statt Autos, statt Heizungen Kamine. Die erwähnten Orte existieren nicht und Großbreltain ist wohl gleichbedeutend mit Großbritannien.

Jane hat durch einen Giftgasangriff ihre Eltern verloren und lebt seither bei einem älteren Ehepaar als Mündel. Als Jane das heiratsfähige Alter bereits weit überschritten hat, beschließt die begnadete Mathematikern ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Die Analyse der Heiratskandidaten ergibt, dass Dr. Augustin Lawrence der perfekte Mann für sie ist, Romantik nicht mit einberechnet.
Obwohl der Auserwählte zunächst nicht begeistert ist, willigt er in die Ehe ein. Die Bedingung: Jane darf sich dem Familienanwesen Lindridge Hall nicht nähern, in das sich Augustin jede Nacht zurückzieht.
Wie es der Zufall will, landet Jane dort aber schneller als gedacht und deckt nach und nach das Grauen auf, welches sich hinter dem baufälligen Gemäuer verbirgt.

Eigentlich fing es ja ganz gut an.
Es regnet die ganze Zeit, Lindridge Hall ist wunderbar verfallen und offenbar spukt es dort.
Daneben bietet der Roman herrlich ekelhafte Szenen, welche in Augustins OP spielen. Davon bin ich zwar kein Fan, aber hier hat es gut reingepasst.

Einiges hat mich an den Film „Crimson Peak“ erinnert und es wäre so toll gewesen, hätte sich der Roman weiter in dem Rahmen bewegt. Leider kam dann noch eine sehr verwirrende Mischung aus Okkultismus und Wahnsinn hinzu.

Mir ging es wie vielen anderen Lesern, ich habe irgendwann überhaupt nichts mehr verstanden.
Nicht nur dass Jane versucht das Rätsel gleichermaßen mit Mathematik und Magie zu lösen, was für ein Mathe-Ass wie mich (haha) super anstrengend zu lesen war, auch das Ende hinterlässt ein dickes fettes Fragezeichen. Es ist schon irgendwie ein Happy End, aber….ist es das wirklich? Was ist Wahnsinn, was ist Wirklichkeit? Was habe ich da eigentlich gelesen?

Ich war froh, als ich es fertig hatte. Oh Mann, so viel verschenktes Potenzial. Die Autorin wollte sicher etwas neues probieren, aber manchmal ist es besser nicht zu viel zu experimentieren. Gleiches gilt für die Figuren im Roman...

Von mir leider auch nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Solider Thriller ohne große Überraschungen

Das Unrecht
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Nach zwei eher anstrengenden Romanen wollte ich einfach nur ein unkompliziertes Buch lesen. Etwas wo man weiß woran man ist und nicht zu viel nachdenken muss. Thriller sind da in der Regel ganz gut und ...

Nach zwei eher anstrengenden Romanen wollte ich einfach nur ein unkompliziertes Buch lesen. Etwas wo man weiß woran man ist und nicht zu viel nachdenken muss. Thriller sind da in der Regel ganz gut und „Das Unrecht“ schien auch genau die richtigen Zutaten zu haben. Ein längst vergangener Sommer, fünf Freunde und ein verhängnisvoller Verrat.

Sommer in der DDR 1988: Mischa, Anett, Volker, Peggy und Sandro überlegen, wie es nach dem Abschluss weitergehen soll. Während für Anett nur ein Studium in Frage kommt, ist es für die Jungs nicht so einfach. Der Staat fordert zum Wehrdienst auf. Die Alternative? Verweigerung, Knast…oder vielleicht sogar
Flucht?

30 Jahre später ist Anett mit Volker verheiratet. Eine Narbe erinnert sie noch immer an die Ereignisse von damals. Um endlich abschließen zu können, reist sie in die alte Heimat und deckt mehr auf als ihr lieb ist,

Gleich am Anfang war ich direkt enttäuscht, dass die Geschichte in Deutschland spielt. Irgendwie hatte ich beim Namen der Autorin und dem Cover an England gedacht, mein liebster Schauplatz bei Romanen. Ganz schön pingelig, ich weiß. Aber deutsche Romane packen mich meist einfach nicht so.

Natürlich habe ich tapfer weitergelesen und die Geschichte ist auch wirklich nicht schlecht. Sie liest sich locker flockig, genauso wie ich es mir gewünscht habe. Nur ist sie so furchtbar vorhersehbar. Ich konnte mir gleich denken, wer hier wen verraten hat. Den Bösewicht fand ich arg überzeichnet und das Ende ist einfach nur fies. Wobei man das gleichzeitig auch etwas loben muss. So ein Ende ist mutig, weil man die Leser damit durchaus wütend machen kann. Was ich war!

Das klingt jetzt alles negativer als ich es meine. Ich hatte einfach etwas anderes erwartet und wie gesagt, deutsche Romane sind, bis auf wenige Ausnahmen, einfach nicht so meins.

Gut fand ich noch, dass man etwas über die Gefangenschaft von Republikflüchtlingen und deren Motive lernt. Ich lebe in der ehemaligen DDR und meine Eltern hatten nie das Bedürfnis zu flüchten. Ich befasse mich ehrlich gesagt nicht viel mit dem Thema, aber so habe ich wenigstens einen kleinen Einblick in die Beweggründe bekommen.

Es ist ein solider Thriller und ich gebe ihm 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Schwesternliebe ohne Grenzen

Die Mädchen ohne Namen
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Beim Festa Verlag findet man immer wieder richtige Juwelen und bei diesem Roman wusste ich gleich, dass sich dahinter eine ernsthaftere Geschichte verbirgt. Keine Spur von Geistern oder Fantasy. Manchmal ...

