Cover-Bild Ich überlebte. Ein Mädchen auf Schindlers Liste
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Jumbo
  • Genre: Kinder & Jugend / Biografien
  • Ersterscheinung: 16.03.2022
  • ISBN: 9783833744624
  • Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Rena Finder, Joshua M. Greene

Ich überlebte. Ein Mädchen auf Schindlers Liste

Julia Nachtmann (Sprecher)

Kurz nachdem die Nationalsozialisten Polen überfallen haben, werden die elfjährige Rena und ihre Familie gezwungen, in das jüdische Ghetto von Krakau zu ziehen. Hunger und harte Arbeit bestimmen den Alltag, und Rena muss immer wieder mitansehen, wie Freunde und Familie deportiert werden. Durch eine glückliche Fügung kommen ihre Mutter und sie in der Fabrik von Oskar Schindler unter. Ihre Namen landen auf der Liste, die später als „Schindlers Liste“ weltweit bekannt werden wird, und sie überleben. Dieses Hörbuch ist Renas Zeitzeugenbericht, eindrücklich und bestürzend und doch auch voller Hoffnung auf bessere Zeiten, begleitet von Liedern aus dem Widerstand von Esther Bejarano.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2022

Absolut empfehlenswert!

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Krakau war in den 1930er Jahren eine blühende Metropole mit einer lebendigen jüdischen Gemeinschaft von 60.000 Mitgliedern. Dennoch bekommt die kleine Rena bereits bei ihrer Einschulung in einer staatlichen ...

Krakau war in den 1930er Jahren eine blühende Metropole mit einer lebendigen jüdischen Gemeinschaft von 60.000 Mitgliedern. Dennoch bekommt die kleine Rena bereits bei ihrer Einschulung in einer staatlichen Schule zu spüren, dass einige Menschen aus irrationalen Gründen Juden ablehnen oder gar hassen. Mit der Machtübernahme Hitlers haben sie keine Scheu mehr, dies auch offen zu zeigen. Jüdischen Kindern wird schon recht bald der Schulbesuch verboten. Heimlich werden sie im Verborgenen von Privatlehrern unterrichtet, solange ihre Eltern noch arbeiten dürfen und die Lehrkräfte bezahlen können. Doch schon bald wird es nicht nur schwierig als Juden zu arbeiten, sie müssen ihre Häuser verlassen, ins Ghetto umsiedeln. Dort leben Familien auf engstem Raum in einem Zimmer unter unwürdigen Verhältnissen, doch das ist nichts, im Vergleich zu dem was sie nach der Schließung der Ghettos erwartet: Das Konzentrationslager Auschwitz! Rena und ihre Mutter haben das Glück es dort auf die Liste des Industriellen Oscar Schindler zu schaffen. Er und seine Frau Emilie versuchen es ihren 1.200 jüdischen Zwangsarbeitern zu ermöglichen diesen Wahnsinn zu überleben.

Es gibt Ereignisse, die sind so grauenvoll und schrecklich, dass sie sich nie wiederholen dürfen. Zeitzeugen erzählen von dem erlebten Grauen, doch inzwischen ist der Holocaust so lange her, dass nur noch wenige Zeitzeugen leben. Eine der letzten ist Rena Finder, die noch ein kleines Mädchen in Krakau war, als Hitler in Deutschland die Macht übernahm und 15 Jahre alt, als sie durch das Ende des 2. Weltkrieges gewiss sein konnte, überlebt zu haben. Dank des persönlichen Einsatzes des Ehepaares Oscar und Emilie Schindler gehört sie zu den wenigen, die nicht rechtzeitig emigrieren konnten und dennoch überlebten. Anfang der 50er Jahre verließen auch sie, ihr Mann und ihre Freundin Europa und fingen in den USA ganz neu an. Durch eine engagierte Lehrerin begann sie Schulklassen zu erzählen, was sie erlebt hat. Es geht nicht um jedes grausige Detail, sondern darum, dass jeder Mensch ein Recht auf eine respektvolle, menschliche Behandlung hat. Jeder einzelne kann sich dafür einsetzen, auch heute noch. Gemeinsam ist es leichter und es hilft nicht nur gegen den Holocaust, sondern auch gegen Mobbing u.ä. Ihre Botschaft ist also nach wie vor hoch akutell. Es ist ein Dokument der Menschlichkeit und der Hoffnung und weniger des Schreckens. Ein Dokument das hoffentlich die letzten Holocaust-Überlebenden überdauern wird.

