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Veröffentlicht am 11.06.2021

Genialer Comiclesestoff über einen Succubus und einen übervermarkteten Superhelden mit teilweise surrealistischen Bildkompositionen.

Breathtaker – Liebe, Tod, Sex, Macht
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Meine Meinung

Zum ersten Mal in den 90er Jahren erschienen, wurden die vier Comic-Ausgaben von »Breathtaker – Liebe, Tod, Sex, Macht« in einer edlen Hardcover-Gesamtausgabe mit einem begeisterten Vorwort ...

Meine Meinung

Zum ersten Mal in den 90er Jahren erschienen, wurden die vier Comic-Ausgaben von »Breathtaker – Liebe, Tod, Sex, Macht« in einer edlen Hardcover-Gesamtausgabe mit einem begeisterten Vorwort von Neil Gaiman im Cross Cult Verlag neu aufgelegt. Die ungewöhnliche Geschichte stammt von Mark Wheatley und entspricht in der Kombination mit Marc Hempels poppigen Zeichnungen wahrlich alles andere als dem Mainstream.

Im Mittelpunkt der Storyline steht Chase Darrow die mit einer übersinnlichen Anziehungskraft die Männer um den Verstand bringt und ihnen beim Zusammensein ihre Lebensenergie entzieht, sodass diese in kürzester Zeit altern und sterben. Chase ist verängstigt von ihren Succubus-Kräften und versucht ihrem eigenen Verlangen nach Liebe und Geborgenheit zu widerstehen, doch so recht will ihr dies nicht gelingen. Als ihr neuester Liebhaber ums Leben kommt, ruft dies den machomäßigen Superhelden »The Man« auf den Plan.

Chase Darrow als Femme fatale und vermeintlichen Schurkin dieser Comicschöpfung steht mit ihrem einfühlsamen und emphatischen Wesen im krassen Gegensatz zu ihrer Rolle und lässt den grobschlächtigen und aalglatten Helden, der seine gewaltige Kraft nicht immer zum Besten einsetzt, in einem noch brutaleren Licht erscheinen. Das Image von »The Man«, der sogar über eine eigene TV-Show verfügt, hat in letzter Zeit deutlich gelitten und so ist es an ihm dieses mit der Festsetzung von Chase Darrow wieder aufzupolieren.

»Breathtaker – Liebe, Tod, Sex, Macht« ist in jeder Hinsicht ein einzigartiges Leseerlebnis, denn so eine Story ist mir wahrlich noch nicht untergekommen! Die Ambivalenz und Entwicklung der Charaktere kann man nur als stark bezeichnen. Außerdem lässt sich auch ein Hauch von Gesellschafts- und Medienkritik vernehmen, doch hier kratzt Wheatley nur an der Oberfläche.

Die Anziehungskraft des Comics geht aber nicht nur von der guten Story aus, sondern wird von Marc Hempels kantigen fast schon karrikativen Illustrationen, die sich zwischendurch in unwirkliche Arrangements verwandeln noch betont. Wenn man sich auf das Abenteuer »Breathtaker« unvoreingenommen einlässt, kann man einen wirklich großartigen Comic genießen und sich den Atem rauben lassen!

Fazit

Genialer Comiclesestoff über einen Succubus und einen übervermarkteten Superhelden mit teilweise surrealistischen Bildkompositionen.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 15.03.2021

Veröffentlicht am 11.06.2021

Als Science-Fiction-Fan darf man sich das Album nicht entgehen lassen!

Die Chroniken des Universums. Band 1
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Meine Meinung

Das galaktische Weltraumabenteuer mit dem Titel »Die Chroniken des Universums« wurde von dem Berliner Illustrator Ingo Römling, der sich durch die »Malcolm Max«-Alben in mein Herz zeichnete ...

Meine Meinung

Das galaktische Weltraumabenteuer mit dem Titel »Die Chroniken des Universums« wurde von dem Berliner Illustrator Ingo Römling, der sich durch die »Malcolm Max«-Alben in mein Herz zeichnete und außerdem als einer der ersten offiziellen Disney-Comic-Zeichner aus Deutschland für den Look der »Star Wars Rebels«-Comics verantwortlich ist, in mitreißende sowie faszinierende Bilder gegossen. Die Story stammt aus der Feder des französischen Cartoonisten und Szenaristen Richard Marazano (weitere Serien des Autors sind z. B. »Der Schimpansenkomplex«, »Die drei Geister von Tesla« und »Pelikan Protokoll«, die ebenfalls im Bielefelder Splitter Verlag erschienen sind).

»Sternenstrudel« ist der erste Band einer unterhaltsamen und spannenden Science-Fiction-Serie, die genau den richtigen Lesestoff für junge und jung gebliebene Weltraumabenteuerliebhaber bietet und sich auch sehr gut für Comiceinsteiger eignet. Am ehesten würde ich den Comic als eine moderne Mischung aus »Fünf Freunde«, »Star Trek« und »Indiana Jones« beschreiben, denn Marazano glänzt in dieser Geschichte mit einer starken Gruppendynamik, die sich aus Studenten*innen mit unterschiedlichsten Charaktereigenschaften ergibt, und eröffnet mit ihrer Forschungsreise, die eine unerwartete Wendung nimmt, einen vielversprechenden Einstieg, der bereits jetzt die Freude auf weitere Episoden steigen lässt.

Zur Crew der angehenden Gesandten der Akademie der universellen Geschichtswissenschaften auf dem Raumschiff Thukydides gehören: die grünhaarige und hitzköpfige Polly, die schnell zum Blaster greift, wenn Gefahr droht, Adya, die am Reglerpult alles im Griff hat und mit intelligentem Charme besticht, Qsi, die Studentenvertreterin und Leaderin der bunten Gruppe, die immer die Lage im Blick behält und Mark, der um keinen Spruch verlegen ist, sich zuweilen bei der geballten Frauenpower noch mit Selbstbewusstsein bewähren muss. Ergänzt wird die Besatzung durch ein außerirdisches Wesen mit baumartigen Auswüchsen am Kopf und blumenartigen Ohren, das den Namen Oot-Jah trägt und für die Technik der Thukydides zuständig ist. Außerdem gibt es an Board einen manipulativen Alien-Gefangenen namens Pearl, der in die Gedanken anderer eindringen kann.

Wie Pearl auf die Thukydides kam und welches Geheimnis den mysteriösen Dekan umgibt, dessen Kopf in einer Kapsel mit Flüssigkeit schwimmt, bleibt jedoch im Dunkeln. Allerdings gibt es erste Anzeichen dafür, dass der Dekan nicht ganz unschuldig an ihrer Bruchlandung auf dem unbekannten Planeten ist und er mehr über die geheimnisvollen Dokumente weiß als er gegenüber seinen Schützlingen zugibt.

Die rasante Story glänzt durch Römlings lebendige Illustrationen, in denen er gekonnt actionreiche Szenen aufs Papier gebannt hat, und man regelrecht die Erschütterungen unsanfter Fahrten und Landungen verspüren kann. Das Setting im Raumschiff ist in einem unverschnörkelten Stil gehalten, wohingegen der Tempel auf dem Planeten vor Details nur so strotzt.

Am liebsten mag ich bei Römlings Artwork die klare Linienführung und die ausdrucksstarke Mimik der Figuren sowie die atmosphärische Kolorierung, mit der er jeder Szene die passende Stimmung verleiht.

Mich konnte das Künstlerduo Marazano/Römling mit ihrer ersten gemeinsamen Arbeit auf ganzer Linie überzeugen.

Fazit

Als Science-Fiction-Fan darf man sich das Album nicht entgehen lassen!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 11.03.2021

Veröffentlicht am 11.06.2021

Eine mystische Schauergeschichte par excellence.

Das Gemälde
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Beschreibung

An einem Januarabend hat sich Professor Parmitters ehemaliger Student Oliver in dessen Alterssitz in Cambridge eingefunden und bekommt bei einem Glas Whisky eine sonderbare Geschichte zu ...

Beschreibung

An einem Januarabend hat sich Professor Parmitters ehemaliger Student Oliver in dessen Alterssitz in Cambridge eingefunden und bekommt bei einem Glas Whisky eine sonderbare Geschichte zu Ohren. Der ledige Professor erzählt von seiner Leidenschaft zur Kunst und enthüllt eine unglaubliche Geschichte über das alte Gemälde neben dem Kamin, auf dem eine Szene des venezianischen Karneval in Venedig eingefangen ist, welche eine sonderbare Wirkung auf den Betrachter ausübt.

Das mysteriöse Kunststück soll für den Tod von Menschen verantwortlich sein und zeigt die Opfer, die es verschlungen hat. So unglaublich diese mysteriöse Geschichte auch klingt, wird Oliver das Gefühl nicht los, dass etwas Unheimliches vor sich geht und sich die Geschichte bald fortschreiben wird…

Meine Meinung

Susan Hill ist eine Schriftstellerin, die durch ihre Kriminalromane und insbesondere durch ihre Schauerromane Bekanntheit erlangte. Durch die Verfilmung ihrer Geschichte »Die Frau in Schwarz« mit Daniel Radcliffe bin ich zum ersten Mal mit ihrem Talent für Gespenstergeschichten in Berührung gekommen, doch »Das Gemälde« ist nun das erste Buch, welches ich von der erfolgreichen Autorin auch gelesen habe (und wird sicherlich nicht das Letzte bleiben!).

