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Veröffentlicht am 13.02.2025

Herzlicher, winterlicher Wohlfühlroman mit liebenswerten Figuren

Friesenmeermagie
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Malin lebt in Wuppertal und betreibt mit ihrer besten Freundin Franzi eine Agentur für Grafikdesign.
Bei einer Auktion von verlorenen oder vergessenen Gepäckstücken ersteigert sie einen kleinen Koffer.
Darin ...

Malin lebt in Wuppertal und betreibt mit ihrer besten Freundin Franzi eine Agentur für Grafikdesign.
Bei einer Auktion von verlorenen oder vergessenen Gepäckstücken ersteigert sie einen kleinen Koffer.
Darin findet sie unter anderem einen berührenden Brief, einen Schlüssel und ein Foto. Die Verfasserin des Briefes schenkt ihr das kleine Haus, in dem sie so viele Jahre gelebt hat und glücklich war. Nun hat ihre Tochter sie überredet, aus Altersgründen zu ihr nach Süddeutschland zu ziehen. Das Haus soll an eine Hotelkette verkauft werden, die es vermutlich abreißen lassen wird. Deshalb soll die Finderin / der Finder des Koffers das Haus davor bewahren.
Leider gibt die Verfasserin des Briefes weder ihren Namen noch den genauen Standort des Häuschens an. Doch Malin und Franzi entdecken auf dem Foto einen Hinweis auf St. Peter-Ording. Beide reisen kurzentschlossen dorthin und wollen das Haus finden und herausbekommen, was es mit dieser Geschichte so auf sich hat.

Wieder einmal reisen wir literarisch nach St. Peter-Ording und begeben uns mit Malin und Franzi auf die Suche nach dem kleinen, alten Fischerhäuschen. Tatsächlich gelingt es den beiden, das Häuschen zu finden. Nachdem sie sich umgeschaut haben erfahren sie durch einen Zufall, wer die Besitzerin ist und warum sie das Haus verlassen musste. Ihre Tochter lebt aus beruflichen Gründen im Süden und möchte, dass ihre Mutter zu ihr zieht, damit sie sich um sie kümmern kann.
Doch die alte Dame ist damit offenbar nicht so ganz glücklich.
Malin fasst einen Entschluss und möchte die Kate so renovieren, dass sie seniorengerecht ist und die alte Dame dort weiterhin leben kann. Die Hilfsbereitschaft unter den Einwohnern ist groß, als sie erfahren, was Malin vor hat. Da begegnet man dann auch alten Bekannten aus vorherigen Romanen der Autorin wieder wie z. B. Jana und Pütti aus dem kleinen Laden MeerBlick oder auch Lilo vom Campingplatz.
Und dann gibt es da noch Carl vom Strandkorbverleih, der nicht nur kräftig mithilft sondern sich nebenbei auch noch in Malins Herz schleicht.

Tanja Janz hat hier erneut eine warmherzige und liebevolle Geschichte geschrieben, die perfekt in den Winter passt. Die winterliche Atmosphäre ist schön eingefangen und auch das winterliche Nordseeflair ist gelungen. Gut gefallen hat mir, dass die Liebesgeschichte nicht im Vordergrund steht sondern die alte Dame und ihr Häuschen.
Gebannt habe ich verfolgt, wie Malin nicht nur versucht das Häuschen seniorengerecht zu renovieren sondern auch Hilfsmöglichkeiten für die Bewohnerin zu organisieren, so dass sie unbesorgt in ihre Heimat zurückkehren kann. Dazu muss sie aber auch erst mal gefunden und überzeugt werden, ebenso wie die Tochter.
Dabei kam schon eine gewisse Spannung auf und mich hat die große Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt begeistert. So kam auch etwas Tiefgang in die Geschichte, auch wenn sich manches dann ein bisschen zu einfach lösen ließ.

Insgesamt ist „Friesenmeermagie“ ein sehr herzlicher, winterlicher Wohlfühlroman mit liebenswerten Figuren und einer berührenden Geschichte, den ich gerne gelesen habe!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 11.02.2025

Schöner Wohlfühlroman im Advent in Nordfriesland

Der Winter zaubert Träume am Meer
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Dies ist der vierte Teil der Reihe „Zauberhaftes Lütteby“ um die fiktive Kleinstadt Lütteby in Nordfriesland und ihre Bewohner.
Eigentlich sollte die Reihe nach dem dritten Teil enden, doch die Autorin ...

