Schreibstil und Setting top, aber nicht zufriedenstellend
Eine einsame Insel auf der seit Jahren niemand gewesen sein soll, eine Leiche, für die sich die Kolleg*inne nicht so sehr interessieren und eine Hauptperson mit mysteriöser Vergangenheit. - Die Ausgangssituation ...
Eine einsame Insel auf der seit Jahren niemand gewesen sein soll, eine Leiche, für die sich die Kolleg*inne nicht so sehr interessieren und eine Hauptperson mit mysteriöser Vergangenheit. - Die Ausgangssituation verspricht einen richtig guten Pageturner, den man gar nicht aus der Hand legen möchte! (Umsetzung leider dann aber doch nicht wie erwartet...)
Tess, eine Dokumentarfilmerin, wird angefragt für die Firma Seawild Robben auf der unbewohnten Insel Navigaceo nahe Madeira zu filmen. Ein sehr gelungenes Setting für einen Thriller. Gemeinsam mit Alex, Mike und Vinny ist die Hauptperson abgeschottet von der Gesellschaft. Ein Boot kommt erst in Tagen und solange muss sie sich sowohl mit der Insel als auch mit den anderen Menschen arrangieren. Dann tauchen nach und nach Ungereimtheiten auf, die dafür sprechen, dass das Filmteam doch nicht allein auf der Insel ist. Gekrönt wird das Unbehagen durch eine Leiche mit gleichem Outfit wie das Filmteam. Tess ist vorsichtig und ermittelt. Die ganze Situation wird immer mehr von ihrer Vergangenheit überschattet. Das ist der zweite Handlungsstrang: Eine 10 Jahre vergangene Filmarbeit mit Gretchen, die ermordet wurde. Nach und nach entwirrt sich die Handlung. Fragen werden gestellt und nach und nach beantwortet.
Obwohl ich die Ausgangssituation liebe und auch der Schreibstil durch seine Bildlichkeit wirklich fesselnd ist, muss ich sagen, dass mich das Buch nicht abgeholt hat. Die Spannung hat sich für mich in der ersten Hälfte so schleichend aufgebaut, dass ich mich zu Beginn wirklich quälen musste. Der Handlungsstrang aus der Vergangenheit hat mich zwischenzeitlich mehrt gefesselt als die eigentliche Haupthandlung. Dazu kommt, dass Tess Perspektive etwas einseitig ist und ich sie nicht umbedingt als Sympathieträgerin bezeichnen würde.
Alles in Allem ein Buch was unterhält, aber deutliche Längen und Durststrecken aufweist. Für mich hat es sich eher wie ein okayer Krimi gelesen, als wie ein spannender Thriller. Mein Fazit ist, dass Griffin mit diesem wundervollen Schreibstil mehr aus dem Setting hätte machen können - Schade!!!