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Veröffentlicht am 17.02.2025

Eine bewegende und nachdenklich stimmende Geschichte ĂĽber eine Freundschaft in den Nullerjahren

Wenn wir lächeln
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Jara und Anto sind sechszehn Jahre alt. Sie stehen auf einer Brücke, die über die Ruhr führt. Anto schleudert einen Baseballschläger ins Wasser, dann springt sie hinterher. Jara bleibt zurück und ist unschlüssig, ...

Jara und Anto sind sechszehn Jahre alt. Sie stehen auf einer Brücke, die über die Ruhr führt. Anto schleudert einen Baseballschläger ins Wasser, dann springt sie hinterher. Jara bleibt zurück und ist unschlüssig, was sie tun soll. Ausgehend von dieser Szene erzählt Mascha Unterlehberg in ihrem ersten Roman von der engen Freundschaft der beiden Teenager in den Nullerjahren.

Kennengelernt haben sich Jara und Anto beim Fußballspielen mit den Jungen. Wenig später sind sie unzertrennlich, doch ihre Lebenswelten sind unterschiedlich. Antos Mutter ist wohlhabend und selten zu Hause, während Jara in bescheideneren Verhältnissen aufwächst. Doch Geld spielt nie eine Rolle in ihrer Beziehung. Was sie haben möchten und nicht bezahlen wollen oder können, stehlen sie einfach. Sie tauschen Kleidung, rauchen, kiffen, trinken Alkohol und übernachten gemeinsam. Zusammen ziehen sie durch die Stadt und machen sie unsicher, manchmal im wahrsten Sinne des Wortes.

Jara erzählt die Geschichte aus ihrer Perspektive, wodurch ihre Gefühle greifbarer werden. Sie hat zahlreiche Fantasien, in denen sich ihre Ängste widerspiegeln. In bestimmten Situationen malen ihre Gedanken sich das Schlimmstmögliche aus. Das geschieht im Alltag, aber wenn männliche Personen in der Nähe sind, dann steigert sich ihr Imaginieren ins Beängstigende, basierend auf verstörenden Erfahrungen. Sie ist voller Wut, die Anto mit ihr teilt. Das, was sie gemeinsam beim Ausgehen erleben, schweißt die Freundinnen zusammen. Ihr Zusammenhalt und die gegenseitige Rückendeckung geben ihnen Sicherheit. Doch unterschwellig sind Neid und Geheimnisse vorhanden.

Was nur bloße Vorstellung ist und was Realität, bleibt beim Lesen an manchen Stellen ungewiss. Durch Mascha Unterlehbergs ungewöhnlichen Schreibstil wird dies unterstrichen. Sie verzichtet auf Anführungszeichen und beginnt ein Wort mit einem Großbuchstaben nach einem Umbruch, auch wenn die vorherige Zeile mit einem Komma der wörtlichen Rede endete. Doppelten Umbrüche markieren entweder die Fortsetzung der Szene oder eine gedankliche Rückkehr zu einem prägenden Punkt in ihrer Freundschaft wie beispielsweise zu jener beängstigenden Situation auf der Brücke.

„Wenn wir lächeln“ von Mascha Unterlehberg ist ein eindringlich geschriebener Roman in einem eigenwilligen Stil über eine Jugendfreundschaft in den Nullerjahren. Sie ist ein Rückhalt gegen Übergrifflichkeiten und unterstützt eine Suche danach, wie weit die eigenen Grenzen überschritten werden können. Eine Geschichte, die bewegt und nachdenklich stimmt.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Authentisches Bild von Köln nach dem letzten schweren Bombenangriff 1945

Nacht der Ruinen
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Der Prolog im Kriminalroman „Nacht der Ruinen“ von Cay Rademacher führte mich als Leserin in den Juli des Jahres 1938. Die beiden 17-jährigen jüdischen Freunde Joseph und Jakub treffen sich auf der Domterasse ...