Mit wenigen Sätzen zog mich Hill in eine klassische Szenerie eines Schauerromans. Ein alter Professor sitzt zusammen mit einem ehemaligen Studenten bei einem Glas Whisky vor einem knisternden Kaminfeuer in seinen Räumlichkeiten der Universität Cambridge und gibt eine unglaubliche Geschichte über ein altes Öl-Gemälde zum Besten. Die schauderhafte Atmosphäre überträgt sich nicht nur auf seinen Studenten, sondern zugleich auf den Leser und sorgt für den ersten Anflug einer Gänsehaut.

Wer blutigen Horror erwartet wird allerdings enttäuscht werden, denn Susan Hill bleibt auch im weiteren Verlauf dem Einweben von subtilen Gruselmomenten treu und verlagert die Erzählung teilweise nach Venedig und zu dem Sitz einer Gräfin aus Yorkshire. Bei der aufkommenden mysteriösen Atmosphäre musste ich immer wieder an Jonathan Frakes Fernsehserie »X-Factor« denken, denn genau so fühlte sich das Lesen dieser Geschichte an!

Das Grauen schleicht sich auf leisen Sohlen heran während man das unbegreifliche erst noch zu begreifen versucht. Die Beschreibung des Gemäldes mit den Gondeln in einem Kanal Venedigs und den maskierten Personen, die sich teilweise in der Dunkelheit verbergen, ist detailliert und überträgt seine Anziehungskraft durch das imaginäre Abbild, das in meinem Kopf unweigerlich Gestalt annahm. Fasziniert und gespannt fliegen die Seiten dahin und münden in einem mehr oder weniger offenen Ende, welches durchaus für ein mulmiges Gefühl sorgt und einen Schauer über den Rücken jagen lässt.

Susan Hills Gespenstergeschichte »Das Gemälde« liefert eine perfekte und kurzweilige Story für einen kalten Winterabend bei einer heißen Tasse Tee im Lesesessel.

Fazit

Eine mystische Schauergeschichte par excellence.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 10.03.2021

Veröffentlicht am 11.06.2021

Lebendig erzählte Mythologie

Mythen der Antike: Theseus und der Minotaurus (Graphic Novel)
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Meine Meinung

Mit der sagenhaften Reihe »Mythen der Antike« wissen Luc Ferry und Clotilde Bruneau von Band zu Band ihre Leserschaft zu begeistern. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Mauro de Luca hat ...

Meine Meinung

Mit der sagenhaften Reihe »Mythen der Antike« wissen Luc Ferry und Clotilde Bruneau von Band zu Band ihre Leserschaft zu begeistern. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Mauro de Luca hat das Kreativteam die berühmte Geschichte von »Theseus und der Minotauros« als Comic adaptiert.

Theseus ist der kleine Neffe des Herakles und wird als Kind über die Identität seines Vaters im unklaren gelassen, erst als Theseus ein junger Mann ist, verrät ihm seine Mutter Aithra, dass er genau wie Herakles einen göttlichen und einen irdischen Vater hat, nämlich Poseidon und Ägeus. Durch diese Herkunft hat Theseus Anspruch auf den Königsthron in Athen und da ihm sein Vater ein Schwert und ein Paar Sandalen hinterlassen hat, macht er sich auf dem gefährlichen Landweg auf in die Stadt.

Auf seinem Weg stellt er sich den unterschiedlichsten Herausforderungen und ist bei deren Bewältigung, ähnlich wie sein Cousin Herakles, mit genügend Mut, brachialer Gewalt und einem starken Willen ausgestattet. In Athen angekommen erfährt Theseus von der schrecklichen Erpressung durch den König Kretas, der alle neun Jahre Menschenopfer für den Minotauros in seinem Labyrinth fordert.

Theseus will dem ein Ende bereiten und stellt sich der Gefahr. Mit seiner Kraft und durch die Hilfe Ariadnes, der wunderschönen Tochter des kretischen Königs, gelingt es Theseus das Tier zu bewältigen und dem Labyrinth zu entkommen.

