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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2018

Langweilig, überfrachtet, ein Reinfall

Das Geheimnis der Grays
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Zum Inhalt:
Der Patriarch der Familie Gray wird ermordet – von einem seiner Kinder am Weihnachtsabend. Ein Schwiegersohn wird verhaftet, ein anderer vermutet die Identität des wirklichen Mörders zu kennen. ...

Zum Inhalt:
Der Patriarch der Familie Gray wird ermordet – von einem seiner Kinder am Weihnachtsabend. Ein Schwiegersohn wird verhaftet, ein anderer vermutet die Identität des wirklichen Mörders zu kennen. Fortan macht er es sich zur Aufgabe, den Mörder zu entlarven, um einen Unschuldigen zu entlasten.

Mein Eindruck:
Es ist eine Unverschämtheit, diesen Roman mit Agatha Christie in einem Atemzug zu nennen, da alles, was die beiden Damen miteinander verbindet, die britische Herkunft und der Zeitpunkt ihrer schöpferischen Arbeit sind. Weder handelt es sich bei „Das Geheimnis der Grays“ um einen Whodunnit – die einzige Form eines Krimis, die Agatha Christie schrieb - noch vermag Anne Meredith ihren Figuren ein solches Leben einzuhauchen wie die Grand Dame der Kriminalliteratur. Figuren hat sie nämlich viele, zu viele und diese sind samt und sonders wenig sympathisch. Einen genialen Ermittler gibt es nicht, den Zahn zieht Meredith ebenfalls schnell. Ihr Detektiv ist farblos, bekommt zwar eine Vergangenheit, aber weder Gegenwart noch Zukunft. Der Mord wird von einem Familienmitglied aufgeklärt, gegen alle Widerstände und mit widersprüchlichen Gefühlen. Dieses Thema wälzt Meredith weidlich aus. Gefühle. Alle Charaktere dürfen sich in einigen Zeilen ausleben, aber da es eben viele Personen sind, sind es nur wenig Zeilen (außer Mörder und Aufklärer) und diese wenigen Zeilen hätte man sich auch sparen können, da sie zwar die Gemütslage anreißen, in die Tiefe geht es jedoch nicht. Der Roman wurde in den 30er Jahren geschrieben, die Sprache ist – natürlich – dementsprechend altbacken, die Einordnung zum Beispiel auf die Sicht der Juden muss deshalb mit diesem Hintergrund erfolgen und der unterschwellige Rassismus ist aus heutiger Zeit schwer verdaulich, jedoch im Spiegel der Zeit zu sehen.

Mein Fazit:
Zeitverschwendung

Veröffentlicht am 12.08.2018

Nicht witzig

Ed ist tot
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Zum Inhalt:
Nachdem Jen eher zufällig ihren Exfreund Ed getötet hat, ist plötzlich die heimatliche Unterwelt hinter ihr her. Der Verstorbene hat Geld und Drogen bei ihr gelagert, - und das weckt Begehrlichkeiten. ...

Zum Inhalt:
Nachdem Jen eher zufällig ihren Exfreund Ed getötet hat, ist plötzlich die heimatliche Unterwelt hinter ihr her. Der Verstorbene hat Geld und Drogen bei ihr gelagert, - und das weckt Begehrlichkeiten. Doch Jen ergibt sich nicht in ihr Schicksal, sondern kämpft und Leichen pflastern den Weg der Buchhändlerin – Freund und Feind sind nicht mehr sicher.

Mein Eindruck:
Nach einer Leseprobe hatte ich einen vergnüglichen Krimi mit viel Witz und ein paar Leichen erwartet. Bekommen habe ich eine Geschichte, deren Humor-Höhepunkt mit der Widmung an nicht mordende Buchhändler erreicht war. Der durch eine schusselige Protagonistin und ihre Widersacher erreichte Overkill führt zu einem ebensolchen bei einem zu Beginn durchaus geneigten Leser. Der Autor versucht mit seiner Art der Morde an die Güte eines Derek Landy heranzukommen, scheitert bei diesem Versuch jedoch krachend. Denn im Gegensatz zu diesem bewegt er sich eben nicht im Fantasy-Bereich, sondern siedelt seine Story in einem wirklichkeitsnahen Umfeld an. Und genau das funktioniert nicht. Die Vorkommnisse sind leider nicht überspitzt, sondern schlichtweg unglaubwürdig. Beispielsweise hätten so dumm und dusselig agierende Gangster garantiert keine Organisation aufbauen können, die die Polizei das Fürchten lehrt. Die Todesfälle erhalten ihre Absurdität nicht etwa durch komische (im Sinne von lustigen) Szenen, sondern nur dadurch, dass sie durch Zufall, Glück und Unvermögen zu Jens Gunsten ausgehen. Nicht nur bedeutet „absurd“ hier nicht „amüsant“, - liebevoll gezeichnete Figuren fehlen diesem Buch völlig. Immer wenn man meint „jetzt bekommt der Autor noch die Kurve“, stirbt die zu diesem Gedanken gehörende Person oder agiert wider jeden Verstand und unlustig.
So ist diese Posse weder Fisch – Krimi – noch Fleisch – Humor. Für mich ein Reinfall.

Mein Fazit:
Diese Serienmörderin verdient die Höchststrafe

Veröffentlicht am 17.07.2018

Ohne Zauber

Geister auf der Metropolitan Line
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Zum Inhalt:
In den Zügen der Metropolitan Line werden Geister gesichtet. Peter Grant und seine Teamkollegen von der Spezialabteilung der Londoner Polizei für solche Fälle werden alarmiert und gehen dem ...

Zum Inhalt:
In den Zügen der Metropolitan Line werden Geister gesichtet. Peter Grant und seine Teamkollegen von der Spezialabteilung der Londoner Polizei für solche Fälle werden alarmiert und gehen dem Spuk auf den Grund….

Mein Eindruck:
… der allerdings eher als Untiefe betitelt werden kann. Gut, bei so wenigen Seiten kann die Leserschaft kein Epos erwarten, eine schlüssige Story mit einigermaßen gut gezeichneten Charakteren allerdings schon. Vor allen Dingen auch deshalb, weil der Preis für den dürftigen Inhalt als unangemessen hoch bezeichnet werden muss.
Aber zurück zum Buch: Hier fehlt einfach alles. Auch wenn es sich um eine Reihe handelt, darf ein Leser, der mittendrin einsteigt, erwarten, dass er nicht komplett im Unklaren über Zusammenhänge oder auch nur darüber gelassen wird, ob er es mit einem „normalen“ Menschen oder einem wie auch immer gearteten Zauberer zu tun hat. Ähnlich verhält es sich mit dem „Fall“. Ist es anfangs noch so, dass die Geister in einer U-Bahn ihr Unwesen treiben und die Pendler beleidigen, sind sie plötzlich Botschafter einer Straftat und zum Schluss kommt alles noch einmal anders… Wirkt diese Schilderung konfus? Tja, dann gibt sie haargenau den Tenor des Buches wieder. Aneinandergereihte Versatzstücke, die vielleicht im Zettelkasten des Autors ihr Dasein fristeten, bis ihn die Idee packte, daraus eine bunte Collage ohne größeren Sinn und Verstand zu basteln.

Mein Fazit:
Falls man Fan von Peter Grant war, wird es schwierig, nach dem Lesen dieses Büchleins einer zu bleiben

Veröffentlicht am 23.05.2017

Enttäuschend

FREMDER
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Zum Inhalt:
Auf einer Landstraße in Ostfriesland findet ein Ehepaar zufällig einen Sack mit Händen und Füßen. Die Polizisten Jan und Lisa werden mit den Ermittlungen zu den dazugehörigen Leichen beauftragt ...

Zum Inhalt:
Auf einer Landstraße in Ostfriesland findet ein Ehepaar zufällig einen Sack mit Händen und Füßen. Die Polizisten Jan und Lisa werden mit den Ermittlungen zu den dazugehörigen Leichen beauftragt und ihnen Helif - ein Syrer - öffentlichkeitswirksam als Praktikant zur Seite gestellt. Schnell stellen sie fest, dass ein Serienmörder diesen beschaulichen Landstrich unsicher macht, - und dieser muss gestoppt werden.

Mein Eindruck:
"Wie haben wir eigentlich den Tag vertrödelt?" fragt Lisa - und der Leser des Buchs fragt sich das auch. Da sind dutzende von Menschen verschwunden (und ermordet worden), aber nicht etwa Hundertschaften durchkämmen die Gegend, nein, es wird einen Tag lang überlegt, was wohl passiert ist und wie man dem Mörder auf die Spur kommen könnte. Haarsträubende Zufälle häufen sich, damit die Ermittlungsarbeit vorankommt, denn eigentlich sind die Beamten eher mit ihrer komplizierten Psyche beschäftigt. Und wenn man einen Einfall der Autorin so richtig gut findet (Helif entspricht nicht dem Flüchtlingsklischee, sondern ist wegen der beruflichen Laufbahn nach Deutschland gekommen, sehr pfiffig und optimistisch) , bringt sie es kurz danach fertig, einen komplett zu verärgern: Jan verzweifelt nicht etwa an seinem Beruf, weil Leichenberge entsorgt werden, nein, er möchte kein Deutscher mehr sein, weil ein paar rechte Hornochsen aus Wut über Helifs Anwesenheit einen Stein in sein Fenster schleudern, - von einem Beamten, der sich dem Staat verpflichtet hat, erwarte ich etwas mehr Durchhaltevermögen in seiner Liebe zu demselben. Außerdem gibt es einige Vorkommnisse, die in Dörfern so garantiert nicht passieren können (mehr würde Spoiler bedeuten) - dafür sind die Leute einfach zu gut vernetzt. Das Motiv des Mörders bleibt unklar, die Erklärung für sein Verhalten wirkt hilflos nach dem Motto: Na ja, irgendetwas musste man ja jetzt schreiben, schließlich ist der Klappentext schön reißerisch in die Richtung „dreimal dürft ihr raten“ formuliert.

Mein Fazit:
Verschenkt

Veröffentlicht am 03.10.2016

Unsäglich schlecht!

Die Stille vor dem Tod
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Vorab:
Die Rezension behandelt nur die erste Hälfte der Geschichte, da ich einfach nicht mehr hören mochte. Dabei würde ich noch nicht einmal von "kostbarer Lebenszeit" sprechen wollen - Hörbücher höre ...

Vorab:
Die Rezension behandelt nur die erste Hälfte der Geschichte, da ich einfach nicht mehr hören mochte. Dabei würde ich noch nicht einmal von "kostbarer Lebenszeit" sprechen wollen - Hörbücher höre ich gerne auf dem Weg zur Arbeit im Bus oder beim Einkaufen an der Käsetheke - aber selbst da ist mir Stille angenehmer als dieses Gewäsch.

Meine Gründe für diesen Verriss

1. Die Geschichte:

An jeder einzelnen Locke herbeigeschleift. Ja, es handelt sich um Fiktion, aber hier ist es einfach zu viel auf 150 cm Smoky verteilt. Nicht nur ein Killer, sondern eine ganze "himmlische" Heerschar macht sich auf, um sie zu malträtieren - gerne auch ihr Team oder ihre Familie. Und das nicht einmal, weil die Killer sie so verabscheuen, nein, sie soll LERNEN. Gut, selbst eine unglaubwürdige Geschichte könnte man vertragen, wenn es eine gäbe. Aber ab dem zugegeben sehr schwungvollen Eingangsszenario wird fast nur noch geträumt, monologisiert, und psychogrammt - und das in einer so langatmigen Art und Weise, dass ich gerne quergelesen hätte, was ja bei Hörbüchern leider nicht möglich ist. Mehrere Stunden wird rekapituliert "wie fühlten sie sich da und was dachten sie dort". Dazu wird immer und immer wieder auf die Vergangenheit aus anderen Büchern eingegangen. Wenn man nicht genug Futter für ein Buch hat, sollte man es einfach noch ein bisschen liegen lassen (auch wenn die Fangemeinde schreit), statt es mit Vorgängerbänden künstlich aufzublähen.


2. Die Sprecherin

Hat denn niemand bei der Aufnahme aufgepasst? Oder nachher einfach nur zusammengeschustert? Die arme Frau war entweder krank oder ist so geeignet wie Nena für einen Sprecherjob. Dauernd wird geschnauft, dass man eine Familienpackung von Taschentüchern in das Studio tragen möchte - wenn man sich in die Vergangenheit portieren könnte. Möglicherweise ist sie sogar eine gute Sprecherin - die Stimme ist angenehm - aber irgendwann habe ich mich dabei ertappt, auf das Schnaufen zu lauern, um "aha, hab dich doch" zu denken.
... und ich wurde nie enttäuscht...


3. Der Schreibstil

Ich persönlich kann nicht glauben, dass dieses Buch in Gänze von Cody Mcfadyen verfasst wurde. Es ist denkbar, dass er noch für den Anfang vollverantwortlich war (der ist wirklich gut, prägnant, nimmt einen mit und beinhaltet die Spannung, die ich mir versprochen habe), aber danach klingt es für mich wie "aus der Schule von". Der Meister hat eine Vorgabe gemacht und die Schüler haben sich bemüht, diese Vorgabe umzusetzen. Und wenn sie keine Ahnung hatten, was sie tun sollten, jedoch eine Seitenzahl liefern mussten, haben sie bis zum Tode improvisiert...