Der Prolog im Kriminalroman „Nacht der Ruinen“ von Cay Rademacher führte mich als Leserin in den Juli des Jahres 1938. Die beiden 17-jährigen jüdischen Freunde Joseph und Jakub treffen sich auf der Domterasse in Köln mit der gleichaltrigen Waise Hilde, die von beiden umschwärmt wird. Unvermeidlich bringt sie ihren jüngeren Bruder Paul mit. Die Anfeindungen gegen die jüdische Bevölkerung sind für die zwei Freunde bereits deutlich spürbar.

Am 2. März 1945 erlebt Köln einen letzten schweren Bombenangriff, der die Stadt großflächig in Trümmer legt. Die Geschichte beginnt mit einer ausführlichen Schilderung des Flugs einer in England gestarteten B-17. Dem amerikanischen Piloten Rohrer gelingt nach einem Treffer der Maschine durch die deutsche Flakabwehr der Ausstieg. Mit dem Fallschirm landet er mitten in einer Kölner Kirche und wird dort durch einen Kopfschuss getötet. Einige Stunden später erhält Joseph, der inzwischen als US-Soldat unter dem Namen Joe dient, den Auftrag, den Mordfall aufzuklären. Gleichzeitig hofft er darauf, seine Jugendfreunde Jakub und Hilda wiederzufinden. Doch das strikte Fraternisierungsverbots der US-Armee zwingt ihn, private Kontakte zu Zivilisten zu vermeiden.

Cay Rademacher gelingt es eindrucksvoll, die bedrückende Atmosphäre der Tage zwischen dem 2. Und 19. März 1945 einzufangen. Köln ist eine Trümmerlandschaft, viele sind obdachlos. Während hochrangige NS-Parteimitglieder längst auf die linke Rheinseite geflohen sind, von der aus die rechte immer noch verteidigt wird. Dank einer umfangreichen Recherche beschreibt der Autor Joes Wege durch die Stadt und die noch erhaltenen Gebäude mit großer Detailtreue, so dass das Geschehen gut vorstellbar ist.

Die Aufklärung des Mordes an dem Piloten Rohrer ist kleinteilig und bleibt durch einige geschickte Wendungen bis zum Ende spannend. Der Autor zeigt die Unsicherheit vieler Kölnerinnen und Kölner als Besiegte, die nicht wissen, wie sie sich gegenüber den Besatzern verhalten sollen. Dennoch gibt es genügend Bürgerinnen und Bürger, die einfach weitermachen und sich selbstbewusst behaupten. Das Taktieren derjenigen, die die Fäden ziehen, machen Joe seine Arbeit nicht leichter. Durch seine frühere Freundschaft mit Jakub fließt auch ein Teil der Geschichte der Kölner Juden in den Roman ein.

Neben fiktiven Figuren sind in den wenigen Tagen, in denen die Geschichte spielt, einige bekannte Persönlichkeiten in der Stadt am Rhein unterwegs, was historisch verbürgt ist. Im Nachwort erklärt der Autor, welche Teile des Romans auf wahren Begebenheiten beruhen und welche er fiktionalisiert hat. Zudem verweist er auf weiterführende Literatur für diejenigen, die sich intensiver mit den geschilderten Ereignissen auseinandersetzen möchten.

In seinem Kriminalroman „Nacht der Ruinen“ lässt Cay Rademacher eine in der Belletristik kaum beschriebene Episode der Historie lebendig werden. Er zeigt ein realistisches Bild der zerstörten Stadt und des Interagierens der US-Besatzer mit der Zivilbevölkerung. Die Ermittlungen rund um den Mord an einem alliierten Soldaten erweisen sich für den Protagonisten Joe als schwierig, doch sie führen ihn gleichzeitig auf die Spur seiner Jugendfreunde. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für diese bewegende Geschichte.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Bewegende Geschichte ĂĽber Freundschaft und Erwachsenwerden

Klapper
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In seinem Debütroman „Klapper“ nimmt Kurt Prödel den Lesenden mit in das Jahr 2011, als seine Titelfigur die neue Klassenkameradin Vivi-Marie kennenlernt, die sich „Bär“ nennen lässt. Jahre später, im ...