Die detailreichen Illustrationen von Mauro de Luca sowie die lebendigen Farben der Kolorierung kleiden die Geschichte in ein ansprechendes Gewand. Zudem lässt sich diese hochkarätige Comicausgabe leicht lesen und bietet (wie auch die anderen Ausgaben der Reihe »Mythen der Antike«) einen guten Einstieg in das Medium.

Fazit

Die Sage um den griechischen Helden Theseus, der den Minotaurus bezwang und durch die Hilfe Ariadnes dem Labyrinth entkam wurde von Mauro De Luca in lebendige Bilder gegossen.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 09.03.2021

Veröffentlicht am 11.06.2021

Die Geschichte der wohl berühmtesten Gestalt aus der griechischen Mythologie, Herakles, fesselt mit seinem Schicksal auch im Comicformat.

Mythen der Antike: Herakles (Graphic Novel)
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Meine Meinung

Der spannende und abenteuerreiche Mythos um den Halbgott des Göttervaters Zeus fand in zahlreichen filmischen Umsetzungen unter dem römischen Namen Herkules (bzw. Hercules) den Weg in unsere ...

Meine Meinung

Der spannende und abenteuerreiche Mythos um den Halbgott des Göttervaters Zeus fand in zahlreichen filmischen Umsetzungen unter dem römischen Namen Herkules (bzw. Hercules) den Weg in unsere Popkultur. In der Reihe »Mythen der Antike« haben sich Luc Ferry und Clotilde Bruneau der Saga um die dramatische Gestalt des »Herakles« (griechisch) angenommen. Das tragische Schicksal des in der moderne gefeierten Helden bietet Dramatik und Action, die von den Künstlern Annabel und Carlos Rafael Duarte in beeindruckenden Bildern eingefangen wurde.

Der umfassenden Legende von Herakles nähern sich Luc Ferry und Clotilde Bruenau in drei Abschnitten (im französischen Original wurden diese in drei einzelnen Alben veröffentlicht), sodass im ersten Abschnitt, gezeichnet von Annabel, Herakles Leben vor den berühmten zwölf Arbeiten genügend Raum erhält. Begonnen wird beim Göttervater der nach seinem Sieg über die Titanen nach einer Möglichkeit sucht die Ordnung auf der Erde vor dem kosmischen Chaos zu schützen. In der hübschen Alkmene sieht er die perfekte Wahl, um einen mächtigen Halbgott zu zeugen und stiehl sich in Abwesenheit ihres Gemahls Amphitryon, der einen Krieg für die Rache seiner Frau zu führen hat, in Alkmenes Bett. Aus dieser Verbindung geht schließlich Alkeides (später Herakles) und sein menschlicher Bruder Iphikles hervor.

Natürlich ist Hera über den Fehltritt ihres Mannes Zeus und der daraus resultierenden Frucht nicht erfreut und versucht den kleinen Alkeides loszuwerden. Als ein erster Mordversuch im Kindbett missglückt und er zu einem mutigen und kräftigen jungen Mann heranwächst, der nicht unbedingt einem typischen Heldenarchetypen gleichkommt, geraten Heras Bemühungen zunächst in Vergessenheit.

Im zweiten Abschnitt widmet sich Carlos Rafael Duarte, nachdem Herakles die ersten Schicksalschläge einstecken musste, schließlich der Bewältigung der zwölf Arbeiten von Hera und im dritten Abschnitt begleiten wir Herakles auf seinen restlichen Lebenstagen bis hin zum Tode.

Wieder einmal konnten mich Ferry und Bruneau mit ihrer kompakten Aufbereitung des Sagenstoffes über eine Heldengestalt der griechischen Myhtologie begeistern. Besonders faszinierend finde ich, dass Herakles Leben vielmehr von Gewalt und dramatischen Schicksalschlägen behaftet ist als moderne Filme und Serien vermuten lassen und er die Rolle einer eher tragischen Figur einnimmt, die zwischen Ordnung und Chaos zerrieben wird. Das umfangreiche Zusatzmaterial im Anhang lassen einen diesen Mythos noch einmal viel besser einordnen. Die Zeichnungen der Künstler Annabel und Carlos Rafael Duarte sind ein grandioser Blickfang, die das Epos zu einem tollen Leseerlebnis machen.

Die Comics aus der Reihe »Mythen der Antike« eignen sich auch sehr gut für Comic-Neulinge, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind und man der Panelführung leicht folgen kann.

Fazit

Die Geschichte der wohl berühmtesten Gestalt aus der griechischen Mythologie, Herakles, fesselt mit seinem Schicksal auch im Comicformat ungemein.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 09.03.2021