Dies ist der vierte Teil der Reihe „Zauberhaftes Lütteby“ um die fiktive Kleinstadt Lütteby in Nordfriesland und ihre Bewohner.
Eigentlich sollte die Reihe nach dem dritten Teil enden, doch die Autorin hat sich inspiriert durch die Begeisterung der Leserinnen und Leser den Wunsch nach diesem vierten Teil erfüllen können.
Somit kann die Rezension Spoiler zu den vorherigen Teilen enthalten.

Es ist Winter in Lütteby und Lina Hansen, die inzwischen die Leiterin der Touristeninfo geworden ist, ist frisch mit ihrem Jonas verheiratet. Der große Kinderwunsch muss jedoch noch zurückstehen, da Jonas häufig aus beruflichen Gründen verreist und Lina alleine in Lütteby ist.
Linas Freundin, die Pastorin Sinje hofft auf ihr Glück mit Sven, doch dessen Tochter Carla hat für ihn höchste Priorität und ihr ordnet er alles unter.
Und auch die charmante Französin Amelie, die gemeinsam mit einem Partner ein Café und Bistro betreibt, steht vor Problemen.
Das Haus in dem sie ihre Wohnung hat soll nach den Plänen des Bürgermeisters abgerissen werden und sie würde ihre Wohnung verlieren. Dann taucht auch noch ihr Exfreund Jules auf, der sie wegen einer anderen Frau verlassen hatte und möchte eine zweite Chance.
Falk van Hove ist nicht nur der Bürgermeister sondern auch der Vater von Lina, wie sie erst seit einiger Zeit weiß.
Im weht heftiger Gegenwind von den Bewohnern wegen des geplanten Abrisses des Hochhauses entgegen.
Gleichzeitig entdeckt Lina, dass er und ihre Mutter Florence sich offenbar heimlich wieder öfter sehen und erneut zusammen kommen könnten.
Und dann ist genau für die Weihnachtstage noch ein gefährlicher Sturm angekündigt, der Lütteby bedrohen könnte.

Es war überraschend und schön, dass wir lesend doch noch einmal nach Lütteby zurückkehren können.
In diesem wohl nun endgültig letzten Teil der Reihe ist viel los in dem Städtchen. Im Mittelpunkt steht nicht nur Lina sondern auch die Geschichten um Sinje und Amelie rücken mehr in den Vordergrund und nehmen einen größeren Teil der Handlung ein.
Daneben knüpft die Autorin geschickt eine alte Sage in die Handlung ein, nach der im
18. Jahrhundert bereits eine verheerende Sturmflut die Gegend heimsuchte und die Deiche brechen ließ.
Diese alte Geschichte unterbricht immer wieder die aktuelle Handlung und sorgt für Spannung und vermittelt eine etwas bedrohliche Atmosphäre.

Mir hat es wieder gut gefallen, die liebenswerte Gemeinschaft der Bewohner von Lütteby und die Hauptfiguren zu erleben. Der Zusammenhalt in dieser charmanten Kleinstadt ist groß, egal ob es um das Hochhaus geht, dass vielleicht besser saniert anstatt abgerissen werden sollte oder um das nicht erklingende Glockenspiel der Kirche.
Dazu kommt eine schöne winterliche bzw. vorweihnachtliche Stimmung, die das Wohlfühlgefühl beim Lesen noch abrundet.
Im Anhang gibt es noch einige alte, traditionelle Rezepte für süße und deftige Gerichte.

Der vierte Teil ist wie die vorherigen Teile eine warmherzige Geschichte zum Abtauchen und genießen. Der Zauber von Lütteby sorgt für eine schöne Stimmung und die liebenswerten Figuren bieten unterhaltsame Geschichten aus dem Leben. Im empfehle gerne die gesamte Reihe, die man unbedingt in der chronologischen Reihenfolge lesen sollte!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 07.02.2025

Bezaubernde, berührende Liebesgeschichten und ein Familiengeheimnis auf Island

Die Wildblütentochter (Die Blumentöchter 2)
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Dies ist der zweite Teil aus der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins aka Silke Ziegler.
Im Mittelpunkt steht diesmal Soley, die eine bekannte und sehr erfolgreiche Sängerin ist. Doch seit einiger Zeit ...

