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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2021

In diesem biographischen Comic fängt Mikael Ross die Jugendjahre des berühmten Komponisten Ludwig van Beethoven ein.

Goldjunge
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Meine Meinung

Im Dezember 2020 hatte das Musikgenie Ludwig van Beethoven 250-jähriges Jubiläum, zu diesem Anlass wurde bereits im März 2020 eine Comic-Biographie unter dem Titel »Beethoven: Unsterbliches ...

Meine Meinung

Im Dezember 2020 hatte das Musikgenie Ludwig van Beethoven 250-jähriges Jubiläum, zu diesem Anlass wurde bereits im März 2020 eine Comic-Biographie unter dem Titel »Beethoven: Unsterbliches Genie« im Carlsen Verlag veröffentlicht, in der sich Peer Meter & Rem Broo auf skurrile Weise der Persönlichkeit Beethoven annehmen, und zwar an seinem Totenbett.

Auf einem ganz anderen Blatt steht Mikael Ross mit »Goldjunge«, einer weiteren Beethoven-Comic-Biographie, die Ende 2020 im avant Verlag veröffentlicht wurde und sich ausschließlich mit dem Weg des jungen Wunderknaben befasst.

Begonnen mit einer Prügelei in Beethovens Geburtsstadt Bonn, bei der er von Nachbarburschen ganz schön zugesetzt bekommt, zeichnet Mikael Ross das Zuhause des jungen Beethoven in düsteren Farben. Der junge Musikus verlor bereits früh seine Mutter und litt unter der Alkoholsucht seines Vaters, der in Ludwig vor allen Dingen eine leichte Möglichkeit, an Geld zu kommen sah – einen echten »Goldjungen« eben. Auch der Umgang mit den »Hirnfressern«, wie er seine Brüder gerne ruft, ist von Zankereien gespickt.

Die einzige Farbe kommt mit Ludwigs bezaubernder Musik in den Comic, die in überbordenden Linien und Schnörkeln aus den Instrumenten fließt. Sein Traum, einmal vom großen Mozart zu lernen, ist zum Greifen nahe als Ludwig 1786 dank eines Stipendiums nach Wien reist, doch sein zukünftiger Lehrmeister will nichts von ihm wissen und so schlägt sich Beethoven als 15-jähriger Spross alleine durch.

Mikael Ross verleiht seiner Biographie mit allerhand unterhaltsamen Szenen einen witzigen und leichtfüßigen Touch. Natürlich sind nicht alle Begebenheiten wirklich so geschehen, aber diese Ausschmückungen unterfüttern die Geschichte und tun dem Comic unheimlich gut. Besonders angetan hat es mir die kurze Episode von dem Buttenweib mit ihren Eimern, die damals so eine Art öffentliche Toilette war und dem durchfallkranken Beethoven in aller Not zur Verfügung stand.

Zwar konnte Beethoven nicht wie erhofft bei Mozart studieren, dafür nahm sich Haydn seiner an, den Ludwig mit seiner unkonventionellen Musik an den Rand der Verzweiflung brachte. Schließlich gipfelt Mikael Ross sein eindrucksvolles Werk mit Beethovens erstem öffentlichen Konzert 1795. Die Zeichnungen von Ross sind voller Schwung, sodass man förmlich die besondere Musik Beethovens erspüren kann und durch die farblichen Akzente entfaltet sich eine tolle Gesamtwirkung.

Fazit.

In diesem biographischen Comic fängt Mikael Ross die Jugendjahre des berühmten Komponisten Ludwig van Beethoven ein. Besonders gut gefallen hat mir die unterhaltsame Note des Werkes und nicht zuletzt die Verwendung des Wiener Dialekts.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 02.03.2021

Veröffentlicht am 11.06.2021

Ein außergewöhnliches Leseerlebnis und absolut lesenswert!

Tiger
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Beschreibung

Frieda ist Primatenforscherin und liebt ihre Arbeit mit den Tieren. Doch als sie aufgrund ihrer Drogensucht in einen kleinen Zoo in Devon versetzt wird, schleichen sich auch die Tiger in ...

Beschreibung

Frieda ist Primatenforscherin und liebt ihre Arbeit mit den Tieren. Doch als sie aufgrund ihrer Drogensucht in einen kleinen Zoo in Devon versetzt wird, schleichen sich auch die Tiger in ihr Herz, die sie zuvor für roh und aggressiv hielt. Durch ihre Arbeit beginnt sie die Raubkatzen besser zu verstehen und interessiert sich zunehmend für ihr Wesen. Schließlich begibt sich Frieda wegen der Tiger auf eine Reise nach Sibirien, wo sie auf Tomas trifft, der in einer Schutzstation für Tiger in der Taiga arbeitet und einem wilden Mädchen begegnet, das durch ihre isolierte Kindheit in den Wäldern eine ungewöhnliche Verbindung zur Natur und den Tigern hat.

Meine Meinung

Die Bücher aus dem Eisele Verlag haben eines gemeinsam, sie sorgen für besondere Lesestunden und lassen einen nicht mehr so schnell los. Auch der edel aufgemachte Roman »Tiger« von Polly Clark reiht sich in diese Riege ein und bezaubert mit seinem naturverbundenen Thema zur bedrohten Tierart der Amurtiger, deren Wildbestand sich heute auf weniger als 500 Tiere beläuft und greift dabei das Thema auf, welche Auswirkungen der Mensch auf das Ökosystem hat.

Die kanadische Autorin reiste selbst in die russische Taiga für ihre Recherche zu diesem Roman, was der Geschichte sicherlich ihre faszinierende und authentische Ausstrahlung verleiht. Auf unheimlich spannende Weise nähert sich Clarke in fünf Teilen den majestätischen Tieren und Protagonisten, die durch ihr Schicksal gezeichnet sind, dabei schlüpft sie in jedem Teil in eine andere Perspektive.

Im ersten Teil begleiten wir die Primatenforscherin Frieda und erleben wie sie durch einen traumatischen Vorfall in die Sucht abrutscht und dadurch ihren Job verliert. Doch sie bekommt eine neue Chance in einem kleinen Zoo in Devon, wo sie sich nach ihrer Arbeit mit Bonobos schließlich für Tiger zu begeistern beginnt. Der zweite Teil spielt in einem Reservat in Sibirien, wo wir den einsamen Tomas und seine Arbeit mit Tigern kennenlernen. Mit Edit, eine Frau der Einheimischen Udeh, und ihrer Tochter Sina wird sich im dritten Teil befasst. Der abschließende vierte Teil dürfte wohl der außergewöhnlichste sein, denn hier schlüpfen wir in die Haut eines Tigers und Polly Clark schafft eine Verbindung der einzelnen Ebenen.

Die Menschen in »Tiger« sehen sich in schwierigen Situationen gefangen und wollen nichts mehr als frei sein, genau wie es die wilden Tiger sein sollten und genau deshalb sind diese Tiere und ihr Lebensraum unbedingt schützenswert. Genau diese Botschaft verpackt Polly Clark auf eingehende Weise in ihrem Buch.

Polly Clark hat mich mit ihrer poetischen Erzählung von der ersten Seite an gefesselt und trotz eines ruhigen Handlungsverlaufs ist es ihr durch ihre Erzählstruktur gelungen eine gewisse Spannung zu erzeugen. Das Ende wartet im vierten Teil mit einem großen Aha-Effekt auf und rundet den Roman mit der Weisheit »Alles ist mit allem verbunden« ab.

Allerdings muss ich sagen, dass mich das Buch beim ersten Lesen etwas herunterzog, was wohl an meiner eigenen Niedergeschlagenheit gelegen haben mag. Dennoch hätte etwas Hoffnung gebendes Licht den Roman in meinen Augen noch besser machen können. »Tiger« bekommt trotzdem einen Ehrenplatz in meinem Buchregal und vielleicht kann mich Polly Clarks Geschichte in einer anderen Stimmung gelesen, doch noch restlos überzeugen.

Fazit

Ein Roman der sich auf mehreren Ebenen mit dem majestätischen Geschöpf und der Persönlichkeit des Tigers beschäftigt und dabei die Leser*innen in die eisige Kälte der russischen Taiga entführt. Ein außergewöhnliches Leseerlebnis und absolut lesenswert!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 01.03.2021

Veröffentlicht am 11.06.2021

Ein unterhaltsames Epos mit bestechendem Erzähltalent dargeboten!

60 Kilo Sonnenschein
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Beschreibung

Der uneheliche Bauernsohn Gestur wird nach dem Tod seines Vaters von Ziehvater zu Ziehvater gereicht, bis er sein Schicksal in die eigene Hand nimmt und in die Fremde segelt. Als Gestur wieder ...

Beschreibung

Der uneheliche Bauernsohn Gestur wird nach dem Tod seines Vaters von Ziehvater zu Ziehvater gereicht, bis er sein Schicksal in die eigene Hand nimmt und in die Fremde segelt. Als Gestur wieder in sein isländisches Heimatdorf Segulfjörður zurückkehrt und selbst Vater wird, erwacht in dem mittelalterlich geprägten Land durch die Norweger und die Heringsfischerei die Moderne.

Meine Meinung

Bisher war mir der isländische Kultautor Hallgrímur Helgason kein Begriff, doch die Lektüre seines neuesten Romans »60 Kilo Sonnenschein« hat diesem Missstand Abhilfe geleistet.

In seiner historischen Geschichte über das Island während der Jahrhundertwende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert, die eher einer humorvoll-skurrilen Saga gleicht, präsentiert Helgason seine Landsleute mit einer erfrischend satirischen Sicht auf die Gesellschaft im Wandel einiger Jahre, und schließlich den Umbruch in die Moderne auf diesem abgelegenen Fleckchen Erde.

Auf über 570 Seiten lässt uns Helgason in die malerische Landschaft Islands eintauchen und bringt uns deren Bewohnerinnen, Traditionen und Lebensumstände näher. Seine Geschichte lebt dabei vor allen Dingen von urkomischen Begebenheiten und den fein gezeichneten, urigen und teilweise auch ziemlich schrulligen Charakteren. Die Mentalität der Isländer und der beschwerliche Umbruch vom vertrauten und beschaulichen Dasein in ein gänzlich anderes Leben stehen dabei im Fokus.

Selbst den düstersten Vorkommnissen wie dem Tod, der in den unwirtlichen Wintermonaten, einer ständigen Drohung gleichkommt, kann Helgason einen belustigenden Anstrich verpassen ohne das es aufgesetzt und unpassend wirkt. Menschen binden sich des Nachts mit einer Leine aneinander, um nach einer Lawine leichter gefunden zu werden oder der Pfarrer hat bei seinen Besuchen in den Grassodenhäusern seiner Gemeinde immer genügend Schafsfruchtblasen dabei, denn diese sind den Bewohner
innen um einiges lieber als moralische Predigten.

Helgason präsentiert in »60 Kilo Sonnenschein« eine bestechende Mischung aus märchenhaften Fjorden, der unbarmherzigen wie auch schönen Natur Islands, die durch ihre Isolation vom Rest der Welt geprägten Einwohner, sowie historischen Fakten. Der ruhige Handlungsverlauf wird durch Helgasons Erzähltalent, seinem Gespür für unterhaltsame Anekdoten und Authentizität zu einem besonderen Leseerlebnis.

Fazit

Durch diesen fiktionalen Roman geht man mit der Geschichte und den Traditionen der Isländer auf Tuchfühlung und lernt die raue Natur kennen, die das Naturell der Insulaner nachhaltig geprägt hat. Besonders hervorzuheben sind die fein gezeichneten Charaktere und die gestochen scharfen gesellschaftlichen Betrachtungen, die mich immer wieder an Klassiker der Weltliteratur von Jane Austen oder George Eliot erinnerten. Ein unterhaltsames Epos mit bestechendem Erzähltalent dargeboten!

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 28.02.2021

Veröffentlicht am 11.06.2021

Ein rasantes Piratenabenteuer mit einem verschmitzten Titelhelden, einer gefürchteten Piraten-Kapitänin und einer waghalsigen Schatzsuche.

Raven 1: Nemesis
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Meine Meinung

Bildgewaltige Schlachten auf hoher See, nervenaufreibende Duelle, traumhaft schöne Schauplätze und ein geheimnisvoller Schatz – all das vereint Mathieu Lauffray in seinem ersten eigenständigen ...

Meine Meinung

Bildgewaltige Schlachten auf hoher See, nervenaufreibende Duelle, traumhaft schöne Schauplätze und ein geheimnisvoller Schatz – all das vereint Mathieu Lauffray in seinem ersten eigenständigen Werk »Raven – Nemesis«.

