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Veröffentlicht am 02.04.2025

Eine wirklich schöne Dilogie

Mondia-Dilogie 2: Twisted Treason
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Zwar scheint die Weltenbibliothek Mondia gerettet, doch Grund zur Freude gibt es für Remy und ihre Freunde nicht. Sim wurde von den Novas entführt, noch immer herrscht ein Ungleichgewicht, das die Welt ...

Zwar scheint die Weltenbibliothek Mondia gerettet, doch Grund zur Freude gibt es für Remy und ihre Freunde nicht. Sim wurde von den Novas entführt, noch immer herrscht ein Ungleichgewicht, das die Welt bedroht, und Remys Herkunft weist nach wie vor einige Rätsel auf. Verrat und Lügen scheinen sich zu häufen, und bald weiß Remy nicht mehr, was sie glauben soll – und wie sie Sim und die Mondia retten kann ...

Twisted Treason ist ein wirklich gelungener zweiter Band und ein tolles Finale. Das Buch ist, wie sein Vorgänger, sehr kurzweilig, weil immer was los ist, ohne dass es zu hektisch oder überladen wird. Es geht einfach in gutem Tempo Schlag auf Schlag. Ich hab mich durchweg gut unterhalten gefühlt.

Die meisten Überraschungen/Twists hab ich kommen sehen, was aber nichts daran ändert, dass sie gut gemacht und für den Plot sinnvoll waren. Hier und da hätte ich mir bei ein paar Punkten ein wenig mehr Ausarbeitung gewünscht – zum Beispiel bei Remys und Sims besonderen Fähigkeiten – aber grundsätzlich ist alles schlüssig zu einem Ende geführt worden. Man hat zum Ende hin deutlich gemerkt, dass der Spannungsbogen nach oben ging. Anders als in Band 1 sind wir hier kaum herumgereist, was ich etwas schade fand, ich mochte die Eindrücke verschiedener europäischer Städte. Aber richtig gefehlt hat es nicht, da in Paris (teilweise aber auch in London) durchaus einiges los war.

Remy und Sim mochte ich sehr gerne, sie waren tolle Hauptcharaktere die ich wirklich gern begleitet habe. Sie entwickeln sich weiter und werden herausgefordert, ihre Überzeugungen und ihr Wissen zu überdenken. Natürlich fällt ihnen das nicht sofort leicht und es gibt dadurch einiges Drama, das aber immer nachvollziehbar ist. Auch die anderen Charaktere wie Ludwig, Zella, Charles oder Ninette haben die Geschichte gut ergänzt, mal mehr mal weniger sympathisch, aber immer interessant.

Das Ende war gelungen und wie erhofft, mit einer sehr bittersüßen Note, die etwas besonderes reingebracht hat, und somit bin ich sehr zufrieden. Es war eine wirklich schöne Dilogie, die mir sehr viel Spaß bereitet hat, schön geschrieben ist, und ich wirklich gerne weiterempfehle. 4-4,5 Sterne!

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Unterhaltsame Lektüre

Ich weiß es doch auch nicht
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Jeden Tag stellen wir uns zahlreichen Fragen, müssen Entscheidungen treffen. Da fällt es nicht immer leicht, Antworten auf alles zu finden. Mareice Kaiser hat sie auch nicht, aber sie denkt gemeinsam mit ...

Jeden Tag stellen wir uns zahlreichen Fragen, müssen Entscheidungen treffen. Da fällt es nicht immer leicht, Antworten auf alles zu finden. Mareice Kaiser hat sie auch nicht, aber sie denkt gemeinsam mit uns über existenzielle, humorvolle, wichtige Fragen nach. Sie gibt Ratschläge, erzählt von ihren Erfahrungen und ist gemeinsam mit uns unsicher.