Dies ist der zweite Teil aus der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins aka Silke Ziegler.
Im Mittelpunkt steht diesmal Soley, die eine bekannte und sehr erfolgreiche Sängerin ist. Doch seit einiger Zeit fühlt sie sich trotz ihres Erfolges und vieler Fans sehr alleine und hat sich irgendwie verloren. Von ihrem ebenfalls berühmten Freund tauchen plötzlich Fotos mit einer anderen Frau auf. Offenbar betrügt er sie und Soley trennt sich.
Als sie sich nach dem Tod von Großmutter Rose mit den anderen Familienmitgliedern auf dem Familienanwesen in Cornwall aufhält, entdeckt sie ein Gemälde, das eine Frau zeigt, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Sie befragt ihre Eltern, wer diese Frau sein könnte, doch besonders bei ihrem Vater stößt sie nur auf Schweigen. Sie weiß zwar, dass er aus Island stammt aber über seine Herkunft oder gar seine Familie spricht er nicht.
Soley beschließt, sich eine Auszeit zu nehmen und reist nach Island, auf der Suche nach ihren Wurzeln und der geheimnisvollen Frau auf dem Gemälde.

Die Reise mit den Blumentöchtern geht weiter.
Diesmal reisen wir mit Soley in den hohen Norden nach Island.
In ihrem mitreißenden und lebendigen Schreibstil beschreibt die Autorin auch in diesem Teil die Orte und Landschaften sehr bildgewaltig. Mein Kopfkino hatte viel zu tun und ich fühlte mich gleich als Beobachterin mit vor Ort und sah die Weite des Landes, wunderbare Wasserfälle und viel schöne Natur.
Auch wenn Soley ziemlich schnell Verwandte ihres Vaters antrifft, hat sie eine größere Mission zu erledigen und ein Familiengeheimnis zu lüften. Das Geheimnis steckt erwartungsgemäß in der Geschichte der geheimnisvollen Frau auf dem Gemälde.

Zwischendurch eingeschoben sind einige Kapitel mit einem zweiten Handlungsstrang, der uns in die 1940er Jahre führt und die Geschichte von Soleys Urgroßmutter erzählt, deren Tagebuch in Soleys Hände gerät.

Aber Soley lernt nicht nur Familienangehörige kennen sondern auch Einheimische und einer davon, Jon, interessiert sie sehr. Da entwickelt sich nach anfänglichen Schwierigkeiten eine zarte und schöne Liebesgeschichte.
Soley entdeckt auch das wunderschöne Land ihrer Vorfahren und Familie und lernt viel über die Menschen dort, Kultur und Mythen.
Dabei wird sie immer nachdenklicher und überdenkt nicht nur ihr Leben sondern auch ihren Beruf und ihre Karriere. Sie entwickelt sich und fasst schließlich einen Entschluss.

Ich habe Soley sehr gerne auf ihrer Reise ins Land ihrer Vorfahren auf der Suche nach ihren Wurzeln und sich selbst begleitet. Die Autorin versteht es nicht nur wunderbar die Handlungsorte bildhaft zu beschreiben sondern genau so toll transportiert sie die vielfältigen Emotionen der handelnden Personen, so dass ich wunderbar mitfühlen konnte. Und Emotionen gibt es hier wirklich viele bei Soley aber auch bei den Familienangehörigen und Jon.

„Die Wildblütentochter“ ist eine wunderschöne literarische Reise nach Island, die mir dieses Land näher gebracht hat. Eine emotionale und auf beiden Handlungsebenen spannende Geschichte, gut gezeichnete Figuren und nachdenkliche Momente haben mich in ihren Bann gezogen und gut unterhalten. Ich habe diese Reise und Soleys Geschichte nicht nur sehr gerne gelesen sondern auch sehr genossen!


Fazit: 5 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 06.02.2025

Wunderschöner Reihenauftakt mit der ersten Blumentochter in Mexiko

Die Blumentöchter (Die Blumentöchter 1)
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Mit diesem Roman legt Tessa Collins, Pseudonym der Autorin Silke Ziegler, den Auftakt ihrer fünfteiligen Saga über fünf Frauen auf fünf Kontinenten vor.
In diesem ersten Teil lernen wir alle fünf Cousinen, ...

