Spannender Historischer Roman um Macht und Herrschaft des Stauferkaisers Friedrich II
Bei Ausgrabungen am geheimnisvollen Castel del Monte, das einst Stauferkaiser Friedrich II erbauen ließ, werden bislang unbekannte Aufzeichnungen entdeckt: eine Lebenschronik des Kaisers, von seiner sagenumwobenen Geburt 1194 auf dem Marktplatz von Jesi bis zur Fahrt nach Rom, um dort die Kaiserkrone zu empfangen. Doch damit beginnt das bewegte Leben des jungen Staufers erst! Als ein Mensch voller Widersprüche ist er mit Muslimen befreundet und rüstet doch zum Kreuzzug; ist er von tiefer Religiosität geprägt und wird doch vom Papst exkommuniziert; ist er ein Förderer neuen Denkens und zugleich ein Diktator ... Nie war eine Chronik offener und ehrlicher - doch wer war ihr geheimnisvoller Urheber?
Worum geht's?
Während die Sonne unbarmherzig auf Apulien herab strahlt, müht sich der deutsche Archäologe Josef Burger in den 1940er Jahren mit Ausgrabungen rund um das Castel del Monte ab. Ziel der Expedition ...
Worum geht's?
Während die Sonne unbarmherzig auf Apulien herab strahlt, müht sich der deutsche Archäologe Josef Burger in den 1940er Jahren mit Ausgrabungen rund um das Castel del Monte ab. Ziel der Expedition ist es, mehr über den Zweck der mittelalterlichen Burg herauszufinden - und die Erkenntnisse für NS-Propaganda zu verwerten. Bei den Grabungen entdeckt das Team in einem der Turmfundamente ein altes Manuskript, das aus der Zeit Friedrich II zu stammen scheint. Schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um eine Art Biographie des letzten großen Stauferkaisers handelt, die dessen Aufstieg und Wirken schildert. Und so tauchen wir zusammen mit dem Archäologen Burger in die turbulente Welt des Mittelalters ein...
Mein Leseeindruck:
Dem Autor gelingt es, die komplexe Figur Friedrichs II. lebendig werden zu lassen, indem er den Werdegang und die unterschiedliche Facetten des Herrschers eindrucksvoll darstellt: Wir lernen Friedrich als einen Förderer der Wissenschaften kennen, der Arabisch spricht und eine eigene Universität gründet. Wir erleben ihn als weisen und vorausschauenden Herrscher, der auf Drängen des Papstes zu einem Kreuzzug nach Jerusalem aufbricht, und dort durch sein diplomatisches Geschick ein Friedensabkommen schließt. Schließlich erfahren wir aber auch von seiner jähzornigen und despotischen Seite, die er seinen Gegnern gegenüber offenbart.
Der Schreibstil wechselt zwischen wirklich mitreißenden, und beschreibenden, aufzählungsartigen Passagen. Insgesamt fällt es leicht, sich in die historische Kulisse des Hochmittelalters hineinzudenken. Die Zeitsprünge zur Ausgrabung im Jahr 1943 bilden einen spannenden Rahmen und machen die Lektüre unterhaltsam.
Mein Gesamtfazit:
„Die Steinerne Krone“ ist ein gut lesbarer historischer Roman, der sowohl Mittelalterfans als auch allgemein geschichtlich interessierte Leser/innen ansprechen dürfte. Michael Peinkofer erzählt die Geschichte Friedrichs II. auf eine Weise, die sowohl informativ als auch unterhaltsam ist. Dabei zeichnet er ein überzeugendes Bild dieses vielschichtigen Charakters und seiner Umwelt. Kein Pageturner, aber dennoch eine lohnenswerte Lektüre!
Die Geschichte beginnt mit einer Ausgrabung 1943 im Castel del Monte im Süden Italiens. Die Nazis haben einen Professor beauftragt, dort nach Artefakten zu suchen, die aus der Zeit Kaiser Friedrichs des ...
Die Geschichte beginnt mit einer Ausgrabung 1943 im Castel del Monte im Süden Italiens. Die Nazis haben einen Professor beauftragt, dort nach Artefakten zu suchen, die aus der Zeit Kaiser Friedrichs des Zweiten stammen könnten. Natürlich überwacht ein schneidiger Oberleutnant die Ausgrabungen, damit alles mit rechten Dingen zugeht.
Das Castel del Monte war nach Friedrichs Plänen erbaut worden, die Form war achteckig, mit acht Türmen an jeder Ecke. Friedrich galt als ein großer Herrscher, die Nazis wollten ihn für ihre Ideologie vereinnahmen, da könnten einige Fundstücke aus der Vergangenheit vielleicht hilfreich sein. Und tatsächlich wurde auch etwas gefunden. Ein paar Artefakte und eine Art Chronik, die Abschnitte aus dem Leben des Stauferkaisers enthielt.
Der Professor übersetzt die Schriftstücke für den Oberleutnant, und damit wird der Leser zurück ins Mittelalter geführt. Wichtige Episoden aus dem ereignisreichen Leben Friedrichs werden erzählt, der Autor lässt uns teilhaben an tatsächlichen und fiktiven Erlebnissen aus einer Zeit, die für uns heute kaum vorstellbar ist.
Viele Ereignisse sind geschichtsinteressierten Lesern vermutlich bekannt, doch es ist durchaus spannend, sie auf diese Weise geschildert zu bekommen. Auch die fiktiven Teile sind gut integriert, der Lesefluss wird nicht beeinträchtigt. Wer sich historisch nicht so gut auskennt, wird trotzdem gut unterhalten, und darauf kommt es bei einem Roman ja an. Im Nachwort nimmt der Autor dann Stellung zu Fakten und Fiktion, was ich sehr gut fand.
Meiner Ansicht nach ein gut geschriebenes Buch, welches das Interesse an jener schweren Zeit des Mittelalters wecken kann. Und ein Anstoß vielleicht, sich etwas intensiver mit unserer Vergangenheit zu befassen. Die Geschichte lehrt uns, das Vieles von dem, was wir heute bestaunen, auch damals schon vorhanden war, wenn auch in etwas anderer Gestalt. Fake-News sind keine Erfindung unserer Zeit, um nur ein Beispiel zu nennen.
Für mich eine lesenswerte Geschichte über den letzte großen Staufer und seine Zeit.
Ich habe schon von Michael Peinkofer Bücher gelesen und finde es immer wieder toll, wie er Fakten in einer fiktionalen Geschichte einbaut, so auch hier – allerdings mit einer Einschränkung. Dazu am Ende ...
Ich habe schon von Michael Peinkofer Bücher gelesen und finde es immer wieder toll, wie er Fakten in einer fiktionalen Geschichte einbaut, so auch hier – allerdings mit einer Einschränkung. Dazu am Ende mehr.
In diesem Buch geht es um den letzten Herrscher aus der Stauferfamilie.
Die Ausgrabungen dienen hier als Träger der Geschichte, denn die hat es so nie gegeben, wie sie hier im Roman vorkommen.
Diese fiktive Ausgrabung erzählt aber den Lebensweg von Friedrich II. Natürlich sind hier die historischen Fakten in eine lebendige Geschichte eingebaut und ich hab es dem Autor abgenommen, dass es so hätte sein können. Genau kann es natürlich niemand wissen, da die Geschichte im 13. Jahrhundert spielt.
Trotz alledem fand ich die Geschichte sehr lehrreich und ich hätte mir gewünscht, dass der Geschichtsunterricht in meiner damaligen Zeit auch nur halb so interessant gewesen wäre.
Auch wenn der Autor hier zu einem „Trick“ greift und die Geschichte von jemandem erzählen lässt, so war sie doch im Großen und Ganzen abwechslungsreich und auch spannend.
Spannend vor allem, wie Friedrich ziemlich frei aufgewachsen ist, da er noch zu jung für die Krone war, als er schon als Herrscher an der Reihe war.
Also wurde das Land mehr oder weniger wild verwaltet und der zurzeit stärkere hatte das Sagen – allen voran die Kirche.
In dieser Geschichte wird ziemlich klar, was die Kirche in der Zeit für eine Macht hatte und die eigentlichen Herrscher der Ländereien nur als Marionetten fungierten.
Und wenn jemand wider Erwarten sich doch nicht so steuern ließ, wurde er schnell von der Kirche wieder abgesetzt, bis zum Bann der Kirche.
Friedrich kam es aber zugute, dass er als Kind frei aufwachsen konnte und weitestgehend auf den Straßen bei allen möglichen Menschen und auch Religionen aufgewachsen ist.
Schon von Anfang an neugierig auf die Welt hat er sich so Wissen bei jedem angeeignet, der sich gerade mit ihm beschäftigte. Egal, ob es arabische, jüdische, christliche oder sonstige denkende Menschen waren, er war irgendwie überall zu Hause und wollte einfach nur seinen Wissensdurst stillen.
So hatte er in allen vorgefundenen Religionen Freunde und hat von allem das Gute gelernt.
Das merkt man auch besonders, als er dann endlich gekrönt wurde.
Auseinandersetzungen, die andere mit dem Schwert gelöst haben, löste Friedrich mit Verstand und waffenfrei, auch wenn dann mal Zugeständnisse an den „Feind“ gemacht werden musste.
Natürlich konnte auch Friedrich nicht ganz ohne Waffenfreiheit seine Angelegenheiten richten, schon allein deswegen, da genug gegen ihn immer wieder Intrigen schmiedeten, seine Ländereien und Reiche erobern, einnehmen und ihn stürzen wollten.
Allen voran die Kirche, als dieser bewusst wurde, dass Friedrich sich nicht so steuern ließ, wie sie es gerne hätte.
Auch wenn er in gewissem Maße von der Kirche abhängig war, so setzt er sich auch immer wieder gegen sie durch, selbst als diese ihn mit einem Kirchenbann belegt.
Aber nicht nur auf dem Schlachtfeld, auch im privaten Bereich war er vielschichtig. So bestanden seine engsten Vertrauten nicht nur aus Kirchenmännern, die auch zu ihm hielten, wenn die Kirche ihm wieder Steine in den Weg legten, sondern auch aus anderen Religionen hatte er Vertraute und Leibwächter.
Seine Ehefrauen waren zwar immer politische Verbindungen, aber trotz allem hatte er auch einige, zu denen er eine innige Liebe aufbauen konnte, während seine Geliebten aus den unterschiedlichsten Nationen kamen.
Seine Söhne und somit Erben wurden ebenfalls schon sehr früh im Jugendalter gekrönt, um weitere Ländereien den Staufern zu sichern, leider aber eben nicht immer im Sinne von dem nun mehr als Kaiser gekrönten Friedrich.
Sein Leben lang hat Friedrich für seinen Traum alles versucht, um ihn zu erreichen, was aber leider nicht geklappt hat – wie man heute ja weiß, da der Staufenadel bis in der heutigen Zeit nicht überlebt hat.
Und wenn Friedrich auch zu Anfang mehr einsichtig und sogar gütig war, immer bemüht Konflikte gewaltfrei zu lösen, weil er nie so grausam wie sein Vater und Großvater werden wollte, so wurde er leider zum Ende hin doch genau das.
Der große Zusammenbruch kam, als seine engsten Vertrauten und Freunde zu Tode kamen, das hat ihm den Boden unter den Füßen weggerissen und ab da ging es dann sehr rasant abwärts mit ihm und dem Staufenreich.
Leider ging es zum Ende dann auch geschrieben den Berg runter.
Was vorher eine spannende und interessante Erzählung war, die auch die Figuren agieren ließ, so war es am Ende nur noch eine Aufzählung der Geschehnisse, mit fast keiner Aktion der Figuren mehr – und an da wurde es doch irgendwie trocken wie der frühere Geschichtsunterricht in der Schule.
Dennoch war die Geschichte um Friedrich II. eine interessante und auch vielseitige Geschichte mit geschichtlichen Fakten, die ich aus der Schule her nicht kannte.
Auch wenn der Schwung und die sonst sehr lebendige Schreibweise von Michael Peinkofer hier etwas nachließen, so ist das Buch aus mehreren Gründen lesenswert und wer seine Bücher liebt, kann auch gerne zu diesem greifen.
Mein Fazit:
Die Geschichte des Staufengeschlechts von Friedrich II.
Der Autor baut hier tatsächliche Fakten in die Geschichte ein, sodass wir um Friedrich eine runde, interessante und auch spannende Geschichte bekommen.
Trotz kleiner „Meckerei“ gibt es von mir eine Leseempfehlung für alle, die gerne historische Romane lesen.
Unerwartet beginnt das Buch von Michel Peinkofer nicht wie zunächst angenommen mit der Kindheit von Friedrich II., sondern entführt erst in die Zeit um den Zweiten Weltkrieg, wo sich ein Wissenschaftler ...