»Ich weiß es doch auch nicht« hält, was es verspricht. Es ist kein Ratgeber mit tiefgründigen Antworten, wie man sein Leben ausrichten soll. Es ist ehrlich und unverblümt und macht Spaß. Die Autorin hat Fragen gesammelt, die sie selbst oft gestellt bekommt, und hat sie hier in Kategorien wie "Fragen über mich", "Beziehungsfragen" oder "Große Fragen" sortiert. Sie beantwortet diese auf völlig unterschiedliche Weise und in ganz unterschiedlichen Längen. Mal bezieht sie sich auf eigene Erlebnisse, die sie schildert und einordnet, Mal kommt aus dem Impuls heraus ein Gedanke. Mal sind es 4 Seiten und mal 4 Zeilen. Nicht zu jeder, aber zu den meisten Fragen/Antworten gibt es Illustrationen von Slinga, die ich sehr ansprechend finde und die wirklich gut zum Thema passen. Manchmal beantwortet Slinga dadurch die Frage sogar selbst, oder kommentiert die Antwort der Autorin.

Das Buch ist kurzweilig und unterhaltsam, und ich hab es sehr gerne gelesen. Ich mochte die Einblicke in die Gedanken der Autorin, und ich habe mich in dem ein oder anderen gut widergespiegelt gefühlt oder den Moment genutzt, selbst nochmal über die Frage (oder ihre Antwort) nachzudenken. Allerdings hatte ich mir erhofft, dass das Buch einen bleibenderen Eindruck bei mir hinterlässt. Mir war klar, dass es eher witzige Unterhaltung als tiefe Selbstreflektion gibt, aber die meisten der Fragen und Antworten sind nicht lange im Kopf geblieben und ich habe vieles nur kurze Zeit später wieder vergessen. Hier und da ist allerdings auch was hängen geblieben, was besonders resoniert hat.

Es ist auf jeden Fall eine gute Lektüre für alle, die sich mit ein paar existenziellen Fragen auseinandersetzen möchten, ohne richtig tief an sich arbeiten zu müssen oder ewig vor sich hinzugrübeln. Vielleicht gut was zum Reinschnuppern in so eine Art Sachbuch!

Von mir gibt es gute 4 Sterne und eine Empfehlung!

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Solider Abschluss

Everlasting Fate – Ein Reich aus Feuer und Wind
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Nach Jahren der Reisen kehrt Ilya in seine Heimat Shams zurück, gemeinsam mit Leianna, die noch immer mit ihrer Magie zu kämpfen hat. Sie ist Gefahr und Chance zugleich für Shams, das gebeutelt von Dürren, ...

Nach Jahren der Reisen kehrt Ilya in seine Heimat Shams zurück, gemeinsam mit Leianna, die noch immer mit ihrer Magie zu kämpfen hat. Sie ist Gefahr und Chance zugleich für Shams, das gebeutelt von Dürren, Krankheiten und Feinden ist. Dort angekommen ist die Lage mehr als kritisch, und dazu kommt die akute Bedrohung durch einen mächtigen Dämon und dessen Schattenreiter. Ilya und Leianna müssen sowohl für das Land – als auch für ihre Liebe kämpfen.

Everlasting Fate sticht durch einen wahnsinnig schönen, atmosphärischen Schreibstil hervor. Die Autorin kann wirklich gut mit Worten umgehen, beschreibt stimmungsvoll, fängt Siedlungen, Natur, Gerüche und Geräusche extrem gut ein. Dadurch hat mir auch einfach das Setting so gut gefallen, fast noch mehr als in Band 1, obwohl es hier limitierter ist. Während die Charaktere im Vorgänger noch viel umhergereist sind, spielt hier alles in der Wüste. Und trotzdem wirkt es so lebendig und abwechslungsreich.

Auch mochte ich, dass wir hier Ilyas Familie besser kennenlernen und neue Charaktere eine größere Rolle einnehmen. Dass Ilya und Leianna sich beide deutlich weiterentwickelt haben und nicht mehr die sind, die sie am Anfang von Band 1 waren. Ebenso fand ich total interessant, wie das Leben und die Probleme in Shams einem nähergebracht wurden. Die Konflikte innerhalb des Dorfes und die mit anderen Clans. Wie der Handel läuft, worauf sie achten müssen. Gemeinsam mit Leianna tauchen wir tief in die Welt ein, die ich sehr faszinierend fand.

