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Veröffentlicht am 17.03.2025

Machtkämpfe in der Familie

Das Erbe der Karolinger
8

Selten gibt es Romane, die sich mit der Herrscherfamilie der Karolinger befassen, umso mehr habe ich mich gefreut, als ich dieses Buch in der Vorschau entdeckt habe. Nachdem ich lange darauf gewartet hatte, ...

Selten gibt es Romane, die sich mit der Herrscherfamilie der Karolinger befassen, umso mehr habe ich mich gefreut, als ich dieses Buch in der Vorschau entdeckt habe. Nachdem ich lange darauf gewartet hatte, wurde ich nicht enttäuscht. Die Geschichte ist spannend erzählt, hervorragend recherchiert und voller interessanter Einblicke in eine Epoche, über die ich bisher nur wenig wusste. Es war faszinierend, in eine Zeit einzutauchen, die oft nur am Rande historischer Romane behandelt wird.

Der Roman entführt die Leser in die Zeit von Kaiser Ludwig und seinen Söhnen, die sich mit den Herausforderungen der Herrschaft über das Reich auseinandersetzen müssen. Nach und nach entfalten sich die Konflikte um die Machtverteilung, und die politischen sowie familiären Schwierigkeiten werden eindrucksvoll geschildert. Intrigen, Bündnisse und Verrat spielen eine große Rolle, was die Handlung besonders fesselnd macht. Die Charaktere sind authentisch dargestellt, ihre Motive nachvollziehbar, und ihr Schicksal bewegt den Leser.

Besonders angenehm ist der Schreibstil: Er ist leicht verständlich, aber dennoch atmosphärisch und lebendig. Dadurch fällt es leicht, sich in die Zeit einzufühlen und die Geschehnisse mitzuerleben. Man wird förmlich in die Geschichte hineingezogen und kann das Buch kaum aus der Hand legen. Trotz der beachtlichen Länge von 800 Seiten wirkt der Roman nie langatmig oder überladen. Stattdessen liest er sich flüssig, und man merkt kaum, wie die Seiten verfliegen. Auch die Gestaltung des Buches überzeugt auf ganzer Linie. Das Cover ist nicht nur optisch ansprechend, sondern passt auch hervorragend zur Erzählung. Zudem gelingt es dem Autor, die Welt des Mittelalters mit all ihren politischen und gesellschaftlichen Facetten lebendig werden zu lassen. Man bekommt ein Gefühl für die damalige Zeit, die Herrschaftsstrukturen und die Herausforderungen, mit denen die Protagonisten konfrontiert sind.

Das Ende ist passend zur Geschichte gewählt und hinterlässt beim Leser einen bleibenden Eindruck. Dennoch könnte man noch viele weitere Kapitel über diese faszinierende Familie schreiben, da ihr Schicksal weit über die im Buch erzählten Ereignisse hinausgeht. Ich bin gespannt, was der Autor als Nächstes veröffentlicht, und hoffe, dass es vielleicht eine Fortsetzung oder ein weiteres Werk über diese spannende Epoche geben wird.

Für alle, die historische Romane mögen, ist dieses Buch eine klare Leseempfehlung . Wer sich für das Mittelalter und die Geschichte der Karolinger interessiert, wird an diesem Buch große Freude haben.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Ein fesselnder und gut recherchierter Roman über die Französische Revolution.

Die Farben der Revolution. Éléonore und Robespierre
1

Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, da mir die Hauptfigur, Éléonore Duplay, zuvor unbekannt war. Zudem hatte ich schon lange kein Buch mehr über die Französische Revolution gelesen. Umso mehr hat ...

Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, da mir die Hauptfigur, Éléonore Duplay, zuvor unbekannt war. Zudem hatte ich schon lange kein Buch mehr über die Französische Revolution gelesen. Umso mehr hat es mich gefreut, durch diesen Roman sowohl Bekanntes aufzufrischen als auch Neues über diese bewegende und prägende Epoche zu erfahren.

Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft und ausdrucksstark, dabei aber stets verständlich und angenehm zu lesen. Besonders gut gelungen ist die Schilderung der Revolution mit all ihren politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen, insbesondere der dramatischen Terrorzeit – erschreckend eindringlich und intensiv beschrieben. Auch das Zusammentreffen von Robespierre und Élénore wurde sehr überzeugend dargestellt. Interessant fand ich zudem, dass Robespierre hier von einer anderen Seite gezeigt wird, als es oft der Fall ist. Die Charaktere wirken insgesamt sehr authentisch und lebendig, ihre Gedanken und Gefühle sind nachvollziehbar und lassen die historische Zeit greifbar werden. Ebenso spannend war die Beschreibung der Malerei jener Zeit, über die ich einiges Neues erfahren konnte. Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Die Autorin versteht es, Geschichte mit persönlichen Schicksalen zu verknüpfen und eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Das Buchcover empfinde ich als sehr passend – es fügt sich gut in das Genre der Romanbiografie ein. Auch die sorgfältige Recherche der Autorin ist deutlich spürbar. Die Fülle an Informationen, das Glossar und das ausführliche Nachwort runden das Werk hervorragend ab.

Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt, und ich werde die Autorin auf jeden Fall weiter verfolgen – gespannt darauf, was sie als Nächstes schreibt.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Familiengeschichten mit geheimnisvollen Verstrickungen

Portrait meiner Mutter mit Geistern
0

Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, da ich gerne Geschichten über Familiengeheimnisse lese. Doch am Ende lässt es mich zwiegespalten zurück.

Die Geschichte dreht sich um Raisa, die seit jeher allein ...

Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, da ich gerne Geschichten über Familiengeheimnisse lese. Doch am Ende lässt es mich zwiegespalten zurück.

Die Geschichte dreht sich um Raisa, die seit jeher allein mit ihrer Mutter Martha lebt. An ihren Vater hat sie keine Erinnerung – ihr Name ist das Einzige, was sie von ihm bekommen hat. „Besser so“, sagt Martha. Doch Raisa beginnt, Fragen zu stellen, und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Das Besondere an diesem Roman ist die Erzählweise: Die Geschichte der Mütter und Töchter entfaltet sich über mehrere Generationen und springt zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her. Dies hat mir gut gefallen, da es die Handlung abwechslungsreich und spannend machte. Gleichzeitig ist der Schreibstil sehr speziell, und es gab einige Passagen, die ich nicht ganz verstanden habe. Vielleicht lag es an genau diesen Abschnitten oder an der Erzählweise insgesamt, aber ich musste mich gelegentlich zwingen, weiterzulesen.

Insgesamt war es interessant, die einzelnen Lebensgeschichten der Frauen zu verfolgen und der Wahrheit Stück für Stück näherzukommen. Dennoch konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen. Wer sich für Familiengeschichten mit Zeitsprüngen und geheimnisvollen Verstrickungen interessiert, könnte hier dennoch auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Eine starke Frau geht ihren Weg- packend erzählt

Die Wächterin von Köln
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Ich habe mich gefreut, endlich mal wieder ein Buch von Petra Schier zu lesen, da ich schon lange keines mehr von ihr in der Hand hatte. In diesem Roman begleiten wir Elsbeth, eine junge Frau, auf ihrem ...

Ich habe mich gefreut, endlich mal wieder ein Buch von Petra Schier zu lesen, da ich schon lange keines mehr von ihr in der Hand hatte. In diesem Roman begleiten wir Elsbeth, eine junge Frau, auf ihrem Weg zu einer unabhängigen Persönlichkeit. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: einerseits in den Jahren 1396/97 und andererseits viele Jahre später, im Jahr 1423. Dabei erfahren wir, wie aus der naiven, jungen Frau eine mächtige Bordellbesitzerin wird.
Der Schreibstil ist leicht und verständlich, und das Buchcover passt gut zur Geschichte.

