Platzhalter für Profilbild

pajo47

Lesejury Star
offline

pajo47 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit pajo47 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2025

Aus dem Leben

Der ewige Tanz
0

Wie ein Bericht aus dem Leben gegriffen ist dieses Buch. Bekannt war mir das berühmte Bild von Otto Dix, der Anita Berger in einem roten Kleid malte. Um Anita Berger geht es im Buch. Wir haben einen Roman, ...

Wie ein Bericht aus dem Leben gegriffen ist dieses Buch. Bekannt war mir das berühmte Bild von Otto Dix, der Anita Berger in einem roten Kleid malte. Um Anita Berger geht es im Buch. Wir haben einen Roman, der auf Tatsachen beruht. Steffen Schroeder bringt uns das Leben von Anita Berger nahe. Berger hatte eine klassische Tanzausbildung. In den 20er Jahren fühlt sie sich doch mehr zu einem modernen Ausdruckstanz hingezogen. Dazu entwirft sie selbst einige Chorografien, die von den Zeitgenossen als obszön klassifiziert werden. Berger geht ganz im Tanz auf.

Schroeder beschreibt auf zwei Zeitebenen. Einmal geht es um die 20er Jahre als Berger ein Star war, wo es aber auch oft schwierig war, Engagements zu bekommen und damit genügend Geld, um über die Runden zu kommen und genügend Geld für die Finanzierung des Drogenkonsums. In der zweiten Ebene erleben wir Berger schwerkrank in einem Pflegeheim, wo sie mit ihren Erinnerungen lebt. Zum Beispiel mit der Erinnerung an das Zusammentreffen mit Otto Dix, bei dem das legendäre Bild von Berger im roten Kleid entstand. Jetzt kann ich diesem Bild sehr viel mehr Hintergrund zuordnen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2025

Etwas durcheinander

Die Kurve
0

Es ist schwierig, einen Hinweis auf die Story zu geben, da sich viele Erzählstränge umeinander winden. In dem ersten Erzählstrang geht es um einen Altmafioso und seine Tochter, die unter Umständen die ...

Es ist schwierig, einen Hinweis auf die Story zu geben, da sich viele Erzählstränge umeinander winden. In dem ersten Erzählstrang geht es um einen Altmafioso und seine Tochter, die unter Umständen die Nachfolge ihres Vaters antreten will oder soll. Ein Blutbad im Haus des Altmafiosos ist sozusagen die Einleitung. Dabei bekommt der alte Herr nicht mal etwas davon mit, was in seinem Haus passiert.

Eine wichtige Person ist Carl. An ihn kann man sich in allen Lebenslagen (außer für eine Telefonseelsorge) wenden und beliebige Lösungen von Problemen buchen. Seine wichtigsten Mitarbeiter sind Ridley und Betty. Ridley soll den Mafioso und seine Tochter beschützen und Betty sich um die Aufklärung des Mordes an einer Amerikanerin kümmern.

Die Kapitel sind jeweils mit dem Namen eines Akteurs überschrieben. Man könnte also annehmen, dass es sich im Kapitel nur um die Sichtweise dieser Person gehen würde. Aber nein. Immer wieder werden andere Erzählstränge und Rückblicke oft sehr unvermittelt eingeschoben. Das trägt nicht dazu bei, den ganzen Roman zu durchschauen. Immer wieder fragt man sich, wer ist das nun wieder? Ist der schon mal aufgetaucht? Dabei sind diese Einschübe immer nur kurz und hektisch und verursachen nur Durcheinander.

Ich habe schon bei vielen Büchern gesagt, dass sie zu lang waren und dadurch langweilig und anstrengend waren. Bei diesem Buch von Dirk Schmidt muss ich mal umgekehrt sagen: Dieses Buch wäre sicher besser geworden, wenn es an vielen Stellen etwas ausführlicher und eingehender geschrieben worden wäre. So bleibt es eben meist nur an der Oberfläche ohne Tiefgang.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2025

Langatmig

Überleben ist alles
0

An und für sich handelt es sich um einen guten und sehr aktuellen Plot. Im Mittelpunkt stehen zwei Kinder, die 15 jährige Hailey, ihr kleiner Bruder Ben und ihre geschiedenen Eltern. Der Vater entführt ...

An und für sich handelt es sich um einen guten und sehr aktuellen Plot. Im Mittelpunkt stehen zwei Kinder, die 15 jährige Hailey, ihr kleiner Bruder Ben und ihre geschiedenen Eltern. Der Vater entführt seine Kinder, weil er herausgefunden hat, dass sich eine neue Pandemie entwickelt, deren Folgen katastrophal sein werden. Er bringt seine Kinder in ein Safe House, wo sich bereits ein paar Personen aufhalten, mit denen zusammen sie in den Bergen Schottlands die Pandemie überleben wollen. Dazu ist das Safe House von einer Mauer und einem Stacheldrahtzaun umgeben. In einem Bunker sind Lebensmittel gelagert und in einem Folienzelt wird Gemüse angebaut.

