Der seltsame Frieden der Dächer
den wusste Elliot Fairbanks, ein ausgesprochen unangenehmer Student, sehr zu schätzen (S.182). Er war ein passionierter Fassadenkletterer, der überraschend verschied: durch einen Sturz bei ebendieser Tätigkeit. ...
den wusste Elliot Fairbanks, ein ausgesprochen unangenehmer Student, sehr zu schätzen (S.182). Er war ein passionierter Fassadenkletterer, der überraschend verschied: durch einen Sturz bei ebendieser Tätigkeit. Elliot hatte nicht nur dieses ungewöhnliche Hobby, nein, er wurde zudem auf Schritt und Tritt vom Papageien Gray, einem ausgesprochen vorwitzigen Gesellen, begleitet.
Nun ist Gray der (selbstgewählte) Gefährte von Dr. Augustus Huff, seines Zeichens Dozent an der Universität Cambridge und Elliots Tutor, der in Bezug auf Elliots Tod unversehens in die Rolle des Ermittlers gerät, wobei er auf Schritt und Tritt von Gray begleitet wird. Was ist geschehen? War es ein Unfall, wie es zunächst offiziell heißt, oder doch Selbstmord oder gar Mord? Kaum jemand, der Elliot hinterher trauert. Lediglich seine Mutter Lady Fairbanks, die weiße Viscountess, ein ätherisches Geschöpf, das gewisse Saiten in Huff zu rühren vermag. Doch selbst ihr ist klar, dass ihr Junge kein Engel war.
Und was war die Ursache für was auch immer? Familienzwistigkeiten, Konkurrenzkampf, Frauengeschichten oder gar Erpressung? Huff hat so einiges zu tun und die unterschiedlichen Begegnungen zu meistern, wobei er auf Schritt und Tritt von Gray begleitet wird, der ihn so manches Mal in die Bredouille bringt.
Die Meisterin der tierischen Krimis Leonie Swann hat nach ihrer selbstbestimmten Schafherde von Glennkill einen neuen Helden kreiert, der der munteren Horde in nichts nachsteht. Im Gegenteil, hier geht es fast noch eigenwilliger und origineller zu und der Krimi gewinnt ganz außerordentlich durch den Handlungsort: die ehrwürdige Universitätsstadt Cambridge. Doch leider ist aus meiner Sicht auch dieser Krimi - wie bereits der Vorgänger - nicht frei von Längen, weswegen ich mich streckenweise doch sehr zusammenreißen musste, um am Ball zu bleiben. Zugegeben, ich wurde jedes Mal reichhaltig fürs Dranbleiben belohnt: durch witzige Ideen und überraschende Wendungen, aber ich hätte mich dennoch gefreut, wenn ich von der ein oder anderen ausgedehnten Episode verschont geblieben wäre.
Dennoch ein empfehlenswertes und ungewöhnliches Buch, das leider nicht ganz so leichtfüßig daherkommt, wie es ihm anstehen würde. Aber alles in allem: seinen Spaß hat man damit allemal und erlebt zudem ein richtig schönes rundes Ende mit einer gelungenen Auflösung des Falls!