Besonders schön fand ich, dass Elsbeth mir bereits aus der Adelina -Reihe bekannt war. Auch viele andere vertraute Gesichter tauchen hier wieder auf, was für mich wie ein kleines Nach-Hause-Kommen war. Der Alltag im Bordell und das Leben im mittelalterlichen Köln werden dabei sehr bildhaft und anschaulich beschrieben, sodass man beim Lesen richtig in diese Zeit eintauchen kann. Der Krimi-Anteil im Buch sorgt dafür, dass die Spannung durchgehend erhalten bleibt. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es endet, und weil mich die Geschichte um die „Wächterin von Köln“ sehr neugierig gemacht hat. Vieles, was im Buch vorkommt – insbesondere die Mordfälle –, hat mit der Lombarden-Reihe zu tun. Das hat mein Interesse geweckt, und ich möchte diese Bücher nun auch unbedingt lesen. Ich glaube, es wäre hilfreich gewesen, die Lombarden-Reihe vorher zu lesen, doch dieser Roman ist dennoch völlig unabhängig lesbar.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten. Dabei habe ich viel über das Leben des „unteren Volkes“ im mittelalterlichen Köln gelernt: darüber, wie sie lebten und um ihr Überleben kämpften.

Eine Leseempfehlung für alle, die gerne historische Romane mit Krimi-Anteilen lesen. Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Petra Schier.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Eine Frau kämpft um ihr Volk - spannend und abenteuerlich

Die Tochter der Drachenkrone
1

Ich habe mich sehr gefreut, ein neues Buch von Sabrina Qunaj zu lesen. Das Buchcover ist wunderschön gestaltet und sticht zwischen den vielen Neuerscheinungen sofort ins Auge. Wieder geht es nach Wales, ...

Ich habe mich sehr gefreut, ein neues Buch von Sabrina Qunaj zu lesen. Das Buchcover ist wunderschön gestaltet und sticht zwischen den vielen Neuerscheinungen sofort ins Auge. Wieder geht es nach Wales, wo wir die junge Fürstentochter Gwenllian begleiten, die für ihre Familie, ihr Volk und ihre Rechte kämpft.
Der Schreibstil ist wie gewohnt leicht und gut verständlich. Am Anfang dauert es jedoch ein wenig, bis man die politischen und familiären Verhältnisse durchschaut. Das Personenverzeichnis sowie das Kartenverzeichnis am Anfang des Buches sind dabei sehr hilfreich. Es gibt einige Wendungen und Überraschungen, die die Geschichte spannend machen. Oft scheint es, als gäbe es keinen Ausweg mehr, doch dann nimmt die Handlung erneut eine überraschende Wendung.
Besonders gefällt mir, dass die Personen im Buch nicht einfach in ein Schema von Gut und Böse eingeordnet werden – Schwarz-Weiß-Denken bleibt aus. Der Kampf der Waliser gegen die Engländer bestimmt Gwenllians Leben und das ihrer Familie durchgehend.
Man bekommt viel von den Kämpfen mit, die in jener Zeit geführt werden, und erlebt, wie Gwenllian im Laufe der Geschichte zu einer reifen, erfahrenen Frau heranwächst. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und vielschichtig beschrieben, sodass man mit ihnen mitfiebert. Außerdem erhält man einen guten Einblick in die walisische Geschichte und taucht in die Zeit vom Ende des 12. bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts ein.
Am Ende des Buches, im Nachwort, wird vieles noch einmal erklärt. Die Autorin erwähnt, dass sie einiges kürzen musste, da die politischen Verhältnisse und Bündnisse noch komplexer und umfangreicher sind, als sie im Buch dargestellt werden konnten.
Das Buch kann ich allen empfehlen, die gerne historische Romane lesen und sich für die walisischen Kämpfe des 12. und 13. Jahrhunderts interessieren.

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