Der überhebliche Titelheld gewinnt durch seinen Charme schnell das Herz des Lesers und lässt einen seinem Schicksal entgegenfiebern, wobei sicherlich Parallelen zu einem von Johnny Depp auf der Kinoleinwand verkörperten Piraten nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Raven ist ein Draufgänger und sich seiner Fähigkeiten sicher, und so wagt er es, sich die gefürchtete Piratin Darksee zur Feindin zu machen, indem er ihr bei der Suche nach dem Schatz von Chichén Itzá zuvorkommen will.

Doch auf der Schatzinsel erwartet sie eine böse Überraschung, denn dort leben gefährliche Kannibalen, die ihnen ans schmackhafte Fleisch wollen. Mit dieser Story ist Lauffray ein Erfolg versprechender Auftakt gelungen, der mir jetzt schon den Mund wässrig gemacht hat, sodass ich am liebsten sofort erfahren möchte, wie es mit Raven, Darksee und dem mysteriösen Schatz weitergeht!

Das opulente Artwork von Mathieu Lauffray versprüht mit vielen feinen Schraffuren und der Farbgebung die passende Atmosphäre für ein Seeräuberabenteuer im 17. Jahrhundert. Besonders fesselnd ist die Umsetzung der Actionszenen gelungen, denn diese wirken lebendig und lassen sofort das Kopfkino anspringen.

Fazit

Ein rasantes Piratenabenteuer mit einem verschmitzten Titelhelden, einer gefürchteten Piraten-Kapitänin und der waghalsigen Suche nach einem Schatz vor der exotischen Kulisse der Karibik.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 26.02.2021

Veröffentlicht am 11.06.2021

Fantasievoller und spaßiger Fantasystoff!

Danthrakon. Band 1
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Meine Meinung

Die Comic-Serie »Danthrakon« von Christophe Arleston ist auf drei Bände ausgelegt und in diesem Auftaktband mit dem Titel »Das gefräßige Grimoire« gibt uns der französische Autor zunächst ...

Meine Meinung

Die Comic-Serie »Danthrakon« von Christophe Arleston ist auf drei Bände ausgelegt und in diesem Auftaktband mit dem Titel »Das gefräßige Grimoire« gibt uns der französische Autor zunächst einen gelungenen Einblick auf seine phantastische Welt, die von sechs Völkerschaften besiedelt ist und die in der Stadt Kompiam zusammenleben.

Im Verlauf der Geschichte folgt man dem menschlichen Küchenjungen Nuwan, der sich selbst zum Ziel gesetzt hat, ein Küchenmagier zu werden, aber nun erstmal Nachhilfe benötigt, um überhaupt lesen zu lernen. Die hübsche Studentin Lerëh unterstützt Nuwan bei seinem Vorhaben und gewährt ihm Zutritt in die Bibliothek des Zauberers.

Die Grundstory ist simpel gehalten und so kommt der Twist recht vorhersehbar daher, der Küchenjunge wird von dem mächtigsten magischen Buch, dem »Danthrakon«, verschlungen und daraus gedeiht der Nährboden für ein actionreiches Fantasy-Stück. Soweit ist die Story also nichts Besonderes, aber Arleston reichert seine Geschichte mit einem süßen und zugleich superfrechen Sidekick an, dem ich sogleich verfallen bin und zudem gibt es jede Menge humorvolle Pointen, die für kurzweilige Unterhaltung sorgen. Außerdem verspricht die Mischung aus den unterschiedlichen Spezies und diesen ersten Kapiteln eine abwechslungsreiche und spannende Fortsetzung.

Zu gerne hätte ich gleich noch viel mehr über die Welt und das Buch erfahren, die von den kreativen Illustrationen von Olivier Boiscommun in farbenfrohe Panels gegossen wurde, aber es bleibt bei diesen knapp 50 Seiten erstmal bei einem verheißungsvollen ersten Blick. Zusätzlich zur Story gibt es als Extra ein grafisches Dossier mit ein paar zusätzlichen Informationen und Skizzen.

Fazit

Christophe Arleston & Olivier Boiscommun bieten in ihrem Auftaktband zu »Danthrakon« fantasievollen und spaßigen Fantasystoff, der auf eine vielversprechende Weiterführung der magischen Geschichte hoffen lässt.

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© Bellas Wonderworld; Rezension vom 25.02.2021