Mit diesem Roman legt Tessa Collins, Pseudonym der Autorin Silke Ziegler, den Auftakt ihrer fünfteiligen Saga über fünf Frauen auf fünf Kontinenten vor.
In diesem ersten Teil lernen wir alle fünf Cousinen, die alle Blumen-Namen tragen, kennen, um die es in dieser Saga gehen wird.
Mittelpunkt und Protagonistin dieses Romans ist Dalia. Sie ist in Cornwall in der Gärtnerei und im Herrenhaus „Blooming Hall“ ihrer Großeltern aufgewachsen, da ihre Mutter bei der Geburt verstarb. Sie hat ein enges familiäres Verhältnis zu ihren Cousinen wie sie es auch zu ihren Großeltern hatte, die ihr die Eltern ersetzten.
Nun ist Großmutter Rose plötzlich verstorben und sie finden im Nachlass einen Brief von Dalias Vater. Sie ging bisher davon aus, dass dieser unbekannt sein, so wie man es ihr immer gesagt hatte. Doch nun muss sie feststellen, dass Großmutter Rose von seiner Existenz wusste und ihn kannte.
Da Dalia sich nach dem Tod ihrer Großmutter ohnehin ein bisschen verloren fühlt und auch ihr Beruf ihr im Moment nicht die richtige Erfüllung bringt, beschließt sie, nach Mexiko zu reisen, ihren Vater und damit auch ihre Wurzeln zu suchen.

Es war wirklich schön, zunächst die Familie von Dalia kennenzulernen und auch so einiges über die Großeltern und die Gärtnerei zu erfahren.
Mit dem Geheimnis um Dalias Vater hat mich die Autorin schnell gefesselt und ich habe mich auf das Reiseziel Mexiko gefreut.
Wie ich es auch schon aus den Südfrankreich-Krimis, die die Autorin unter ihrem Namen Silke Ziegler schreibt, kenne, beschreibt sie die Landschaft und die Örtlichkeiten sehr bildgewaltig. Ich konnte mir beim Lesen alles sehr gut vorstellen und lernte auch die Mexikaner auf eine bestimmte Art und Weise kennen. Das war schon eine literarische Reise in dieses tolle Land mit einer wirklich spannenden Kultur.

Wir begleiten also Dalia bei ihrer Reise nach Mexiko, die sie ziemlich überstürzt und unvorbereitet antritt. Und so gerät sie auch bereits kurz nach ihrer Ankunft aufgrund zuviel blindem Vertrauen in eine kleine Notlage, aus der sie aber durch einen freundlichen und hilfsbereiten Einheimischen gerettet wird.
In Mexiko-Stadt angekommen lernt Dalia Pablo kennen, der an der Universität Anglistik unterrichtet und über viel Kontakte verfügt. Er kann ihr wertvolle Hilfe bei ihrer Suche leisten.
Und so führt uns Dalias Suche nach ihrem Vater, von dem sie nur den Vornamen kennt, zu einigen Maya Stätten, denn ihre Mutter hatte seinerzeit ein Forschungsstipendium und hat sich mit den Maya beschäftigt.
Dadurch erhält man so einige Informationen über die mexikanische Kultur und lernt berühmte Orte wie Chichén Itza, Tulum und Uxmal kennen. Dalia trifft interessante Menschen, findet durch eine Begegnung mit einer älteren Künstlerin auch wieder zu ihrer eigenen Malerei und sich selbst.
Dalias Reise ist abenteuerlich und führt sie Schritt für Schritt in die Vergangenheit und die Jugend ihrer Mutter.
In Rückblenden erleben wir Dalias Mutter bei ihrer damaligen Forschungsreise und erfahren Stück für Stück, was damals geschah, als sie Dalias Vater kennenlernte.
Und so beinhaltet die Geschichte zwei Liebesgeschichten, die von Dalias Mutter und auch in Dalias Leben schleicht sich die Liebe ein.

„Die Blumentöchter“ und Dalias Geschichte ist ein wunderbarer Auftakt zu dieser Familiensaga. Wir lernen interessante, gut gezeichnete Figuren kennen und erleben eine abenteuerliche aber auch sehr emotionale Reise durch Mexiko zu berühmten Ausgrabungsorten. Die Autorin konnte mich mit diesem Ausflug sehr überzeugen und ich freue mich sehr auf die folgenden Teile der anderen Blumentöchter!