Damit die Zuhörenden sich ein besseres Bild von Rena machen können, die sie ja anders als die Schülerinnen und Schüler in den USA, nicht persönlich treffen, stellt sie Parallelen zu Anne Frank her. Diese war ungefähr so alt wie sie, lebte aber vor ihrer Deportation nach Auschwitz in den Niederlanden und sie hätten sich im Lager in Ausschwitz begegnet sein können. Beider Väter wurden verraten, was ihren Tod bedeutete. Doch Rena überlebte, dank eines Industriellen-Ehepaares, das sein gesamtes Vermögen, dass sie auch durch Zwangsarbeit erwirtschafteten, aufbrauchte, um Menschen zu helfen, die ihnen ursprünglich völlig fremd waren. Sie sind dadurch selbst in Not geraten und erfuhren dann wiederum Hilfe von der internationen jüdischen Gemeinschaft, die nicht vergaß, dass die Schindlers ihrem einstigen Leben den Rücken zukehrten, um ihnen zu helfen. Einfach so, weil sie spürten, wie dringend diese Zeiten Menschlichkeit brauchten.

Wir haben dieses Hörbuch als Familie auf der Fahrt in den Urlaub gehört. Die Jüngste ist 13 Jahre alt, ab 12 Jahren ist es zu empfehlen. Durch das Vorwort von Mirjam Zadoff, der Direktorin des NS-Dokumentationszentrums in München wird diese Lebensgeschichte verortet. Es hat uns sehr gut gefallen, dass es nicht um Schockeffekte, sondern ein persönliches Schicksal ging, wobei uns das von Jenny, Renas kleiner Cousine besonders nahe ging. Anders als bei Anne Frank geht es wirklich um den Überlebenskampf. Es kommen keine erotischen Sehnsüchte vor, was es wirklich familientauglich macht. Welcher Teenager möchte schon mit seinen Eltern zusammen Anne Franks romantisch-erotischen Träumen lauschen? Es ist kein Zeitdokument wie das Tagebuch der Anne Frank, sondern ein Zeitzeugenbericht. Wobei Rena Kinder sich bei ihrer Niederschrift der Hilfe des erfahrenen Autors und Journalisten Joshua M. Greene bediente, der das gleiche Anliegen hat wie sie: das Andenken an den Holocaust lebendig zu halten. Da ihre Kindheit nun schon eine Weile zurück liegt betont sie immer wieder, dass sich Erinnerungen im Laufe der Jahre verändern und es sich um eine subjektive Schilderung handelt. Es ist ihre persönliche Wahrheit.

Julia Nachtmann leiht Rena Finder nachdrücklich und eindrucksvoll ihre Stimme. Ohne Pathos aber mit viel Gefühl erzählt sie von der Rettung der Schindler Juden und erinnert immer wieder daran, dass auch Emilie, die Ehefrau von Oscar Schindler ihren ganz großen, bedeutenden Beitrag zu ihrem Überleben beitrug, durch Menschlichkeit und medizinische Versorgung. Abgerundet wird dieses eindrückliche Tondokument durch zwei jiddische Lieder, gesungen von Esther Bejarano (Jahrgang 1924), die das KZ-Ausschwitz-Birkenau überlebte, aber 2021 in Hamburg verstarb. Wir waren erstaunt, wie leicht es uns fiel, die jiddischen Texte zu verstehen. Die Texte sind im Original und auf Deutsch auf der Homepage des Verlags zu finden.

Dieses Hörbuch hat uns vier sehr nachhaltig beeindruckt und bewegt. Nun wollen wir „Schindlers Liste“ sehen. Absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 04.08.2022

🍰 ✎ Rena Finder & Joshua M. Green - Ich überlebte

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Meine Lektüre zum Thema 'Holocaust' ist mittlerweile umfangreich - und sie wird noch weiter ansteigen, denn dieses Kapitel der Geschichte darf NIEMALS vergessen werden, damit es sich (hoffentlich) NIEMALS ...

Meine Lektüre zum Thema 'Holocaust' ist mittlerweile umfangreich - und sie wird noch weiter ansteigen, denn dieses Kapitel der Geschichte darf NIEMALS vergessen werden, damit es sich (hoffentlich) NIEMALS wiederholt!

Die meisten Zeitzeugenberichte, dich ich gehört und gelesen habe, sind für Erwachsene. Auch hier hatte ich Anfangs nicht gesehen, dass es für Jugendliche ab ca. 12 Jahren geschrieben wurde. Doch es passt einfach perfekt.

Rena Finder erzählt von ihrem Leben. Sie erzählt aus der Sicht eines Kindes, welches sie zu dieser Zeit war. Sie schildert unverblümt die Geschehnisse, die vor ihren Augen stattfanden. Sie beschreibt, welche Grausamkeiten an Menschen verübt worden sind. Und doch schafft sie es, ihre Geschichte so zu verpacken, dass bereits junge Menschen wirklich verstehen, was damals geschah und wie viel Glück Rena Finder hatte.

Vor Jahren, nachdem ich ihn das erste Mal abgebrochen hatte, weil mir die Szenen teilweise zu heftig waren zu dieser Zeit, sah ich den Film "Schindlers Liste". Ich wusste also, worum es hier gehen würde. Und doch hat mich das Hörbuch tief berührt.