Allerdings hatte ich gehofft, dass mich in Band 2 die Liebesgeschichte, die mich zuvor noch nicht so richtig abholen konnte, mehr erreicht. Ich habs aber ehrlich gesagt auch hier nicht so richtig gefühlt. Ilya war zwar offener und direkter gegenüber Leianna, aber der Funke kam nicht, und Leianna war mir teilweise immer noch zu passiv und zu viel charaktisiert durch "leidet und hat Schmerzen". Ich hätte mir noch mehr zwischen den beiden gewünscht. Was nicht heißt, dass ich sie nicht an sich sympathisch fand!

Außerdem hab ich lange Zeit irgendwie nicht verstanden, wo das Buch eigentlich hin will. Also was der Handlungsstrang/der rote Faden dieses Buches sein soll. Abgesehen davon, dass sie nach Shams kommen und gucken, was da los ist. Irgendwie hat mich der Spannungsbogen nicht so packen können. Auch wirkte der Band irgendwie sehr losgelöst von Band 1. Ein paar Personen tauchten auf, die ich nicht mehr ganz zuordnen konnte, ab und zu wurde eine Erinnerung von zuvor erwähnt. Und wie Ilya und Leianna zueinander stehen, basiert auf gemeinsam Erfahrungen. Aber sonst steht das Buch irgendwie für sich allein. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschehnisse aus dem Vorgänger hier keine große Relevanz mehr hatten und man das Buch fast auch getrennt davon lesen konnte.
Trotzdem mochte ich die Reise in diese Welt wirklich gerne und hab die Eindrücke genossen.

Everlasting Fate 2 hat mich inhaltlich nicht ganz so überzeugen können wie erhofft, aber es war durch das wundervolle atmosphärische Setting und den angenehmen Schreibstil trotzdem sehr schön zu lesen! 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Supersüße Geschichte

Today I’ll Talk to Him (1)
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Layla und ihr High School Schwarm sind bei Sims ein glückliches Liebespaar, im realen Leben haben sie noch nie miteinander geredet. Als sie unerwartet an der gleichen Uni landen, beschließt Laylas Online-Community ...

Layla und ihr High School Schwarm sind bei Sims ein glückliches Liebespaar, im realen Leben haben sie noch nie miteinander geredet. Als sie unerwartet an der gleichen Uni landen, beschließt Laylas Online-Community auf Twitch, mit der sie ihr Sims-Leben teilt, dass es Zeit wird, das zu ändern: Mit der »Today I'll talk to him«-Challenge. Doch irgendwie rückt bei Laylas Aufgaben immer häufiger Henry in den Fokus – gutaussehend, mürrisch und Ashers Rivale.

Was war das für eine süße Jugendlektüre! Ich habs sehr genossen, genau was ich mal wieder gebraucht habe. Der Schreibstil ist super angenehm, es ist sehr humorvoll, ich musste oft schmunzeln. Die Geschichte macht Spaß, ist interessant und die Charaktere sind wirklich toll.

Layla ist eine sympathische Protagonistin, die mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen hat, aber im Laufe des Buches offener und mutiger wird. Besonders mochte ich auch ihre Freundschaft mit ihrer Mitbewohnerin India, z.B. ihr Krisen-Liegen. Asher wirkt erstmal unerreichbar, im Laufe des Buches merkt man aber, dass er auch nur ein Mensch und echt in Ordnung ist. Und gerade seine Aktion gegen Ende fand ich super. Henry ist erst sehr verschlossen und griesgrämig, was Laylas mutige Seite hervorkitzelt. Diese Dynamik mochte ich total gerne. Sie beide kommen in Gegenwart des anderen mehr aus sich heraus. Die tiefen Gefühle kamen mir ein wenig zu schnell, aber manchmal dauert sowas ja auch einfach nicht lang.

Die Handlung blieb insgesamt unterhaltsam und "leicht", hatte aber auch ihre ernsten, dramatischen Momente. Als es beispielsweise um Henrys Vergangenheit ging oder Laylas Challenge, die aus dem Ruder läuft. Auch bei India wurde schon ein bisschen angeteasert. Das war genau die richtige Portion an Ernsthaftigkeit und fügte sich gut in die Geschichte ein. Aber insgesamt ist es einfach ein Buch für richtig schöne, wohlige Lesestunden zum Genießen. Ich fands klasse!

4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Grandioses Setting, sperriger Schreibstil

The Legend of Lady Byeoksa
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Lady Bin Seomoon hadert mit ihrem Schicksal. Als Seelenjägerin hat sie ständig das Gefühl, zwischen dem Diesseits und dem Jenseits zu schweben. Mit dem Austreiben von Geistern hofft sie jedoch, bald ein ...

Lady Bin Seomoon hadert mit ihrem Schicksal. Als Seelenjägerin hat sie ständig das Gefühl, zwischen dem Diesseits und dem Jenseits zu schweben. Mit dem Austreiben von Geistern hofft sie jedoch, bald ein normales Leben führen zu können. Doch ihr zielstrebiger Plan gerät ins Wanken, als sie eines Tages bei ihrer Arbeit auf Eunho trifft, einen loyalen Diener des Königs. Eunho, der ihr Verlobter ist. Und der sich nicht mehr an Bin erinnern kann ...

Ich hab mich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut, denn ein koreanisches Setting, Mythologie und eine starke Protagonistin sind eine grandiose Kombi. Und alle drei Punkte haben mir auch gut gefallen. Ich fand das Setting sehr atmoshpärisch und schön, ich hatte die meiste Zeit gut vor Augen, wie die Umgebung wirkt und mich gut in diese koreanisch-fantastische Welt versetzt gefühlt. Auch fand ich die Idee mit der Seelenjägerin, mit dem dünnen Übergang zwischen den Welten super spannend. Dass es Menschen gibt, die Geister sehen können, von denen andere nichts mitbekommen. Die böse Geister austreiben können. Und auch die Ergänzung mit den Unterwelten mochte ich.

Es gab mehrere Ebenen in der Handlung (Bins Schicksal, ihre Verbindung zum Eunho, die Geister, der König und der Premierminister, die Herrscher der Unterwelten) und alles davon fand ich richtig spannend und hat sich am Ende miteinander zu einer zusammenhängenden Story verbunden. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass durch die Menge an Aspekten manches etwas untergegangen ist, was ich mir mehr ausgearbeitet gewünscht hätte. Gerade auch was die Verlobung angeht, denn ich hatte nach dem Klappentext erwartet, dass sie eine richtige liebevolle Beziehung hinter sich haben. Aber deren gemeinsame Vergangenheit war ganz anders, als ich erwartet hätte, und nicht so stark.

Bin mochte ich sehr gern, ihre Stärke, ihre Selbstlosigkeit, ihre Zweifel. Nur richtig nah hab ich mich ihr nie gefühlt, was glaube ich zum großen Teil einfach durch den Schreibsil kam. Denn mit dem hatte ich ziemliche Probleme. Ich weiß nicht, ob das an der Übersetzung lag. Ob man der Geschichte im Original besser folgen kann. Oder ob das einfach die Erzählweise der Autorin ist. Aber ich fand es ziemlich sperrig, was den Zugang zu der eigentlich tollen Geschichte erschwert hat. Ich hab oft nicht durchgefunden, in was für einer Szene wir uns gerade befinden. Perspektiven springen mitten im Absatz hin und her. Dialoge sind teils schwer zu verfolgen, weil nicht klar ist, wer gerade spricht, oder sich herausstellt, dass eigentlich ein Selbstgespräch geführt wurde. Dadurch habe ich oft keinen richtigen Zugang zu den Charakteren gefunden.

Das wurde im Laufe des Buches besser, ich hatte mich wohl dran gewöhnt. Und am Ende konnte ich sogar etwas mitfiebern und mitfühlen. Aber ich hatte mir insgesamt erhofft, dass mich das Buch deutlich mehr (emotional) packen kann. Stattdessen war es teilweise etwas mühsam. Vielleicht bin ich etwas ungewöhnlichere, künstlerische Schreibstile auch nicht mehr gewohnt?

Ich gebe eine eingeschränkte Empfehlung und 3,5 Sterne für das Buch!

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