Beim Festa Verlag findet man immer wieder richtige Juwelen und bei diesem Roman wusste ich gleich, dass sich dahinter eine ernsthaftere Geschichte verbirgt. Keine Spur von Geistern oder Fantasy. Manchmal sind es reale Hintergründe, die für den wahren Horror sorgen.

New York, 1913: Die Schwestern Luella und Effie sind unzertrennlich. Doch als die beiden Freundschaft mit Zigeunern schließen, ist es vor allem Luella die nicht genug kriegen kann von der Freiheit und dem Lebensstil des umherziehenden Volks. Das gefällt besonders dem Vater nicht, der daraufhin mit dem House of Mercy droht, ein Heim für junge Frauen auf Abwegen.
Eines Morgens ist Luella verschwunden und da ihre Eltern nur ausweichend auf ihre Fragen antworten, ist für Effie klar, dass ihr Vater seine Drohung wahr gemacht hat. Unter falschen Namen lässt sie sich in das House of Mercy einweisen, um ihre Schwester wiederzufinden. Aber Luella ist nicht dort und ein Entkommen aus den streng geführten Heim scheinbar unmöglich.

Wer den Film „Die unbarmherzigen Schwestern“ kennt, der kann sich ungefähr vorstellen, worum es hier geht. Junge Frauen, die meist gar nichts schlimmes verbrochen hatten, wurden auf unbestimmte Zeit in die von Nonnen geführten Wäschereien gesteckt, erniedrigt, gefoltert und nicht wenige starben sogar und landeten in namenlosen Gräbern. All das gelang erst Jahre später an die Öffentlichkeit.

Im Roman erleben wir durch Effie die Schikanen der Nonnen, die alles tapfer erträgt und nach der Erkenntnis, dass ihre Schwester nicht dort ist, nicht aufgibt, wieder einen Weg nach Hause zu finden. Dabei verbündet sie sich u.a. mit Mabel, aus deren Sicht wir ebenfalls lesen und die auch eine sehr bewegende Geschichte zu bieten hat. Die dritte Perspektive bildet Jeanne, die Mutter der Schwestern.

Trotz der erschütternden Thematik, habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Es war endlich mal wieder ein richtiges Lesevergnügen, keine Sekunde langweilig und ich habe mich immer auf das weiterlesen gefreut. Ich fand es unheimlich inspirierend, wie stark die Mädchen angesichts all ihrer Rück- und Schicksalsschläge waren und nie aufgegeben haben. Wie viel man als Mensch ertragen kann und muss.

Und es war seit langem ein Buch, wo ich am Ende richtig weinen musste. Es ist schön und schlimm zugleich und ich hoffe, dass ich damit nicht zu viel verrate.

Ein ganz toller Roman, der auch zum recherchieren einlädt.

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Veröffentlicht am 25.10.2024

Ein Leben lang um die ganze Welt

Die unendliche Reise der Aubry Tourvel
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Sommerzeit – Urlaubszeit. Für mich Reisemuffel nur wenig ereignisreiche Monate. Ich reise lieber in Büchern und was eignet sich da besser als ein Roman über eine Frau, die niemals damit aufhören darf und ...

Sommerzeit – Urlaubszeit. Für mich Reisemuffel nur wenig ereignisreiche Monate. Ich reise lieber in Büchern und was eignet sich da besser als ein Roman über eine Frau, die niemals damit aufhören darf und so die ganze Welt sieht.

Als Aubry Tourvel gerade einmal 9 Jahre alt ist, wird sie von einer rätselhaften Krankheit befallen. Bleibt sie länger als 3 Tage an einem Ort, beginnt sie zu verbluten. Die einzige Heilung scheint das fortwährende weiterreisen zu sein. Getrieben von ihrer Krankheit, begegnet Aubry faszinierenden Orten und Menschen, Schönheit und Grauen. Stets in der Hoffnung, eines Tages wieder heimkehren zu dürfen.

Da reist Aubry nun schon durch die ganze Welt und dann sind wir nicht einmal in England, meinem einzigen Reiseziel! Zumindest wird der Stopp dort nicht beschrieben.
Meistens begleiten wir Aubry durch wilde Natur, Wüsten und Dschungel, wo nicht selten beschrieben wird, wie sie allerlei Getier erlegt. Auch wenn es nötig ist, macht sie das nicht gerade sympathisch,besonders wenn sie ein aufgespießtes Pika erst einmal am Speer zappeln lässt.

Aber auch sonst fand ich Aubry als Protagonistin eher blass. Obwohl wir sie durch Höhen und Tiefen begleiten, konnte ich keine Gefühle für sie aufbringen. Für mich war sie einfach nur die Erzählerin, die uns durch die Geschichte führt, mehr nicht. Vielleicht lag es daran, dass sie selbst selten Gefühle gezeigt hat und etwas zu tapfer war.

Als Leser erhofft man sich auch irgendwann eine Erklärung für Aubrys Krankheit, aber die bleibt sehr vage. Es gibt einen mysteriösen Brunnen und urplötzlich auftauchende, endlose Bibliotheken.
Letztlich wurde mir all das nicht gut genug aufgeklärt, auch wenn sich bei der Sache mit dem Brunnen der Kreis gerade so schließt.

Das ist ganz schön viel Kritik und ehrlich gesagt, hat mir das Buch jetzt auch nicht sehr gut gefallen. Es ist trotzdem kein schlechter Roman.
Ich glaube es steckt mehr hinter der Geschichte, als ich erkannt habe und vielleicht muss man sie auch mehr aus einer philosophischen Perspektive betrachten.
Sicher können andere Leser mit dem Roman mehr anfangen als ich.

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