Unerwartet beginnt das Buch von Michel Peinkofer nicht wie zunächst angenommen mit der Kindheit von Friedrich II., sondern entführt erst in die Zeit um den Zweiten Weltkrieg, wo sich ein Wissenschaftler auf Anordnung des Nationalsozialistischen Deutschlands auf die Spuren von Friedrich II. heftet, um ihn als glänzendes Vorbild deutscher Tugend zu Verkaufen. Bei seinen Untersuchungen begleitet ihn die Leserin/der Leser, während er nun seinerseits in vergangene Zeiten verschwindet und sich den Geheimnissen der Geschichte widmet.
Das gesamte Buch gliedert sich in verschiedene Teile. Das Leben von Friedrich II. wird erzählt von einem unbekannten Dritten, die dem Kaiser nahe genug stand, um die zahlreichen Facetten seiner Persönlichkeit glaubhaft widerzugeben und die historische Gestalt vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Trotz seiner Achtung vor der islamischen Kultur überzeugt er den Papst zum Beispiel von der Notwendigkeit eines Kreuzzuges. Die verschiedenen Abschnitte von Friedrichs Leben werden nicht zwingend in chronologischer Reihenfolge widergegeben, wodurch das Buch trotz der zahlreichen Fakten nicht biografisch wirkt.
Michael Peinkofer webt geschickt historische Zahlen in einen harmonischen Text, der stellenweise ein bisschen an einen Geschichtebuch erinnert, dabei jedoch den Lesefluss nicht einbüßt. Die verschiedenen Teile des Buches sind auch mit, für mich, unterschiedlicher Spannung verbunden. Während ich besonders den vierten Teil des Buches genoss, übte der zweite deutlich weniger Reiz aus und zog sich auch länger dahin.
Das dunkle Cover mit der stoischen Schrift und dem schlichten Grundriss der Burg üben einen gewissen Reiz aus und verleiten dazu, zumindest den Griff danach zu wagen.
Für Begeisterte von historischen Romanen stellt dieses Werk von Michael Peinkofer bestimmt einen Lesegenuss dar. Die stark vertretenen Zahlen könnten den einen oder die andere etwas abschrecken und auch die Erzählweise selbst wirkt an manchen Stellen etwas dünner als an anderen. Alles in allem ist es ein absoluter Lesegenuss und ich habe jede Sekunde damit genossen.
Im Prolog des Buches werden im zweiten Weltkrieg im Jahr 1943 bei Ausgrabungen im Süden Italiens gut erhaltene Schriftrollen entdeckt. Das Castel del Monte, der Ausgrabungsort, wurde nach den Plänen von ...
Im Prolog des Buches werden im zweiten Weltkrieg im Jahr 1943 bei Ausgrabungen im Süden Italiens gut erhaltene Schriftrollen entdeckt. Das Castel del Monte, der Ausgrabungsort, wurde nach den Plänen von Friedrich II. erbaut. Der Ausgrabungsleiter Professor Josef Burger liest die Aufzeichnungen und so lernen er und wir das Leben des Stauferkaisers näher kennen. Burger wird bei den Ausgrabungen argwöhnisch von Oberstleutnant Günther Hoffmann beobachtet, denn die Nazis wollten Friedrich II. für ihre Ideologie einsetzen.
Nach und nach lernen wir Friedrich und seine Lebensgeschichte kennen. Michael Peinkofer verwebt geschickt die tatsächlichen und fiktiven Ereignisse der Zeit des Stauferkaisers. Wichtige Episoden aus dem abwechslungsreichen Leben werden uns anschaulich näher gebracht, aber auch sein stürmisches Wesen und seine Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen.
Der Autor erzählt die Geschichte in einem flüssigen Schreibstil, teilweise sehr sachlich, so dass ich das Gefühl hatte eine Biografie und keinen Roman zu lesen. So habe ich Friedrich und seine Zeit gut kennengelernt, aber der Mensch hinter der historischen Person kam für mich nicht deutlich genug zum Vorschein.
Wer Interesse an gut recherchierten historischen Romanen hat, sollte nicht nur einen Blick darauf werfen. Ich habe viel über diese Zeit des Mittelalters erfahren, jedoch war mir der Schreibstil teilweise zu nüchtern.