Es ergeben sich Probleme, als auch die Mutter von ihrem geschiedenen Mann ins Safe House geholt wird. Vor allem Hailey hat eine undankbare Rolle, da sie zwischen den Eltern steht und nicht weiß für wen sie sich entscheiden soll. Denn die Mutter behauptet, dass ihr Mann die Pandemie nur erfunden hat und in Wirklichkeit alles in der Außenwelt alles normal sei.

Es entwickeln sich einige spannende und grausame Situationen. Der Roman behandelt also ein sehr aktuelles Thema und er könnte wirklich spannend sein, wenn er nicht so furchtbar langatmig wäre. Hailey, aus deren Sicht wir die Situation geschildert bekommen, berichtet seitenweise von ihrem Seelenzustand. Das ist sicher wichtig aber oft überzogen unrealistisch und wiederholt sich immer wieder. Außerdem lesen wir immer wieder über Listen, die die Verhaltensweisen in diversen Situationen vorgeben. Das ist sicher auch wichtig aber auf die Dauer ermüdend.

Dem Roman hätte eine Kürzung um etliche Seiten gut getan. Mich hat er nur deshalb bis zum Ende bei der Stange gehalten, weil ich wissen wollte, wer nun Recht hatte. Der Vater mit seiner Pandemie oder die Mutter, die die Pandemie leugnete.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.03.2025

Etwas enttäuscht

Skin City
0

In verschiedenen Milieus und Gegenden in Berlin kennt Johannes Groschupf sich aus. Da lernen wir Wohngegenden kennen, wo nur Roma wohnen, und solche Gegenden, wo vor allem teure Villen zu finden sind. ...

In verschiedenen Milieus und Gegenden in Berlin kennt Johannes Groschupf sich aus. Da lernen wir Wohngegenden kennen, wo nur Roma wohnen, und solche Gegenden, wo vor allem teure Villen zu finden sind. Wir werden bekannt gemacht mit besonderen Partys, auf denen exquisite Getränke und Speisen gereicht, Smalltalk gemacht und Geschäftsbeziehungen angebahnt werden. Wir lernen kennen, wie es in Haftanstalten zugeht, und lesen vom Gegenteil, wie es bei der Polizei zugeht.

Drei Protagonisten sind es vor allem, die uns besonders vorgestellt werden. Da ist Romina Winter eine Roma, die Polizistin geworden ist. Dann ist da Koba aus Tiflis, der mit einer Einbrecherbande quasi berufsmäßig reihenweise in schicke Villen einbricht. Der dritte ist Jaques Lippold, der vor kurzem aus der Justizvollzugsanstalt Tegel entlassen wurde und jetzt versucht, sich als Kunstexperte zu etablieren, und mit den Reichen Kontakt aufzunehmen, die sich als Kunstliebhaber ansehen.

Die einzelnen Szenen werden jeweils aus der Sicht einer der handelnden Personen beschrieben. Dabei haben die Kapitel keine Überschriften. Groschupf macht das ganz raffiniert, denn der Name dessen, um den es geht, kommt jeweils ganz am Anfang im Text vor.

Die Sprache ist leicht zu lesen. Was mir jedoch fehlte, ist etwas die Spannung. Ein Thriller ist das nicht sondern einfach ein Kriminalroman. Außerdem wird der Roman an vielen Stellen etwas unwirklich. Vor allem Romina ist meines Erachtens sehr unrealistisch dargestellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.03.2025

Aktuell

Echokammer
0

Es soll der Auftakt einer neuen Romanreihe sein. Und daher werden die beiden Hauptpersonen Benjamin und Tong neu eingeführt. Die Wochen vor Wahlen in Norwegen. Ein Unfall, bei dem ein Rucksack entdeckt ...

Es soll der Auftakt einer neuen Romanreihe sein. Und daher werden die beiden Hauptpersonen Benjamin und Tong neu eingeführt. Die Wochen vor Wahlen in Norwegen. Ein Unfall, bei dem ein Rucksack entdeckt wird, dessen Inhalt einen Hinweis auf das äußerst giftige Rizin gibt, das offensichtlich von Terroristen hergestellt wurde. Dann ein Unternehmen, das als Berater für eine Partei engagiert wird. Da werden dann fragwürdige Methoden der Beeinflussung von Wählern angewandt. Eine Situation, wie man sie schon öfter gelesen und gehört hat, Wahlbeeinflussung von außen durch die sozialen Medien. Ein Blick hinter die Kulissen des politischen Geschäfts und die Arbeit der Antiterroreinheit.

Das neue Team Liselott Benjamin und Martin Tong bekommt einiges zu tun und gerät in brenzlige Situationen. Ingar Jonsrud versteht sein Metier. Der Roman ist spannend geschrieben und man möchte eigentlich immer weiter lesen, um die Auflösung zu erfahren.

Im Epilog dann ein Cliffhanger. Aber das ist hier erlaubt als Hinweis auf den nächsten Band

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere