Ein wichtiges Buch
Was ist der "Matilda Effekt" und warum hat Rosalind Franklin keinen Nobelpreis? Wieso wissen wir so wenig über Frauen im bewaffneten Widerstand und was hat das mit patriachalen Strukturen zu tun? Wieso ...
Was ist der "Matilda Effekt" und warum hat Rosalind Franklin keinen Nobelpreis? Wieso wissen wir so wenig über Frauen im bewaffneten Widerstand und was hat das mit patriachalen Strukturen zu tun? Wieso beging die erste Frau mit Doktortitel in Chemie, Clara Immerwahr aus Protest gegen die Rolle ihres Mannes in der Entwicklung von Giftgas Suizid? Was hat all das mit unserem Leben heute zu tun und vor allem... wieso kennen wir all diese Frauen nicht?
Wieso stehen sie nicht in den Geschichtsbüchern, wieso lernen wir nichts in der Schule über sie und wäre es nicht an der Zeit endlich die Diversität der Welt zu sehen und anzuerkennen?
Würden wir nicht alle von neuen "Role models" profitieren mit denen wir uns identifizieren können anstatt durch "othering" also das gezielte darstellen von andersartigkeiten als Problem immer wieder Ungleichheiten und Unterdrückungsmechanismen zu reproduzieren und zu stärken?
Diesen Fragen und noch vielen anderen mehr widmet sich die Historikern, Journalistin und Moderatorin Leonie Schöler in diesem interessanten und großartig recherchierten Buch. Es war wirklich ungemein informativ allerdings musste ich während dem Lesen immer wieder mal kurze Pausen einlegen.
Dies war aber auf keinen Fall dem sehr flüssigen Schreibstil Schölers geschuldet sondern meiner beim Lesen immer wieder aufkommenden Wut und Frustration angesichts der strukturellen Ungerechtigkeiten die die Autorin in ihrem Buch aufzeigt und auch dem Drang bestimmte Persönlichkeiten die im Buch vorkommen in Suchmaschinen einzugeben um herauszufinden was das Internet so über sie ausspuckt.
Man fragt sich wieso nicht längst alle Geschichtsbücher komplett überarbeitet wurden und bekommt gleichzeitig die Antwort die man befürchtet und mit der man gleichzeitig rechnet... strukturelles totschweigen, mathilda Effekt (die systematische Verdrängung und Leugnung des Beitrags von Frauen in der Wissenschaft, deren Arbeit häufig ihren männlichen Kollegen zugerechnet wird) und tief verwurzelter Sexismus und misogynie die von Karl Marx und Siegmund Freud bis heute immer wieder die Geschichte durchdringt sieht man als Antrieb eines Systems das von Ungleichheit profitiert.
Tolles Buch