In seinem Debütroman „Klapper“ nimmt Kurt Prödel den Lesenden mit in das Jahr 2011, als seine Titelfigur die neue Klassenkameradin Vivi-Marie kennenlernt, die sich „Bär“ nennen lässt. Jahre später, im Frühjahr 2025, sitzt Klapper, der mit bürgerlichem Namen Thomas heißt, vor seinem Rechner. Er möchte den Wert seiner virtuellen Waffen eines Computerspiels überprüfen, das er früher häufig gespielt hat. Dabei fällt ihm das Profilbild einer Mitspielerin auf. Es gehört zum Account von Bär unter dem der Vermerk steht, dass die Gamerin seit mehr als dreizehn Jahren offline ist. Für mich als Leserin stellte sich die Frage, welcher Umstand dazu geführt hat.

Klapper ist ein Außenseiter in seiner Klasse. Er ist ein Nerd, der die gesamten Schulferien in seinem Zimmer vor dem PC verbringt. Seinen Spitznamen verdankt er den deutlich hörbaren Klickgeräuschen seiner Gelenke, was ihn häufig zum Ziel von Spottversen macht. Das ändert sich, als Bär sich im Unterricht neben ihn setzt und sich bei einer Auseinandersetzung mit einem Mitschüler auf seine Seite schlägt.

Mit seinen Eltern wohnt Thomas in einem Neubaugebiet am Rande einer Kleinstadt im Westen Deutschlands. Vivi-Marie hingegen lebt in einer wohlhabenderen Gegend. In ihrem Zimmer unter dem Dach widmet sie sich genauso leidenschaftlich wie Thomas dem Gaming. Sie ist groß und kräftig. Im Vergleich zu Klapper ist sie kommunikationsfreudiger und integriert sich rasch in die Klassengemeinschaft. Sie bemüht sich, ihn aus seiner Zurückgezogenheit herauszuholen.

Die Erzählung wechselt zwischen zwei Zeitebenen, wobei die Gegenwart in nur wenigen Szenen beleuchtet wird. Sowohl Klapper als auch Bär sind gut konstruierte, interessante Hauptfiguren. Bei Vivi-Marie fehlte mir aber manchmal eine genauere Erklärung für ihre Ansichten, wodurch ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte.

Die Beschreibung des Geschehens erscheint aus dem Leben gegriffen. Fast jeder Lesende, der zu Beginn der 2010er Jahre aufgewachsen ist, kennt vermutlich jemanden wie Klapper. Ich konnte mich gut in ihn und sein Umfeld einfĂĽhlen. Am Ende der Geschichte ĂĽberrascht der Roman mit einer unerwarteten Wendung.

In seinem Roman „Klapper“ erzählt Kurt Prödel von einer Freundschaft zweier Computerfreaks, die dabei sind, sich selbst zu finden. Vor allem der Schluss sorgt dafür, dass die Geschichte nachhallt. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Halbe Leben die tragischerweise kein ganzes mehr ergeben

Halbe Leben
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Zwei Frauen befinden sich auf einer Wanderung. An einer steilen Böschung stürzt eine von ihnen ab und verstirbt im Krankenwagen. So beginnt der Roman „Halbe Leben“ von Susanne Gregor. Der Anfang lässt ...

Zwei Frauen befinden sich auf einer Wanderung. An einer steilen Böschung stürzt eine von ihnen ab und verstirbt im Krankenwagen. So beginnt der Roman „Halbe Leben“ von Susanne Gregor. Der Anfang lässt eine hintergründige Spannung aufkommen. Als Leserin fragte ich mich, ob ein Motiv für ein Verbrechen vorliegt, ob es ein Unfall war oder die Tote den Schritt in den Abgrund bewusst gesetzt hat.