Fazit: 5 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 30.01.2025

Dramatischer Roman mit interessantem Plot aber wenig Spannung

Die Besucherin
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Linda Davidson ist Witwe und lebt mit ihrer jüngeren Tochter und deren Ehemann in ihrem Haus. Die Tochter schreibt an ihrer Doktorarbeit und der Ehemann baut gerade ein Unternehmen auf, so dass bei den ...

Linda Davidson ist Witwe und lebt mit ihrer jüngeren Tochter und deren Ehemann in ihrem Haus. Die Tochter schreibt an ihrer Doktorarbeit und der Ehemann baut gerade ein Unternehmen auf, so dass bei den beiden das Geld eher knapp ist. Deshalb gewährt Linda ihnen die Unterkunft in ihrem Haus, um zu helfen.
Lindas beste Freundin Carol leidet an Demenz und wurde von ihrem Ehemann in einer dafür spezialisierten Pflegeeinrichtung untergebracht. Linda besucht Carol jede Woche und ist erschüttert über den ständig wachsenden Verfall. Bei einem ihrer Besuche lernt Linda die Mitpatientin Jenny Cooper kennen, die schon über 90 Jahre alt ist und ebenfalls an Demenz leidet. Die beiden unterhalten sich und Jenny gesteht Linda, dass sie schon mehrere Menschen getötet hat. Lindas Neugier ist geweckt und sie beginnt sich umzuhören und versucht mehr darüber herauszufinden, ob Jenny die Wahrheit sagen könnte. Ein weiterer Mitpatient stirbt plötzlich völlig unerwartet. Hat Jenny ihre Finger im Spiel? Ist auch Carol in Gefahr?

Das Buch wird, sicherlich bewusst, nicht als Krimi oder Thriller bezeichnet sondern als Roman. Aber aufgrund des Klappentextes hatte ich wirklich mehr Spannung erwartet.
Es war interessant zu lesen, wie Linda ihre Besuche in der Pflegeeinrichtung gestaltet und sich dort auch oft mit Jenny unterhält. Nach einer Weile hatte ich den Eindruck, dass sie mehr wegen Jenny dorthin fährt und nicht, um ihre Freundin Carol zu besuchen.
Sie wird regelrecht süchtig nach den Besuchen bei Jenny und den Gesprächen, die die beiden führen.
Die zogen sich dann irgendwann sehr hin, denn sie verlaufen oft gleichartig. Jenny erzählt häufig dieselben Dinge, erinnert sich manchmal an etwas, am nächsten Tag dann wieder nicht. Ob Jenny als typische Demenz-Kranke dargestellt wird oder nicht, kann ich nicht beurteilen.
Aber die Wiederholungen langweilten dann irgendwann doch etwas.
Mit der Zeit findet Linda einiges heraus, warum und wie Jenny die Menschen angeblich getötet hat. Die einzige Spannung war dann tatsächlich, ob sich irgendwann herausstellt, ob Jenny die Wahrheit sagt oder nicht.

Bei Linda zu Hause spitzt sich die Lage dann irgendwann auch zu. Linda sorgt sich natürlich um ihre Tochter und misstraut ihrem Schwiegersohn, der sich mehr mit anderen Dingen und evtl. auch anderen Frauen zu beschäftigen scheint, als mit dem Aufbau seiner Firma. Dann kommt auch noch häusliche Gewalt ins Spiel.

Am Ende gibt es dann aber noch einen Paukenschlag, einen Plottwist, der eigentlich eine logische Folge der ganzen Geschichte ist und den man vielleicht erwarten durfte. Dennoch hat mir diese Ausarbeitung gefallen.

Die Protagonisten hat Joy Fielding gut gezeichnet. Besonders Linda hat mir gefallen, denn ihre „Sucht“ nach Gesprächen mit Jenny ist gut bei mir angekommen. Ob die Demenz-Erkrankung bei Jenny und auch bei Carol realistisch dargestellt ist, kann ich wirklich nicht beurteilen, da ich keine Menschen kenne, die dement sind.
Aber insgesamt hat mich Joy Fielding mit diesem Buch etwas enttäuscht. Mir hat der Kick gefehlt, die unterschwellige, ständig vorhandene psychologische Spannung und auch der letzte Kick oder der „Whow-Effekt“. Das kann die Autorin meiner Meinung nach besser.

„Die Besucherin“ ist ein eher dramatischer Roman mit interessantem Plot aber leider wenig Spannung, der aber dennoch unterhalten kann!


Fazit: 3 von 5 Sternen



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