Julia Nachtmann verleiht Rena Finder eine Stimme, die besser nicht hätte passen können. Sie macht die Erzählung lebendig. Sie gibt Gefühlen und Emotionen Raum. Durch ihre Stimme habe ich mich in die Zeit zurückversetzt gefühlt.

Am Ende gibt es noch 2 jiddische Lieder, die von Esther Bejarano (✝︎ 2021) gesungen wurden. Sie war ebenfalls eine Holocaust-Überlebende und setzte sich genauso gegen Rechtsextremismus und Faschismus ein.

Wir dürfen nicht vergessen: Bald gibt es keine Überlebenden der Nazi-Zeit mehr. Bald werden "nur" noch Geschichten über Hitler und seine Verbrechen erscheinen können. Daher: Gebt den wenigen, die es noch können, eure Stimme. Hört sie euch an. Tragt ihre Geschichten weiter. Schreibt sie auf. Denn wie Rena Finder immer wieder betont: Wir dürfen Hass und Antisemitismus keine Chance geben!

"Ihr müsst nicht jeden lieben, aber jeder verdient es, anständig behandelt zu werden."

Von mir gibt es eine absolute Hörempfehlung und den Sonderstatus 'Sahnestückchen'. Ich werde das Buch auch für unsere Schulbibliothek besorgen, damit es ganz viele Menschen erreicht.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.03.2022

Ein wichtiger Zeitzeugenbericht

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Renas Geschichte zeigt in aller Deutlichkeit, wie grausam die Nazis waren und beweist gleichzeitig, dass es trotz allem noch gute Menschen gab. Mehr teile ich dir im Text mit.

Meine Meinung zur Geschichte:
Das ...

Renas Geschichte zeigt in aller Deutlichkeit, wie grausam die Nazis waren und beweist gleichzeitig, dass es trotz allem noch gute Menschen gab. Mehr teile ich dir im Text mit.

Meine Meinung zur Geschichte:
Das was im zweiten Weltkrieg während dem Holocaust mit den Juden geschah, darf niemals wieder geschehen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Menschen wie Rena ihre Geschichte erzählen. Es bedarf dabei unglaublich viel Mut und Stärke, über die grausamen und menschenverachtenden Dinge zu sprechen. Ich dankee Rena Finder, dass sie uns daran teilhaben lässt.

Renas Leben in Polen schien glücklich und schön, bis die Nazis an die Macht kamen und einmarschierten. Es begann mit Kleinigkeiten im Alltag bis es zu offensichtlichen Erniedrigungen und widersinnigen Gesetzen kam. Fast alle Menschen reagierten mit Hass auf die Juden, mit denen sie zuvor friedlich Seite an Seite gelebt hatten. Die Erlebnisse von Rena werden klar und emotional erzählt. Ich konnte den Schmerz und das Unverständnis des Mädchens wahrnehmen. Auch die Angst wurde größer und der Kampf ums Überleben wurde immer heftiger. Man weiß, wie schlimm das Leben in den KZs war. Hier wird uns dies nochmal schonungslos vor Augen geführt. Genauso erzählt Rena davon, wie „Nicht-Juden“ das Unrecht ignorierten oder sogar unterstützen. „Normale“ Bürger taten so, als wäre nichts.

Hoffnung brachte Oscar Schindler. Zum ersten Mal erfuhr ich detailliert, wie jemand auf seine Liste kam und was er tat, um so viele Menschen wie möglich zu retten. Er und seine Frau sind Helden, die sich aufopferungsvoll um alle gekümmert haben. Selbst als es ausweglos schien und Rena den Tod vor Augen sah, konnte Schindler eingreifen. Gegen Ende des Hörbuches erfuhr ich wie es Rena nach der Befreiung ergangen war und was aus Oscar und seiner Frau wurde.

Meine Meinung zur Sprecherin:
Julia Nachtmann las Renas Lebensgeschichte sehr eindrücklich und führte mich viele Jahrzehnte zurück in eine andere Zeit. Zwischendurch hatte ich wegen ihrer emotionale Erzählweise Gänsehaut. Genauso war es bei den Liedern. Ich konnte das meiste des Gesungenen verstehen. Ich weiß jedoch nicht, wer sie gesunden hat.

Mein Fazit:
Rena Finders Zeitzeugenbericht erzählt von dem schrecklichen Überlebenskampf während dem Holocaust. Eindrücklich und schonungslos beschrieb sie, wie Hitler das Leben der Juden zur Hölle machte und wie die Bevölkerung diesem Treiben zusah oder selbst mithalf oder es ignorierte. Freunde wurden zu Tätern und der falsche Hass schlug um sich. Niemals wieder darf es geschehen, dass so viele unschuldige Menschen getötet werden. Die Geschichte von Rena erinnert uns daran, dass wir unbedingt gegen Rassismus, Unterdrückung und Hass ankämpfen müssen.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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