Eine der beiden Frauen auf der Wanderung ist die in Österreich im Kremstal lebende Klara. Sie ist von Beruf Architektin, verheiratet und hat eine elfjährige Tochter. Ihre Mutter Irene bewohnt nach einem Schlaganfall eine Einliegerwohnung im ersten Stock ihres Hauses. Weil Klara mit der Betreuung überfordert ist, beschließt sie sich an eine Agentur zu wenden, die ihr die Pflegerin Paulina und den Pfleger Radek vermittelt. Im ständigen Wechsel von vierzehn Tagen kümmern die beiden sich fortan um Irene.

Paulina war ebenfalls bei dem Wanderausflug dabei. Sie ist gelernte Krankenschwester, geschieden und lebt mit ihren zwei Söhnen in Slowenien. Mit ihrer Arbeit im Nachbarland kann sie mehr verdienen als auf einer Krankenstation in der Heimat. Ihre Schwiegermutter kümmert sich um die Jungen, während sie ihrem Beruf nachgeht. Im Laufe der Zeit merkt sie, dass ihre „halben Leben“ gemeinsam kein ganzes mehr ergeben.

Die Pflege von Irene durch Paulina erscheint zunächst als eine gute Lösung für beide Frauen. Die Slowenin ist bei Klaras Familie beliebter als Radek, weil sie in größerem Maße auf Irenes Wünsche eingeht. Nachdem Klara durch die Unterstützung deutlich entlastet wird, kann sie sich beruflich wieder mehr engagieren. Gelegentlich bitten sie und ihr Mann die Pflegerin um eine zusätzliche Gefälligkeit und entgelten sie dafür gut.

Paulina kommt der Bitte ihrer Arbeitgeberin um eine weitere Hilfeleistung scheinbar willig entgegen. Es kostet sie aber wertvolle Zeit, die sie nicht mit ihren Kindern verbringen kann. Um ihr Problem zu kommunizieren, fehlen ihr die Worte. Klara hingegen besitzt nicht genügend Einfühlungsvermögen, sich in die Gefühlswelt der Pflegekraft einzudenken. Sie erahnt nicht den Bedarf der Söhne Paulinas an Zuwendung durch ihre Mutter, obwohl sie doch selbst eine Tochter hat.

Weder Klaras Mann, der über genügend Freiräume verfügt, noch Paulinas geschiedener Mann bieten der Slowenin Unterstützung dabei, ihrer Tätigkeit als Pflegerin nachzukommen. Sowohl Klara wie auch Paulina können auf ihre je eigene Weise nicht die Anerkennung finden, die sie gerne hätten. Ungesagte Worte und der innere Zwiespalt beider Frauen führen zu einer zunehmend gereizten Stimmung in deren Umfeld. Bis in die Nebenfiguren hinein sind die handelnden Personen gut ausgearbeitet.

Im Roman „Halbe Leben“ thematisiert Susanne Gregor die Care-Arbeit. Sie nimmt sich speziell der Situation von ausländischen Pflegekräften an, die jeweils für einen gewissen Zeitraum beim Betreuungsbedürftigen wohnen. Ihre Geschichte überzeugt durch eine realitätsnahe Darstellung, stimmt nachdenklich und bleibt im Gedächtnis. Sehr gerne vergebe ich für diese bewegende Erzählung eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Spannende Detektivgeschichte bei der Freundschaft im Fokus steht

Baskerville Hall - Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente: Das Zeichen der FĂĽnf
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Im Jugendbuch „Baskerville Halle – Das Zeichen der Fünf“ der US-Amerikanerin Ali Standish kehrt der schottische Protagonist Arthur Doyle nach den Weihnachtsferien zurück in das titelgebende Internat. Auf ...

Im Jugendbuch „Baskerville Halle – Das Zeichen der Fünf“ der US-Amerikanerin Ali Standish kehrt der schottische Protagonist Arthur Doyle nach den Weihnachtsferien zurück in das titelgebende Internat. Auf seiner Hinreise wird er beschattet, denn sein Lehrer und Vorbild Sherlock Holmes sorgt sich um seine Sicherheit. Anlass dazu gibt die Einmischung von Arthur in die Machenschaften des Grünen Ritters über die man im ersten Band der Reihe „Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente“ lesen konnte.

Durch ein belauschtes Gespräch erfährt Arthur, dass der legendäre „Club des Kleeblatts“ wieder aufleben soll, deren Mitglieder ihm nicht wohlgesinnt sind. Aufgrund bestimmter Anzeichen beginnt er, seinem Freund und Zimmergenossen Jimmy zu misstrauen. Die folgende Zeit wird daher schwierig für ihn, denn er überlegt einmal mehr, mit wem er seine scharfsinnigen Beobachtungen teilen kann, die er mit detektivischem Spürsinn anstellt. Im Laufe der Geschichte erkennt er, wie wichtig Freundschaften für ihn sind. Sein eigenes Verhalten hinterfragt er, woraufhin er sich vornimmt, seinen Gefährten mehr Verantwortung zuzutrauen.

Für die Erstklässler, zu denen Arthur gehört, steht der Ideenwettbewerb der Schule an. Innerhalb weniger Wochen soll jede und jeder ein einzigartiges Projekt fertigstellen, das die Chance bietet, frühzeitig in einen der fünf Schulzirkel aufgenommen zu werden. Doch bevor Arthur dazu kommt, einen eigenen Beitrag zu entwickeln, geschieht etwas Unvorstellbares: Sherlock Holmes fällt aufgrund einer Vergiftung ins Koma. Bei der Suche nach dem Täter erweisen er und seine Freunde sich als tatkräftige Ermittler. Jedoch bleibt Sherlock Holmes nicht das einzige Opfer.

Bereits nach wenigen Seiten fühlte ich mich wieder in der Geschichte angekommen. Der Einstieg fiel mir leicht, auch weil mir die Hauptfiguren und die Örtlichkeiten des Internats durch den ersten Teil bekannt waren. Ali Standish versteht es, von Anfang an Spannung aufzubauen. Dadurch, dass Arthur observiert wird, wurde mir als Leserin deutlich, dass die Bedrohung, der Arthur vor den Ferien ausgesetzt war, längst nicht überwunden ist.

Auf dem Protagonisten lastet ein gewisser Druck, denn durch ein herausragendes Projekt und der vorzeitigen Einladung in einen der Schulzirkel könnte er seine Familie stolz machen. Aber zunehmend fühlt er sich einsam, denn seine Freundinnen und Freunde sind mit ihren eigenen Konzepten beschäftigt. Währenddessen versucht er die Identität des Grünen Ritters aufzudecken und hat bald eine Vermutung. Um an wichtige Informationen zu gelangen, handelt er nicht immer nach den Regeln der Schule.

Ali Standish lässt ganz im Stil der klassischen Sherlock-Holmes- Romane von Arthur Doyle, die für ihre Geschichte gestaltete junge Figur des Autors mehrfach durch logisches Denken Schlussfolgerungen ziehen, die entscheidende Hinweise zur Aufklärung von Verbrechen beitragen. Wie im ersten Band der Reihe wird es teilweise magisch und mysteriös. Einige der Figuren beschäftigen sich fasziniert mit dem Thema Unsterblichkeit, von denen eine schließlich in einer faszinierend geschilderten Szene das Leben verliert. Am Ende des Buchs findet sich ein Abriss über die eher unbekannten Seiten des Schriftstellers Arthur Conan Doyle, ergänzt um Fotos aus seinem Leben.

„Das Zeichen der Fünf“ ist der zweite Band der „Baskerville Hall“-Reihe von Ali Standish, der mir noch besser gefallen hat als der erste Teil. Neben einer spannenden Detektivgeschichte steht die Freundschaft des Protagonisten und seiner Gefährten im Vordergrund. Als Leserin war ich beeindruckt von den vorgestellten technischen Errungenschaften, die bereits im Jahr 1869 möglich waren. Sehr gerne vergebe ich eine Leseempfehlung und freue mich auf die Fortsetzung, die im Frühjahr 2026 erscheinen soll. Vom Verlag wird das Buch für ein Lesealter ab 10 Jahren empfohlen.

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